„Living Sculptures“ und „Asking the Architects“ in Dülken

In Zeiten von Lockdown und persönlichen Beschränkungen Kunstaktionen zu planen, ist in sich schon eine Kunst. Aber zum hoffentlich anstehenden Ende der Pandemie eine Kunstaktion zu planen ist vielleicht genau das Richtige, um uns langsam aus unserer Lockdownlethargie freizustrampeln.

Viersen-Dülken – Hannah Nelsen, Kunststudentin der Kunstakademie in Düsseldorf, die in Viersen Dülken lebt und arbeitet, plant zwei Kunstaktionen in den derzeit leerstehenden Häusern der Langestraße 48, in der Innenstadt von Dülken, an denen sich große und die kleinen Bürger der Stadt beteiligen können.

Kunstaktion 1: „Living Sculptures“ Austellungszeitraum: 08. Juni bis 13. Juni 2021
Die Ausstellung „ Living Sculptures“ beschäftigt sich mit einem unterschätzten Mitbewohner: der Zimmerpflanze. Hannah Nelsen: „Kuratiert werden verschiedene Zimmerpflanzen aus unterschiedlichen Haushalten, die alle durch ihre Anpassung an ihre Umgebung auffallen. Sei es eine interessante Wuchsform, welche sich sehr von der natürlichen Erscheinung der Pflanze unterscheidet, über des Gärtners Stolz, welcher mit großer Mühe und Fürsorge über Jahre zu seiner Gestalt kam, bis hin zu Zimmerpflanzen, die vielleicht als solche im ersten Blick gar nicht zu erkennen sind. Ihre jetzige Form ist unter Einfluss ihres Besitzers entstanden, der Besitzer ist also im weitesten Sinne ein Bildhauer der lebendige Skulpturen schafft. Er nimmt Einfluss auf die Lichtverhältnisse, die Wassergaben, er schneidet sie in Form, gibt ihr Wachstumshilfen. Durch seine Hand kommt die Zimmerpflanze zu ihrer Erscheinung.“

Ausgestellt werden Zimmerpflanzen, welche wie Skulpturen auf Sockeln präsentiert werden. Verbunden (wenn möglich) mit einer Fotostrecke, in der die Pflanze an ihrem eigentlichen Standort, eventuell mit Besitzer, abgelichtet ist. Für diese Ausstellung werden geeignete Pflanzen gesucht, die besonders geliebt werden oder eine außergewöhnliche Wuchsform haben. Wenn Sie glauben eine Pflanze, die auf die Beschreibung zutrifft, zu besitzen oder eine solche Pflanze zu kennen, wenden Sie sich bitte per E-Mail (mit einem Foto der Pflanze) an die Künstlerin (hannah.nelsen@gmx.de).

Hannah Nelsen, Kunststudentin der Kunstakademie in Düsseldorf, die in Viersen Dülken lebt und arbeitet, plant zwei Kunstaktionen in den derzeit leerstehenden Häusern der Langestraße 48, in der Innenstadt von Dülken, an denen sich große und die kleinen Bürger der Stadt beteiligen können. Foto: Privat

Kunstaktion 2: „Asking the Architects“ Austellungszeitraum: 21. Juni bis 27. Juni 2021
„Asking the Architects“ ist ein Projekt, das in Zusammenarbeit mit Kindern stattfindet. Vermutlich jeder hat sich als Kind mindestens einmal eine Höhle gebaut, manche aus Wolldecken, die über einen Stuhl gehangen wurden, andere aus großen Pappkartons, aus denen man mit Kreppband mächtige Burgen erschub oder aus Wohnzimmerkissen, mit denen man sich unter Mamas Schreibtisch ein gemütliches Nest baute.

Hannah Nelsen: „Ich beschäftige mich momentan intensiv mit dem Thema ‚Refugium‘. Die Ausstellung soll sich mit dem scheinbar universellen Bedürfnis von Kindern beschäftigen, sich einen Rückzugsort zu schaffen. Diese Höhlen werden dann später als architektonische Installationen zu sehen sein. Materialien werden den Kindern bereitgestellt. Toll wäre aber auch, wenn die Kinder eigene Materialien mitbringen. Also das, was man für eine echte Höhle braucht, oder was ganz unbedingt da rein oder drauf muss. Nach der Ausstellung, gehen die eigenen Sachen natürlich wieder zurück an den Burg und Höhlenbauer.“

Das Angebot zum Mitmachen richtet sich an Kinder im Grundschulalter. Auf dem Boden werden Quadrate aufgezeichnet sein, in denen die Kinder die Höhlen bauen können. Eltern dürfen natürlich dabei sein, sollen sich aber beim Bauen nicht einmischen, um die Authentizität der Werke garantieren zu können.
Noch ist die Pandemie leider nicht vorbei. So gelten natürlich vorerst besondere Regeln. Pro Familie ist ein bestimmtes Zeitfenster geplant, in denen die Kinder ihre Höhle aufbauen können. Auch der Besuch der Ausstellungen, kann jeweils nur nach geplanten Zeitfenster und mit einer FFP 2 Maske stattfinden.
Wenn Sie einen oder mehrere fleißige Höhlenbauer Zuhause haben oder welche kennen, die gerne bei der Aktion mitmachen würden, wenden Sie sich bitte per E-Mail an die Künstlerin (hannah.nelsen@gmx.de). (opm/paz)