Lücken und zu wenig Qualität: Enttäuschung beim Dülkener Schöppenmarkt

Erneut brachte der Dülkener Schöppenmarkt, einer der ältesten Deutschen Krammärkte, eher Enttäuschung als ein Shoppingerlebnis. Nicht wenige Händler gaben an ihre Teilnahme im nächsten Jahr überdenken zu wollen und wiesen dabei auf die hohen Standgebühren hin.
Von RS-Redakteurin Claudia-Isabell Schmitz

Viersen-Dülken – 1847 standen die Schöppen, die Schaufeln, im Mittelpunkt eines der ältesten Krammärkte Deutschlands – des Dülkener Schöppenmarktes. Im Laufe der Zeit änderte sich das Angebot, aus Schöppen wurden über Marktstände aus der ganzen Region oder aus den Niederlanden mit Schuhbürsten, Küchenutensilien, Kerzen, Fisch und anderen Lebensmitteln wie orientalischen Gewürzmischungen. 252 Händler hatten sich in diesem Jahr im Vorfeld angemeldet und trotzdem fielen schnell die großen Lücken auf. Die Lange Straße blieb erneut in diesem Jahr leer und auch der Besucherstrom schien nicht wenig reduziert. Kein Drängeln, kein Schieben, wie eigentlich auf dem Alten Markt üblich. Selbst vor den Ständen von Käse Rudi, Bananen Fred, Aal Volker oder den leckeren Mett-Wattwürmern bildet sich seltener als in den vergangenen Jahren eine Menschentraube.

Kein Drängeln und Schubsen auf dem Schöppenmarkt 2019. Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Über die zu hohen Standgebühren beklagten sich nicht wenige Händler, der Anbieter mit den wohlriechenden Gewürzen wird im kommenden Jahr nicht mehr den Weg nach Dülken auf sich nehmen. Viele würden kaufen, aber längst nicht mehr so viele Besuche wie noch vor einigen Jahren. „Heute Abend werde ich einfach nicht genug verdient haben um den Tag hier wieder reinzuholen“, sagt er. Viele stöbern nur noch und bei diesen Standpreisen lohne sich für viele Aussteller die Anreise nicht mehr.

Dabei haben sich in diesem Jahr mehr Aussteller als noch 2018 angemeldet und trotzdem ist die Stimmung auf dem Markt eher bedeckt. Die Qualität des Schöppenmarktes hätte sich verändert, nicht positiv, so eine Besucherin, die einen Gürtel für ihren Ehemann sucht. „Mir kommt es vor als ob die Stadt Viersen den Krammarkt nur füllen will, die Qualität egal ist. Überall sind Billigwaren. So ist das Ende absehbar“, ergänzt ihre Freundin. „Seit vierzig Jahren gehe ich in jedem Jahr auf den Schöppenmarkt, er stirbt immer mehr, so wie die gesamte Innenstadt.“ Die Ur-Dülkenerin und der Gürtelverkäufer sind sich einig, will man die Qualität erhalten, muss man sortieren und diesen Anbietern einen Grund geben nach Dülken zu reisen. Den würde es aber nicht geben, sagt sie und die Enttäuschung ist ihr anzusehen. Schließlich hätte die Stadt Viersen schon andere Krammärkte abgeschafft. Dennoch, zum Stöbern an den Krimskramsständen mit Kleinigkeiten, die es so eben nicht im Internet zu kaufen gibt, lud der Schöppenmarkt immer noch ein und auch positive Stimmen sind zu hören. Zu wenig jedoch für den einen oder anderen Händler der gerne mehr verkauft hätte und nun seine Teilnahme im kommenden Jahr überdenken will. (cs)

Keine Schöppen, dafür Bürsten, Strümpfe und vieles mehr. Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming