Lyrisches Gedenken an jüdische Dichterinnen in St. Remigius

Im Jahr 2022 will die Pfarre St. Remigius wieder jüdischer Dichterinnen und Schriftstellerinnen gedenken, die durch die Shoa ihr Leben oder zumindest ihre Heimat verloren haben – bis hin zur Heimat in der deutschen Sprache.

Viersen – Wie gewohnt findet die Veranstaltung in zeitlicher Nähe zum Tag der Befreiung vom Faschismus am 27. Januar statt. Diesmal kommt Hilde Domin (*1909 in Köln, +2006 in Heidelberg) zu Wort. Das Gedenken mit musikalischer Begleitung ist geplant für Sonntag, 30. Januar 2022, um 17:00 Uhr in der Kirche St. Remigius, Remigiusplatz 11a, 41747 Viersen.

Geboren als Hilde Löwenstein, hieß sie nach ihrer Heirat Hilde Palm. Bekannt wurde sie allerdings unter ihrem Künstlernamen Domin, den sie selbst von der Bezeichnung der Dominikanischen Republik abgeleitet hatte – dem Land, in dem sie mit ihrem gleichfalls jüdischen Ehemann nach ihrer Flucht vor den Nationalsozialisten lange im Exil lebte. Dort begann sie zu schreiben, auch um die traumatische Erfahrung von Flucht und Exil sowie die zunehmende Entfremdung von ihrem Ehemann zu bewältigen. Angesichts des Todes ihrer Mutter 1951 bezeichnete sie ihr Schreiben sogar als Alternative zum Suizid.

1954 kehrte Hilde Domin nach Deutschland zurück, wo sie 1959 ihren ersten Gedichtband „Nur eine Rose als Stütze“ veröffentlichte. In den folgenden Jahrzehnten wurde sie zusehends bekannter und erhielt zahlreiche Preise und Ehrungen. Als Meisterin der freien lyrischen Form hat sie mit ihrem Werk Maßstäbe gesetzt.

Über Gäste freuen sich die Gemeindereferentinnen Claudia Meuser und Claudia Thivessen mit der Theologin und Historikerin Carmen Rothermel. (opm)

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Ein Kommentar

  1. Die Welt gehört jedem Menschen auf der Erde,
    keiner hat sich selbst gemacht,
    alle wollen Brüder oder Schwestern sein,
    aber es gibt auch welche, die lassen keinen anderen rein.

    Ob Fauna oder Flora in unserem schönen Land,
    jeder hat das Beste direkt erkannt
    möchte nur die tollen Sachen sehen oder Studieren,
    auch mit diese Vielfalt Promovieren und nichts verlieren.

    Durch Reitz eines jedem will so einiges Besitzen
    egal was es kostet nur noch Stibitzen,
    es kann nicht sein mit solcher Frust,
    da haben einige keine Lust

    Der erste Hass schon in der Runde,
    dadurch zünden andere schon mit eine Lunte,
    der Streit ist da mit bösem Gefühl
    wie kommt man raus aus dem Gewühl.

    Die Machtkämpfe haben dann ein Ritual,
    das ist den normalen Menschen ganz egal,
    doch unter der Faschistenzeit ein einseitiges verurteilen war es keiner bewusst,
    bei Flucht und Exil sogar die Entfremdung was für ein Stiel und viele waren Verdruss

    Der Faschismus es musste eine Befreiung her,
    Die Nationalsozialisten hatten keine Befugnis dafür,
    was sie antaten die Juden zu Beseitigen in Fülle,
    mir kommt es hoch als trink ich Gülle.

    Das kann nicht sein und ist nicht war,
    sowas gab es damals und nicht rar,
    Menschen ein Handelsvolk in Würde,
    keiner schafft heute die damalige Hürde.

    Sie haben geschaffen was ein jeder Weis
    bei Ihnen lief der Bleistift Heiß,
    Ob alte Gemälde oder alten Kram
    zum Handeln waren Sie niemals Lahm.

    Wenn Sie heute noch unter uns weilen würden,
    Verständnisvoll Kulturen machen keine Misserfolge oder Allüren,
    wir sollten Ihnen öffnen alle Türen,
    dann könnte keiner mehr Verlieren.

    Tag ein Tagaus in der Geselliger Runde stehen,
    sowas darf nicht mehr geschehen,
    Zusammen gehören wir in unsere Natur,
    Glücklich beieinander und viel Kultur.

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