Lost Places – Das Industriedenkmal im Business Park Krefeld

Der Lost-Places-Fotograf und Künstler Rasmus Mio nimmt mit auf die mystische Suche nach Orten der Vergangenheit und Objekten, deren Zukunft oft im Ungewissen liegt. Hinterlassenschaften aus längst vergessenen Zeiten – verewigt in ungewöhnlichen Fotografien.

Krefeld – Noch stehen einige Gebäude leer im Krefelder Industriedenkmal, das mit seiner stilvollen, kreativen Umgebung an die goldene Zeit der Textilbranche erinnert und beliebtes Ziel der Lost-Places-Fotografen ist. Der Gebäudekomplex ist einzigartig, in ihm atmet der Geist von Ludwig Mies van der Rohe, einem der bedeutendsten Architekten der Moderne. Mies van der Rohe, als Berliner Avantgardist und als Begründer des „International Style“ bekannt, war vor der Emigration in die USA für einen kleine Kreis von Krefelder Bauherren tätig.

Foto: Rheinischer Spiegel/Rasmus Mio

Seine Baukunst gilt dem Ausdruck konstruktiver Logik und räumlicher Freiheit in klassischer Form. Dafür entwickelte er moderne Tragstrukturen aus Stahl, die eine hohe Variabilität der Nutzflächen und eine großflächige Verglasung der Fassaden ermöglichten. Die Gebäude im heutigen Krefelder Industriedenkmal, die zwischen 1931 und 1935 erbaut wurden und ursprünglich die Färberei- und HE-Gebäude der Vereinigten Seidenwebereien AG beherbergten, wurden im zweiten Weltkrieg stark beschädigt.
In den Siebzigerjahren wurde das Gebäude immer wieder umgebaut und nach der Ernennung zum Denkmal im Jahr 1999 konnten die Gebäude schließlich in den ursprünglichen Zustand zurückversetzt werden. Das zeitweise nicht mehr vorhandene, ursprünglich von van der Rohe geplante, offene Raumkonzept – wurde wieder hergestellt. Der weitgehende Rückbau in den Originalzustand erfolgte durch den Architekt Karl-Heinrich Eick unter Mithilfe der Innenarchitekten von „raumkontor“ nach den Regeln des Bauhauses. (dt)

Foto: Rheinischer Spiegel/Rasmus Mio