LVR hat Tagesklinik mit Institutsambulanz in Nettetal eröffnet

Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) hat gestern die neue Tagesklinik mit Institutsambulanz der LVR-Klinik Viersen in Nettetal offiziell eröffnet.

Nettetal – Behandlungsschwerpunkte des neuen Angebots sind Depressionen, Psychosen sowie Angst- und Suchterkrankungen. 20 Behandlungsplätze stehen für Patientinnen und Patienten zur Verfügung. Es werden Einzel- und Gruppentherapien angeboten – bei Bedarf auch Gespräche unter der Einbindung von Angehörigen und Bezugspersonen. Den Betrieb hat die Tagesklinik Anfang Mai aufgenommen.

Martina Wenzel-Jankowski, LVR-Dezernentin Klinikverbund und Verbund Heilpädagogischer Hilfen, hob zur Eröffnung hervor: „Die wohnortnahe, gemeindeintegrierte Versorgung von psychisch erkrankten Menschen ist ein wichtiger Grundpfeiler im Verständnis von psychiatrischer Arbeit des LVR. Für die Tagesklinik ist Nettetal-Lobberich daher ein optimaler Standort. Im nördlichen Teil des Kreises Viersen verdoppeln wir damit unsere Behandlungskapazität. Dass dies notwendig ist, zeigt die große Nachfrage: Bereits jetzt sind alle Plätze belegt.“
Monika Berten, Vorsitzende des Krankenhausausschusses 3, ergänzte: „Der LVR-Klinikverbund, die politische Vertretung und die Verwaltung des LVR haben schon früh den Bedarf an tagesklinischen Versorgungsangeboten erkannt – und wir haben gehandelt! Bis heute haben wir rheinlandweit 747 tagesklinische Behandlungsplätze eingerichtet. Den psychisch erkrankten Menschen ermöglicht dies im Zuge ihrer – hoffentlich vollständigen – Gesundung wieder in Gänze am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben.“

Tageskliniken dienen als Bindeglied von ambulanter und vollstationärer Versorgung. Das Angebot richtet sich an psychisch erkrankte Menschen, die mehr Unterstützung benötigen als ambulante Dienste leisten können, aber nicht stationär aufgenommen werden müssen. Der Aufenthalt in der Tagesklinik bietet den Patientinnen und Patienten damit die Möglichkeit, weiterhin in ihrem sozialen Umfeld weitgehend selbstständig und selbstbestimmt zu leben. Die Behandlung erfolgt durch Fachärztinnen und -ärzte für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychologinnen und Psychologen, Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter sowie Ergo- und Sporttherapeuteninnen und -therapeuten und Mitarbeitende der Pflege. Die Kosten der tagesklinischen Behandlung, die montags bis freitags erfolgt, werden von der Krankenkasse getragen. Voraussetzung ist die Vorlage einer Einweisung zur teilstationären Behandlung durch die behandelnde Ärztin beziehungsweise den behandelnden Arzt.
Die Tagesklinik in Nettetal ist ein Baustein des rund 500 Millionen Euro großen Investitions- und Finanzierungsprogramms, das die politische Vertretung des LVR für die LVR-Kliniken im Rheinland Ende 2010 beschlossen hat. Rund 3,5 Millionen Euro flossen in das Projekt der neuen Tagesklinik in Nettetal.
Die LVR-Klinik Viersen untersucht und behandelt sowohl erwachsene Menschen als auch Kinder und Jugendliche mit psychischen Störungen. Die Fachklinik verfügt über ein sehr breites Spektrum an moderner Diagnostik und Therapie. Neben der Regelversorgung verfügt die LVR-Klinik Viersen über eine große Zahl von Spezialangeboten im ambulanten, tagesklinischen und vollstationären Bereich sowie in der Rehabilitation.

Die Verantwortlichen vor der Klinik (v.l.n.r.): Monika Berten (Vorsitzende des Krankenhausausschuss 3), Hans Kettler (Stellvertretender Landrat des Kreises Viersen), Dr. Ralph Marggraf (Ärztlicher Direktor der LVR-Klinik Viersen), Martina Wenzel-Jankowski (LVR-Dezernentin Klinikverbund und Verbund Heilpädagogischer Hilfen), Jörg Mielke (Pflegedirektor LVR-Klinik Viersen), Dorothee Enbergs (Kaufmännische Direktorin LVR-Klinik Viersen), Christian Wagner (Bürgermeister der Stadt Nettetal). Foto: Heike Fischer / LVR