LVR-Amt für Denkmalpflege erfasst fünf Siedlungen in Viersen

Sieben Kilo bringen die beiden Bände des neuen Gattungsinventars über denkmalwerte Siedlungen an der Rheinschiene auf die Waage. Fünf davon befinden sich in Viersen.

Viersen – Die gewichtige Publikation des LVR-Amts für Denkmalpflege im Rheinland ist die erste ihrer Art in der Bundesrepublik Deutschland; noch nie wurden denkmalwerte Siedlungen hierzulande so systematisch erfasst und publiziert. Dass ausgerechnet im Rheinland der Aufschlag zu diesem Mammut-Projekt gemacht wurde, hat gute Gründe. Mit der Industrialisierung entstanden vielfältige Siedlungen im Rheinland, um den wachsenden Bedarf nach Wohnraum zu bedienen. Auch nach 1945 riss diese Entwicklung nicht ab.

Welche Siedlungstypen entstanden wo zu welcher Zeit? Wer baute sie und für wen waren sie bestimmt? Welche Bedarfe und Wohnkonzepte lagen der Planung zugrunde? Und welche Kriterien sind aus denkmalpflegerischer Sicht bedeutsam für die Unterschutzstellung?

Auf rund dreißig Seiten nimmt die Denkmalpflege ebenfalls fünf Siedlungen in Viersen in den näheren Blick. Die Siedlung Rahser, die Hammer Schanze, die städtische Siedlung Bachstraße, die Wohnanlage Wolfskull und die Siedlung Beghinenhof entsprachen den Vorgaben.

„Siedlungen in Nordrhein-Westfalen sind ein überauswichtiger Bestandteil der Industrie-, Sozial-, Architektur- und Stadtbaugeschichte des Landes. Sie sind Kernelemente der städtischen Entwicklung und in der historischen Ausbildung als Arbeiter- und Zechensiedlungen geradezu Prototypen eines hochentwickelten nachbarschaftlichen Verhaltens. Siedlungen sind damit Anlagen, in denen sich ein wichtiger und zuweilen beispielhafter Teil des städtischen oder halbländlichen Lebens in Nordrhein-Westfalen (NRW) abspielt“, so Landeskonservatorin Andrea Pufke in ihrem Vorwort. „Seit über 40 Jahren befasst sich auch die Denkmalpflegemit dieser Architekturgattung. Siedlungen sind dabei zwar mehrfach Gegenstand von Untersuchungen und Publikationen gewesen, jedoch stets mit zeitlichen und regionalen Eingrenzungen. Eine umfassende Inventarisation der Siedlungen nach einem einheitlichen und qualitativ hochstehenden Bearbeitungs-standard im Rahmen eines Gattungsinventars, das die historischen Zusammenhänge und Bedeutungsdimensionen der Siedlungen erläutert, fehlte allerdings bisher.“

Band 1: Bergisch Gladbach bis Köln, Band 2: Königswinter bis Wuppertal
Hrsg. Landeskonservatorin Dr. Andrea Pufke, Michael Imhof Verlag, Petersberg, Januar 2021, 1.552 Seiten, 876 Farb- u. 365 SW-Abbildungen, 2 Bände, ISBN 978-3-7319-0966-8, 99 Euro.

Ebenfalls die Hammer Schanze wurde in der neuen Publikation aufgenommen. Foto: Rheinischer Spiegel/Nadja Becker

 

 

 

 

