Marienbildstock als tröstendes Zeichen in Erinnerung an Pfarrer Dapper eingesegnet

Petrus schickte bestes Wetter, schließlich wird nicht jeden Tag ein solch besonderer Moment gefeiert. Am Waldhof der Süchtelner Höhen wurde an diesem Wochenende, begleitet von Fahnen und geistlichem Beistand, ein neuer Marienbildstock eingeweiht, der an eine besondere Persönlichkeit der Stadtgeschichte erinnert.
Von RS-Redakteurin Nadja Becker

Viersen-Süchteln – Es war eine bewegende Zeremonie, als die Musik die Wipfel der Süchtelner Höhen erreichte, während die Seele ein Gefühl von Ruhe und Frieden empfang. Die Einsegnung neuer Marienbildstöcke wird in unserer modernen Zeit immer seltener. Umso bewegender war die aktuelle Einsegnung am Waldhof der Süchtelner Höhen, wo die Eheleute Walter und Marion Bors eine besondere Erinnerung an den beliebten Süchtelner Pfarrer Heinrich Dapper möglich machten.

Foto: Rheinischer Spiegel/Rita Stertz

Heinrich Dapper wurde 1940 zum Priester geweiht und war seit 1965 an St. Clemens in Süchteln als Pfarrer tätig. 1981 verunglückte er tödlich in Österreich bei einem tragischen Bergunfall während einer Familienmaßnahme seiner Pfarre. Auf einer gemeinsamen Wanderung vom unteren zum oberen Rotgüldensee stürzte er ab und konnte, trotz intensiver Suche mit der Mauterndorfer Bergwacht, nicht gefunden werden. Erst einige Wochen später wurde sein Leichnam in einem Wasserfall zufällig durch zwei Glaubensbrüder gefunden.

Heute noch erinnern sich viele Süchtelner gerne an den Geistlichen, der mit seiner den Menschen zugewandten Art und seiner Bodenständigkeit überzeugte. Er selbst spielte leidenschaftlich gerne Skat und so kam es, dass das Süchtelner Ehepaar Walter und Marion Bors 1989 das ein- bis zweimal jährlich stattfindende „Pastor Dapper Gedächtnisturnier“ ins Leben riefen. „Die hierbei erspielen Beträge und die freundliche Unterstützung einiger ortsansässiger Firmen, darunter Kalenborn, Schnäbler und Subasic, erleichterten uns die Errichtung des Bildstockes“, so Walter Bors, der selbst den Marienbildstock entworfen und das Marienfresko erstellt hat.

Foto: Rheinischer Spiegel/Rita Stertz

Hierbei griff er als Künstler auf eine traditionelle Bauweise des Niederrheins zurück. In regional typischer Ziegel- und Basaltbauweise erstellt, wurde das Marienbildstöckchen mit roten Hohlziegeln eingedeckt, welche die stilisierte „Kevelaerer Gottesmutter“ als Trösterin der Betrübten von Wind und Regen abschirmen. Hinter dem handgearbeiteten Schutzgitter leuchtet die Gottesmutter Maria gemeinsam mit Kind in Blau- und Erdtönen, darunter wurde eine Gedenktafel angebracht. „In unserer bewegten Zeit soll er ein tröstendes Zeichen der Hoffnung darstellen“, ergänzt Walter Bors, der sich am Samstag stolz über eine Vielzahl interessierter Gäste freuen durfte.

Begleitet wurde die feierliche Einsegnung durch den Süchtelner Pfarrer Dr. Michael Schlößer, verschiedene Fahnenabordnungen und den Süchtelner Ortsbürgermeister Wolfgang Genenger (CDU), der sich erfreut zeigte, dass diesem historischen Abschnitt der Süchtelner Stadtgeschichte nun auf diese besondere und ehrwürdige Weise gedacht und erinnert wird. „Der Bildstock ist auch eine steingewordene Einladung zum Innehalten und zur Andacht. Wegkreuze und Bildstöcke bezeugen die Anwesenheit Gottes in der Schöpfung und der Natur. Sie sind markante Orientierungspunkt für Wanderer, Spaziergänger oder Radfahrer. Wie der Bildstock dem Wanderer – so schenkt Gott unserem Leben Orientierung und ‚Weg-Weisung‘“, so Pfarrer Dr. Michael Schlößer.

„Wer an diesem Bildstock verweilt oder betet, der bittet um die Fürsprache der Gottesmutter in seinen Anliegen und Sorgen. Der Bildstock ist eine steingewordene Einladung zur Gottes- und Marienverehrung; er lenkt den Blick zum Himmel. Die Säkularisierung und die Pluralisierung unserer christlichen Gesellschaft schreitet mit großen Schritten voran. Kreuze werden teilweise im öffentlichen Raum bewusst abgehängt und christliche Symbole nicht mehr geduldet. Christliche Zeichen oder Bauten sind zunehmend dem Vandalismus ausgeliefert. Die Erosion des christlichen Glaubens scheint unaufhaltsam und viele Christen scheuen ein aufrechtes Glaubenszeugnis aus Menschenfurcht oder aus Angst, nicht mehr ‚mehrheitsfähig‘ zu sein. Deshalb danke ich allen, die einen (materiellen) Beitrag zur Errichtung des Bildstocks geleistet haben.“ (nb)

Foto: Rheinischer Spiegel/Rita Stertz

 

Ein Kommentar

  1. Hier wird betitelt „Marienbildstock als tröstendes Zeichen in Erinnerung an ….eingesegnet“.
    So weit bis hierhin.
    Aber wann wird ähnliches eingesegnet zur Erinnerung an die Menschen,welche unter dem Dach und den Talaren dieser Kirche zu Tausenden misshandelt ,geschändet und für immer verletzt wurden???

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