Logistik – Herkunft und Nutzen

Seit der Mensch angefangen hat, Produkte nicht mehr nur in der eigenen Gemeinde zu verkaufen, stellte er sich die Frage, wie man die Güter vom Produktionsort in den Bestimmungsort verbringen kann. Der Ursprung der Problemlösung kommt aus einer Quelle, die wirklich überrascht.

Service – Militärische Erfindungen – ziviler Nutzen

Dass das Militär Dinge erfindet, die später im zivilen Leben nützlich sind, ist nichts Neues. Das Internet war eine Idee, die im Auftrag des US-Militärs, namentlich der Air Force, entwickelt wurde. Das Ultraschallverfahren begann während des Ersten Weltkriegs als Echolot, das GPS entstand in den 1970er Jahren durch das US-Verteidigungsministerium und auch die Armbanduhr für den Mann ist eine Erfindung aus Kriegszeiten. Vorher nutzte Mann ja die Taschenuhr.

In die gleiche Kerbe schlägt die Erfindung der Logistik. Im Gegensatz zu den gerade erwähnten Produkten ist diese Dienstleistung allerdings eine wirklich alte Erfindung. Schon im alten Rom, genauer gesagt in der Legion, gab es die Möglichkeit, Truppen mit Nachschub und sonstigem zu versorgen. Hierfür baute man eine Via Militaris, also eine Heerstraße, deren einziger Sinn und Zweck es war, erstens eine schnelle Truppenverlegung und zweitens eine ebenso leichte Versorgung zu gewährleisten.

Im Lauf der folgenden Kriege wurde diese Idee immer wieder verwendet, bis schließlich die Planung, Durchführung aber auch Steuerung und Optimierung von Wirtschaftsgütern, sowie Personen- und Informationsströmen im zivilen Sektor ankam.

Was ist Logistik?

Entsprechend entstanden etliche Anbieter, etwa die SATS Group, welche sich daran machten, Daten, Personen und Güter um die ganze Welt zu schaffen. Dabei ist dies nicht nur ein Wirtschaftszweig, sondern spielt bei unterschiedlichen wissenschaftlichen Bereichen eine wichtige Rolle. In der Betriebswirtschaftslehre kennt man Themen wie „Kosten-Nutzen-Analyse“, also die Frage, inwiefern die Aufwendung von Summe X (Kosten) dem wirtschaftlichen Nutzen sinnvoll gegenüberstehen.

Bezüglich der Logistik ließe sich etwa anhand der Kosten-Nutzen-Analyse die Frage stellen, welches Logistikunternehmen welche finanziellen Aufwendungen wert ist.

Ein Beispiel: Die Just-In-Time-Lieferung

Entsprechend ist die Logistik aus der Wirtschaft nicht mehr wegzudenken. Nehmen wir nur einmal den Begriff „Just in Time-Lieferung“. Dahinter verbirgt sich mehr, als die bloße Information, dass die Lieferung von Produkt A rechtzeitig (just in time) zur Weiterverarbeitung zu Produkt B erfolgte.

Wir sehen hier eine schlanke Lagerungskoordination, da nicht jedes Gut, das für die Produktion benötigt wird, in der Lagerhalle in Regal A auf seinen Einsatz wartet. Wir sehen hier eine aufs vortrefflichste gestraffte Organisation, welche die Firma und auch die Spedition befähigt, gerade in dem Moment, in dem das Gut benötigt wird, die Lieferung zu vollziehen.

Foto: RODNAE Productions/Pexels

Und natürlich kann man der Just-in-Time-Variante kritisch gegenüberstehen, festhalten, dass nur ein einziger, kleiner Stau auf der A40 benötigt wird um, dem Schmetterlingseffekt gleich, die ganze Planung durcheinander zu bringen. Denn jetzt steht der Spediteur auf der A40, wartet darauf, dass es weitergeht. Währenddessen ist die Produktion an dem Punkt angekommen, an dem das Produkt verarbeitet werden sollte – und es ist nicht da. Nun muss gewartet werden und das bedeutet: Arbeitsausfall, der auch bezahlt werden will.

Was Logistik noch ist

Dies zu berücksichtigen und vielleicht doch einige Exemplare des Produktes auf Lager zu haben, gehört auch zur Logistik. Wie auch das Ineinandergreifen der betrieblichen Zahnräder, sprich das perfekte Zusammenspiel der einzelnen Abteilungen, ein logistischer Prozess ist.

Und da es auch eine Informationslogistik gibt, die Materialfluss und entsprechende Information bezüglich desselben beinhaltet, können diese Daten auch für das Marketing verwendet werden. So erfahren Kunden und Konkurrenten, wie effizient man selbst arbeitet und welche Schritte man unternehmen kann.

Wie wichtig die Logistik geworden ist, sieht man jeden Tag. LKW von großen Speditionen fahren über Autobahnen, Landstraßen oder durch Ortschaften, bringen Güter von Aschaffenburg nach Viersen und von Viersen nach Mannheim. Im Nordrhein-Westfälischen Niederkrüchten konnte der Kita Sausewind ein Preis für den Ideenwettbewerb „LogistiKids 2020“ überreicht werden (wir berichteten), der durch das Kompetenznetzwerk Logistik.NRW, sowie die IHKs, also die Industrie- und Handelskammern ausgerichtet wurde.

Fazit

Wir können tatsächlich festhalten: Seit der Mensch die Produkte nicht mehr ausschließlich in der eigenen Gemeinde an den Interessenten brachte, waren Lieferungen notwendig. Und es ist durchaus faszinierend zu sehen, worin die Anfänge und die Entwicklung der Logistik lagen. (opm)

Quellen:

https://www.business-on.de/video-marketing-tipps-vorteile.html

https://rheinischer-spiegel.de/logistikids-2020-die-kita-sausewind-aus-niederkruechten-gewinnt-ideenwettbewerb/