Manfred Webels Kunst darf und soll berührt werden – Eine Verbindung der besonderen Art

Auf seiner dreijährigen Tournee durch NRW legt der Paderborner Künstler Manfred Webel aktuell in Viersen einen Stopp ein und lässt zu, was eigentlich eher verboten ist: Seine Kunst darf angefasst und berührt werden, ja sogar zum auf ihr Liegen fordert sie auf. 
Von RS-Redakteurin Claudia-Isabell Schmitz

Viersen – Die übergroße rote Bewegungsskulptur „Monami“ zog die Aufmerksamkeit schnell auf sich. Zumindest zeitweise aufgestellt an der Viersener Festhalle ist sie Teil der Kunstaktion „Bitte berühren!“, mit welcher der Paderborner Künstler Manfred Webel seit Samstag in Viersen gastiert und mit „BERÜHREN – BEWEGEN – BEFREIEN, die drei Kräfte Partizipativer Skulptur“ zwölf Städte und Zehntausende Menschen verbinden möchte. „Nach einer Zeit der Isolation will ich mit dieser Aufforderung zur Berührung nicht provozieren, sondern ermutigen. Diese Skulptur will berührt und bewegt werden. Berühren ist die universelle Sprache, die alles miteinander verbindet“, so Manfred Webel.

Auf seiner dreijährigen Tournee durch NRW legt der Paderborner Künstler Manfred Webel aktuell in Viersen einen Stopp ein und lässt zu, was eigentlich eher verboten ist. Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Hierzu hat er seinen mobilen roten Kunst-Container an der Städtischen Galerie im Park angedockt und hat alles dabei, damit alle – und ganz besonders Kinder und Jugendliche – mit dem Künstler in seiner Kunstwerkstatt der Fantasie freien Lauf lassen können.

Bis 22. August stehen seine Skulpturen in Viersen im Blick, müssen manchmal ausgebuddelt oder bekleidet werden. Der Titel „Bitte berühren!“ sei doppelt brisant, so der Künstler: „Schon immer waren Berührungen in der Kunst tabu, derzeit sind sie es auch im Sozialen.“ Berührt, bewegt und befreit werden ist die Grundphilosophie von Webels Kunst: „Bitte berühren Sie meine Skulpturen! Nehmen Sie sie in die Hand, drehen Sie sie, bewegen Sie sie. Skulpturen wollen befreit werden, was erleben. Mit Ihnen!“, so der NRW-Kulturpreisträger.
Mit der für Kunst ungewöhnlichen Aufforderung verschwindet der fast immer vorgegebene Abstand, während die wechselnden Beziehungen zwischen Raum, Haptischem und Realen ein lebendiges Miteinander erschafft. Nach so vielen Monaten Lockdown nimmt diese Kunst einen fast vergessenen Raum in der Öffentlichkeit ein und verbindet Menschen, die noch vor kurzem in Abgeschiedenheit mit einer ungewohnten Situation lebten.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Galerie und Container sind von Montag bis Samstag von 14 bis 18 Uhr und am Sonntag von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Zu diesen Zeiten ist Manfred Webel anwesend und freut sich auf alle kreativen Besucherinnen und Besucher. Der Zusammenschluss von rund 80 Mitgliedsstädten fördert „Bitte berühren!“ als offizielles Projekt mit Unterstützung des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen. (cs)

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming