Maria Laftsidis-Krüger entführt ihre Leser „Vom Pontos in den Pott“

Der autobiographische Roman erzählt die Geschichte des Uropas der Autorin, welcher während der Kleinasiatischen Katastrophe 1921 als 11-jähriger vom Schwarzen Meer nach Griechenland fliehen musste.

Literatur – Es ist die Tragik eines Krieges und was diese auslöst in Familien und deren Kindern, die auf 440 Seiten beschrieben wird. Dicht an den Protagonisten nimmt die Geschichte den Leser mit auf eine Reise zwischen Heimatverlust, Heimatsuche und jener Flucht, die man nie mehr vergisst.

Die Kinder jener Flüchtlinge wandern (bedingt dadurch, dass sie nicht heimisch und immer als Flüchtlinge aus Kleinasien angesehen wurden) mit den ersten Arbeitsverträgen aus Deutschland in den 1960ern aus.

Unter ihnen ist auch der Vater der Autorin, der mitten im Ruhrpott seine große Liebe findet und statt für drei Monate ein ganzes Leben in Wanne-Eickel bleibt. Der Roman hat in erster Linie die Familiengeschehnisse im Focus und kommt ohne jegliche Schuldzuweisungen aus. Zudem beschreibt er sehr kurzweilig ein Stück europäischer Geschichte, die in Deutschland eher unbekannt. ist.

Es geht um die Vertreibung kleinasiatischer Griechen aus ihrer mehr als zweitausend Jahre alten Heimat. Es geht um die Ansiedlung der unerwünschten Flüchtlinge in der alten Heimat, von Menschen, die anders aussehen und sprachen, die anders aßen, sangen und wenn sie Griechisch sprachen, dann so anders und mit einem merkwürdigen Zungenschlag, der so an das Altgriechisch der Antike erinnerte.

Es ist die Geschichte einer Assimilation unerwünschter Menschen in einen Staat,der nach einem verlorenen Krieg am Rand der finanziellen Existenz stand und außer schlimmern Lagern den von Heimweh gepeinigten Landsleuten nichts bieten konnte. Es ist die Geschichte von fleißigen Menschen, die sich nicht aufgaben und sich in der ungewohnten „Heimat“ ein neues Leben und Auskommen schafften mit einem Zusammenhalt und Elan, der seinesgleichen suchte. Und es ist die Geschichte einer erneuten wirtschaftlichen Entwurzelung, die Tausende junger Griechen noch einmal in die Fremde trieb. Mehr auf epubli.de!