Maskenpflicht: Was gilt es zu beachten?

Nach und nach beschließen immer mehr Bundesländer, Städte und Gemeinden eine Maskenpflicht. Ab wann ist das Bedecken von Mund und Nase Pflicht? Und was ist beim Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung zu beachten? Hier finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Corona – Manch einer ist kreativ geworden und hat sich selbst einen Mund-Nasen-Schutz genäht, andere kaufen Masken in Apotheken. Einige basteln sich aus Küchenrolle und Taschentuch einen behelfsmäßigen Schutz, andere ziehen Schals oder anderen Textilien über das Gesicht.

Tatsache ist: vielerorts haben Bundesländer, Städte oder Gemeinden das Bedecken von Mund und Nase zur Pflicht gemacht – zumindest in den öffentlichen Verkehrsmitteln und meist auch beim Einkaufen. Ist beispielsweise in Sachsen der Startschuss zum Maskentragen schon gefallen, ziehen die meisten Regionen in den nächsten Tagen nach.

Durch die Maskenpflicht drängen sich vielen Bürgern einige Fragen auf. Wir haben die wichtigsten Antworten zusammengestellt:

Hilft es, eine Maske zu tragen?
Ja – zumindest was die weitere Ausbreitung des Coronavirus betrifft. Zwar schützt die textile Barriere einen selbst kaum vor einer Ansteckung. Sie sorgt aber dafür, dass die feinen Tröpfchen, die beim Husten, Niesen oder Sprechen in die Umgebung gelangen, abgefangen werden. Das ist vor allem dann wichtig, wenn jemand mit dem Virus infiziert ist, aber keinerlei Symptome hat und deshalb wahrscheinlich nichts von seiner Infektion ahnt.
Das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung ist aber nur ein Baustein, um die Verbreitung von Sars-CoV-2 einzudämmen. Noch viel wichtiger ist, dass Sie die Hygiene- und Abstandsregeln auch zu Ihrem eigenen Schutz einhalten.

Welche Arten von Masken gibt es?
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Mund und Nase abzudecken und so die Umgebung vor den Tröpfchen zu schützen. Dazu gehören Einwegmasken, selbstgenähte Mehrwegmasken, medizinische Masken, aber auch ein Schal oder ein anderes Kleidungsstück, kann eine Barriere bieten.

Foto: TerriAnneAllen/Pixabay

Woher bekomme ich eine Mund-Nasen-Maske?
Sie können die Behelfsmasken entweder selbst nähen oder kaufen. Manch Schneider um die Ecke bietet derzeit fertige Textilmasken an. Auch im Internet werden derzeit genähte Masken verkauft. Ein Blick in die sozialen Netzwerke kann ebenfalls nützlich sein: Hier verkaufen zurzeit Privatpersonen genähte Schutzmasken. Die Preise schwanken dabei erheblich.
Achten Sie beim Kauf darauf, dass die Maske Mund, Nase und Wangen bedeckt. Außerdem sollte sie aus einem dichten Stoff bestehen (z. B. Baumwolle) und zur Kochwäsche geeignet sein.
Haben Sie keine Maske bekommen und fehlt Ihnen die Möglichkeit zum Nähen, dann können Sie auch mit Schals oder Tüchern Mund und Nase bedecken.

Muss ich eine medizinische Maske kaufen?
Nein. Medizinische Masken sind für alle Einrichtungen im Gesundheitswesen, wie Krankenhäuser, Operationssäle und Pflegeeinrichtungen vorgesehen. Da es in den vergangenen Wochen immer wieder zu einem Engpass kam, sollten Privatpersonen davon absehen, medizinische Masken zu kaufen.
Zur Eindämmung der Virusverbreitung sind einfache Baumwollmasken im privaten Bereich ausreichend.

Ich möchte eine Maske nähen – welcher Stoff ist richtig?
Für selbstgenähte Masken verwenden Sie am besten ein Material, durch das Sie gut atmen können und das bei mindestens 60 Grad waschbar ist. Ein Beispiel ist 100-prozentige Baumwolle. Je enger der Stoff gewebt ist, desto besser hält er die Atemtröpfchen zurück.
Verwenden Sie keinen zu dicken Stoff, der die Atmung stark einschränkt, wie beispielsweise Vlies. Das kann vor allem für Menschen mit einer Atemwegserkrankung gefährlich werden.
Aber auch Material mit zu großen Poren ist nicht geeignet – das hält die Atemtröpfchen nicht auf.