Ein Kommentar

  1. Die LVR – Amt für Denkmalspflege erfasst 5 Siedlungen in Viersen die jetzt gelistet werden. Das kann es doch nicht sein? Wir haben in Viersen Die Dreistadt ( Boisheim Vierstadt ) Viersen, Dülken und Süchteln ältere Siedlungen die Geschichte und Vielfalt haben. Da waren noch von von den Heimstätten Verband Förderungen für Kleinsiedlungen gemacht. Hier waren Grundlagen geschaffen worden, wo sporadisch Menschen mit wenig Geld ob Arbeitslos Kurzarbeiter oder Familien mit 3 Kinder und mehr erst ein Anspruch hatten auf so eine Förderung, aber mit Eigenbau mit eigener Kraft. 1932 wurde 2730 Reichsmark als Reichsbaudarlehnen zu Grunde gelegt und dann der Pachtvertrag und Kaufanwartschaft mit Vorverkaufsrecht des Grunde. Es bildeten sich Gruppen oder einzelne Vereine in verschiedene Gegenden. Die konzentrierte Förderung der Kleinsiedlung auf Grundlage der Dritten Notverordnung ergab sich nach Bedürftige des Verbandes. Der Wirtschaftliche Zweck der Kleinsiedlung. Es musste wohl erreicht werden, wenn die Siedler so beraten und betreut wurden, das sie aus Gartennutzung und Kleintierhaltung solche Erträge zu erzielen vermochten, die ihren Haushalten eine fühlbare Entlastung brachten. – In den ersten Jahren der Kleinsiedlungsförderung erhielten die Siedlerfamilien eine erste Wirtschaftsanleitung, zusammen mit der Anfangsausstattung der Siedlerwirtschaft ( Bäume, Sträucher, Pflanzmaterial, Kleintiere usw. ), meist durch Städtische Gartenämter. dieses wurde durch Überlegungen an geeignete Organisationen überlassen, wie Kleingärtner – Organisationen oder ,, Reichsbund der Kleingärtner e.V.“ Dieses wurde durch verschiedenen Erkenntnisse mehrmals umbenannt, und das Reichsheimstättenamt gab es den ,, Deutschen Siedlerbund e.V. “ als alleinige Organisation der Kleinsiedleranerkannt wurde.
    Nun wurde die Kleinsiedlung als sozialpolitisches Ziel und sozialpädagogische Aufgabe einem mit kleinen Eigenkapitalbeitrag und baulicher Selbsthilfe an Grund und Boden zu kommen.
    Dann fand in deren Wirtschaftsleben einen aufreibenden Verkehr Überhetzte Siedler bei der Gartenbewirtschaftung und Kleintierhaltung neben zusätzlich wirtschaftlicher Sicherheit eine Stätte der Nervenberuhigung und Erholung. Das wurde Belohnt wenn man die Entwicklung deren Natur durch die Geheimnisse und Wundern der Siedler betrachten konnte, das sich ein tolles Landschaftsbild darstellt. Die Entfaltung der Kleinsiedlung war eine Nähe die sich heute immer weniger Vorstellen können. Da stand ein Verantwortungsgefühl des Siedlers mit ein Selbstbewusst sein und Solidaritätsgefühl in der Gemeinschaft die Wohnungs- und Lebenslage kontinuierlich verbessert wurde. Es wurde anfangs Hühner, Gänse, Ziege und ein Schwein gehalten, plus alles war vom Siedlerbund vorgegeben was man für die Selbstversorgung der Familie im Garten anpflanzen musste um dies zu sichern. Hier waren Bestrebungen zugange die unermesslich waren durch stolz und Arbeit das beste war. Man könnte ein Buch schreiben aus der Zeit wo Menschen aus sehr hoher Armut und durch diese Organisationen alles selbst gebaut ohne eine Firma in Eigeninitiative, dir Familie Glücklich gemacht. Den Kindern noch ein Spielplatz und alle waren Organisiert im Siedlerbund, die fast wöchentlich sich trafen und verschiedene Lehrgänge über Tierhaltung, oder Anpflanzungen aller Art zu gewährleisten ohne Spritzmittel. Dieses ist fortführend durch Monatliche Fachzeitung bis heute geblieben und die Treffen ob in der Siedlung selbst oder im Bezirksverband und der Landesverband teilt mit wann Sitzungen oder Lehrgänge sind oder auch was der Bundesverband vorgibt. Auch große Feste werden in allen Verbände, sowie die Straßenfeste der Siedler haben Ihre eigene Termine. Heute ist das nicht mehr der Siedlerbund sondern der Verband Wohneigentum e.V. wo jeder Beitreten kann. Dieses ist auf der Saarstraße 1932 / 34 zum ersten mal mit viel Ehrgeiz getätigt worden , und nach 86 Jahren sollte man diese Siedlung die heute sehr Beliebt ist mit den herrlichen Vorgärten auch dringend Berücksichtigen von der LVR – Amt und diese Uriges geschehen was einmalig in Dülken war auch anerkennen und es auch unter Denkmalspflege Berücksichtigt im Interesse der Bevölkerung in Gesamt Viersen!

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