Machbarkeitsstudie attestiert Radschnellverbindung am Niederrhein hohes Potenzial

Eine Radschnellverbindung von Krefeld über Willich bis Mönchengladbach ist sinnvoll und machbar. Zu diesem Ergebnis kommt die Machbarkeitsstudie des Büros H. Berg & Partner GmbH aus Aachen, die die BahnflächenEntwicklungsGesellschaft (BEG NRW) in Auftrag gegeben hatt

Region – Die Studie wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Kreis Viersen und den Städten Krefeld, Willich und Mönchengladbach erstellt.
Ziel der Machbarkeitsstudie war es, neben der ersten Untersuchung von Varianten eine Prognose der Nutzerzahlen durchzuführen, weil das Land NRW seine Unterstützung für einen Radschnellweg von bestimmten Kriterien abhängig macht. So müssen den Radweg zum Beispiel im Durchschnitt 2.000 Radfahrer pro Tag nutzen. Die Gutachter prognostizieren nun für den Radschnellweg Krefeld – Willich – Mönchengladbach sogar ein höheres Aufkommen: Zwischen Krefeld und dem Willicher Norden sind danach im Schnitt über 5000 Radfahrer pro Tag zu erwarten, im Bereich der Stadt Willich ist mit rund 3500 Radfahrern täglich zu rechnen. Entsprechend positiv beurteilen die Gutachter die Förderfähigkeit des Radwegs durch das Land NRW.

Die Studie ist der erste Schritt auf dem Weg zur Realisierung des Radschnellwegs. Landrat Dr. Andreas Coenen sagt: „Ich freue mich, dass die Planungen zum Radschnellweg nun Fahrt aufnehmen. Das gemeinsame Vorhaben passt hervorragend zum Radverkehrskonzept des Kreises, mit dem wir mehr Menschen motivieren wollen, für den Weg zur Arbeit aufs Rad umzusteigen.“
Wie der Kreis Viersen wollen auch die Städte Krefeld, Willich und Mönchengladbach den Radverkehr stärker fördern. Bereits 2016 beteiligten sich die Kommunen zusammen am StadtUmland-Wettbewerb des Landes NRW mit der Idee einer regionalen Radtrasse unter Anbindung der Hauptbahnhöfe. Gemeinsam mit der BEG NRW planen sie nun eine schnelle Radverbindung auf der ehemaligen Bahnstrecke Mönchengladbach – Willich – Krefeld. Die BEG NRW hat auf diesem Gebiet bereits langjährige Erfahrungen und ist in das Projekt mit Rat und Tat eingestiegen.

Die Radschnellverbindung soll in weiten Teilen auf oder entlang der ehemaligen Bahntrasse zwischen Mönchengladbach und Krefeld verlaufen. Sie wird die beiden Großstädte auf einer etwa 17 km langen Strecke über die Stadt Willich miteinander verbinden. Eine Radschnellverbindung ist baulich vom Auto-, aber auch Fußverkehr getrennt und verfügt über ausreichend Raum, anderen Radfahrern zu begegnen oder in der eigenen Richtung zu überholen – die Trasse muss also vier Meter breit sein. Im Idealfall ist sie beleuchtet. Durch die möglichst gerade Führung ist eine konstant hohe Geschwindigkeit möglich. Besonders für Berufs- und Ausbildungspendler ist die Radschnellverbindung daher interessant. Gregor Nachtwey, technischer Beigeordneter der Stadt Willich betont: „Über die Verbindung werden zahlreiche Gewerbegebiete in Stadtrandlagen erschlossen. Viele Beschäftigte in den Betrieben erhalten somit eine echte Alternative zum Auto.“

Die Studie wird nun parallel den politischen Gremien der projektbeteiligten Kommunen vorgestellt und dort beraten. Den Auftakt der Beratungen machen die politischen Gremien in der Stadt Mönchengladbach mit den Bezirksvertretungen Nord und Ost am 13. bzw. 14. Mai und dem Planungs- und Bauausschuss am 26. Mai. In Krefeld wird die Studie voraussichtlich im Juni in die politischen Gremien eingespeist werden. In Willich soll die Studie am 10. Juni präsentiert werden – aufgrund der aktuellen Lage kann zum jetzigen Zeitpunkt jedoch noch keine Aussage darüber getroffen werden, ob der Ausschuss in Willich an dem genannten Termin tatsächlich tagen kann. Im Kreis Viersen wird die Studie im Ausschuss für Planung, Bauen und Umwelt am 16. Juni von den Gutachtern vorgestellt und politisch beraten.

Andreas Budde, Dezernent für Planen, Bauen und Umwelt des Kreises Viersen, erklärt: „Der Kreis Viersen hat die kommunalen Partner seinerzeit im Rahmen des StadtUmland-Wettbewerbs an einen Tisch geholt. Jetzt gilt es, die positiven Ergebnisse der Studie zu nutzen und den Prozess fortzuführen.“
Sofern die politischen Gremien in den projektbeteiligten Städten und im Kreis Viersen die Machbarkeitsstudie positiv bewerten, können weitere Planungsschritte initiiert und mit dem potenziellen Fördermittelgeber, dem Land NRW, erörtert werden.