Luftqualität: Erstmals sind alle Grenzwerte in NRW eingehalten, auch für Stickstoffdioxid

Nordrhein-Westfalens Luft wird immer sauberer. Umweltministerin Heinen-Esser: „Die landesweite Grenzwerteinhaltung ist eine bedeutende Wegmarke der Luftreinhaltung. Die Maßnahmenpakete wirken nachweislich.“

NRW – Erstmals konnten im Jahr 2020 in ganz Nordrhein-Westfalen alle Luftqualitätswerte eingehalten werden. Das zeigen die Ergebnisse der Messungen zur Luftqualität, die das Umweltministerium und das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) in dieser Woche vorgestellt haben. Demnach lag 2020 erstmals auch der Jahresmittelwert für Stickstoffdioxid (NO2) an allen 124 Standorten unter dem EU-weit gültigen Grenzwert von 40 µg/m³. Auswertungen des LANUV zeigen, dass Corona-bedingte Veränderungen des Mobilitätsverhaltens bezogen auf den Jahresmittelwert nur einen geringen Effekt hatten.

Umweltministerin Ursula Heinen-Esser: „Dies ist eine bedeutende Wegmarke in der Luftreinhaltung. Ich freue mich, dass wir unser Ziel, den Gesundheitsschutz der Menschen in Nordrhein-Westfalen weiter zu verbessern und den Stickstoffdioxid-Grenzwert im Jahr 2020 einzuhalten, erreicht haben. Dies gilt explizit auch für die Hotspots, in denen bis zum Jahr 2017 Belastungen von teils über 60 µg/m³ gemessen wurden. Damals waren noch in 27 Städten Grenzwertüberschreitungen zu verzeichnen. Ich danke den Bezirksregierungen und Kommunen, die in den zurückliegenden Jahren in einem gemeinsamen Kraftakt passgenaue Maßnahmen erarbeitet und umgesetzt haben. Die geschnürten Maßnahmenpakete wirken nachweislich.“

Während 2019 noch 16 Probenahmestellen in acht Kommunen (Dortmund, Düsseldorf, Essen, Gelsenkirchen, Hagen, Köln, Oberhausen und Wuppertal) einen Jahresmittelwert von mehr als 40 µg/m³ aufzeigten, wurde in 2020 erstmalig in allen Städten Nordrhein-Westfalens der NO2-Jahresgrenzwert eingehalten. Der Jahresmittelwert der Verkehrs-Messstationen im LANUV-Messnetz sank dabei durchschnittlich um etwa 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr 2019. Der landesweit höchste NO2-Jahresmittelwert lag 2020 bei 39 µg/m³, 2019 lag er bei 47 µg/m³, 2018 noch bei 59 µg/m³. Ein Beispiel für die erzielten Minderungen ist die Messstation am Clevischen Ring in Köln: Lag der Jahresmittelwert 2017 noch bei 62 µg/m³, sank er im Jahr 2020 auf 35 µg/m³. Die Reduzierung der NO2-Belastung zeigt sich darüber hinaus aber auch an den Hintergrundstationen: Hier sank der Jahresmittelwert im LANUV-Messnetz um etwa 12 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

In einer begleitenden Untersuchung hat das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Belastung mit Stickstoffdioxid betrachtet: „Während wir in der Phase des ersten Lockdowns Mitte März bis Ende April einen positiven Effekt in Richtung weniger Belastung nachweisen konnten, relativierte sich dies über das gesamte Jahr betrachtet. Wie Verkehrsmessungen gezeigt haben, lag der Verkehr in den Innenstädten schnell wieder nahezu auf Vor-Lockdown-Niveau. Über das gesamte Jahr konnte eine Minderungswirkung von ungefähr 1 µg/m³ durch die Corona-Lockdowns festgestellt werden“, betonte LANUV-Präsident Dr. Delschen.

Auch bei Feinstaub (PM10) zeigt sich eine weiter sinkende Belastung. Auch hier wurde an allen Probenahmestellen in Nordrhein-Westfalen der Grenzwert, wie bereits in den Jahren zuvor, deutlich unterschritten. Neben dem EU-Grenzwert für das Jahresmittel (40 µg/m³) wurde an allen 64 Probenahmestellen auch der Tagesmittel-Grenzwert (50 µg/m³ bei 35 zulässigen Überschreitungen) eingehalten. Auch für PM2,5 wurde der europaweit geltende Grenzwert von 25 µg/m³ im Jahr 2020 an allen 26 NRW-Messstationen bei abnehmendem Belastungstrend sicher eingehalten.

Die in der Vergangenheit zu hohen Stickstoffdioxid (NO2)-Werte waren auch Auslöser von insgesamt 14 Klageverfahren der Deutschen Umwelthilfe (DUH) gegen das Land Nordrhein-Westfalen und betroffene Kommunen. Vielerorts drohten Dieselfahrverbote. „13 der 14 Klagen konnten wir bisher mit einem Vergleich beigelegen. Ich bin zuversichtlich, auch das noch offene Klageverfahren im Fall Düsseldorf mit einem Vergleich beenden zu können. Unser Ziel für die nächsten Jahre ist es, die Luftqualität weiter zu verbessern und die Luftqualitätswerte dauerhaft einzuhalten“, so Ministerin Heinen-Esser.

Quelle: Land.nrw

Ein Kommentar

  1. Diese Aussagen sind absurd den durch Corona sind folglich weniger Pendler Unterwegs, weniger Busse, weniger Flug-und Schiffsverkehr. Viele sind in Kurzarbeit oder sogar ohne Arbeit. Also Notgedrungen.
    Der Tourismus ist ganz zum erliegen gekommen!
    Daraus haben wir nun die Hundertprozentige Lösung auf den Tisch liegen, und da kann kein Politiker mehr sagen es stimmt nicht, denn der Flugverkehr macht den größten Schaden auf der Welt das ist in der Klimaforschung Bestätigt worden. Nun haben wir die Zahlen auf den Tisch liegen.
    Die Flugzeuge erzeugen Treibhausgase und Lärm die den Menschen und auch Tier damit viele Krankheiten zufügen. Diese Luftschadstoffe mit den Emissionen von Stickoxiden und die Erzeugung von Kondensstreifen und die damit einhergehende Veränderung der Wolkenbildung musst bei der Klimaauswertung des Luftverkehrs beachtet werden. Denn Stickoxiden und Wasserdampf in Reiseflughöhe verursachen Ozon und die Kondensstreifen und beides bremst die Wärmestrahlung von der Erde und trägt damit zur Klimaerwärmung bei, und den höheren Werten in unsere Städte.
    Durch den Kommerziellen Luftverkehr haben wir 1 Milliarde Tonnen CO2 und das ist 80% auf Passagierflugzeuge was von Jahr zu Jahr immer mehr werden wird. Wenn man nur bedenkt ein Flug von Düsseldorf nach Mallorca hin und zurück pro Person 0,75 Tonnen CO2 Ausstoß. Bei einen Transatlantikflug sind es 3,65 Tonnen pro Person. Wie man sieht der größte Klimakiller der Welt ist das Flugzeug.
    Hier müssen Ansätze gemacht werden, und nicht den Kleinen PKW Fahrer dafür Bestraft werden.
    Auch nicht die Anwohner der Städte denn die werden nicht nur von der Luftverschmutzung krank, nein auch noch durch Lärm. Jetzt Handeln und dann Wandeln.

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