Wo finde ich eine Anleitung zum Maskennähen?
Wenn Sie sich eine Mund-Nasen-Maske selbst nähen wollen, gibt es im Internet zahlreiche Schnittmuster und Schritt-für-Schritt-Anleitungen.
Auch wer keine Nähmaschine hat, nicht nähen kann und alle Masken in den Läden bereits vergriffen sind, der bekommt im World Wide Web Hilfe. Einen Behelf können Sie beispielsweise aus Küchenrolle, Taschentuch und Gummibändern basteln.

Wie erkenne ich, dass die Maske dicht genug ist?
An einem einfachen Test: Wenn Sie den Stoff vor den Mund halten und kräftig pusten, sollten Sie bei einer guten Maske nur ein bisschen Wärme spüren, aber auf keinen Fall den Luftzug. Wenn Sie den Luftzug normal spüren, ist die Maske als Schutz für Sie selbst und andere ungeeignet.

Ist ein Filter in der Maske notwendig?
Nein, für den alltäglichen Gebrauch ist keine Maske mit Filter notwendig.
Personen, die einer Risikogruppe angehören und bei denen deshalb ein schwerer Krankheitsverlauf wahrscheinlicher ist, sollten allerdings nach ärztlicher Rücksprache partikelfiltrierende Masken tragen.
Diese Masken werden auch FFP2- oder FFP3-Masken genannt. Sie gehören beim Arbeitsschutz und auch im medizinischen Bereich zur Standardausrüstung. Sie filtern zuverlässig Staubpartikel und Viren aus der Luft und schützen den Träger. Allerdings können insbesondere FFP3-Masken die Atmung extrem erschweren.
Halten Sie sich beim Tragen der Masken unbedingt an die ärztlichen Anordnungen.

Wie ziehe ich die Maske richtig an und aus?
Waschen Sie sich vor dem An- und Ausziehen der Maske immer Ihre Hände – mit warmem Wasser und Seife, am besten 20 bis 30 Sekunden lang. So beugen Sie einer Schmierinfektion vor. Dabei gilt auch: Versuchen Sie trotz Händewaschen das Gesicht nicht zu berühren, um eine Übertragung auf die Schleimhäute von Mund, Nase und Auge zu vermeiden.
Berühren Sie insbesondere nicht die Innen- und Außenseite des Schutzbehelfs. Und: Waschen Sie sich auch nach dem Ausziehen die Hände. Schließlich können Virus-haltige Partikel, die zuvor auf dem Stoff der Maske saßen, nun an Ihren Händen kleben.

Wie trage ich eine Mund-Nasen-Bedeckung richtig?
Achten Sie darauf, dass die Alltagsmaske Mund, Nase und Wangen bedeckt. Außerdem sollten die Ränder eng anliegen. Versuchen Sie außerdem, beim Tragen so wenig wie möglich ins Gesicht oder an die Maske zu greifen, um sie beispielsweise zurechtzuzupfen.
Ziehen Sie die Maske auch nicht ab, während Sie diese im öffentlichen Raum aufhaben – auch dann nicht, wenn Sie sich vermeintlich geschützt fühlen. Denn es gilt: Mit jedem Griff ohne vorheriges Händewaschen, erhöhen Sie das Risiko, Viren Richtung Mund und Nase zu befördern.

Wie oft muss ich die Maske wechseln?
Das hängt von der Art der Mund-Nasen-Bedeckung ab. Besitzen Sie noch Einwegmasken aus früheren Zeiten, dann ist ein Wechsel nach spätestens zwei Stunden empfehlenswert. Textile Barrieren aus Baumwolle können sie etwa vier Stunden lang tragen. Entscheidend ist aber die Durchfeuchtung: Ist die Maske klamm von Schweiß und Speichel, dann sollte sie rasch gewechselt werden. Waschen Sie die Maske dann auch schnellstmöglich – Feuchtigkeit ist nämlich der ideale Nährboden für Keime.

Wie reinige ich die textile Mund-Nasen-Bedeckung?
Damit der Schutz erhalten bleibt, muss die Maske täglich gereinigt werden. Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten. Wichtig bei allen Methoden: Fassen Sie die Innenseite der Maske nicht an. Wenn Sie die Maske nicht sofort reinigen, lassen Sie sie nach dem Tragen zunächst trocknen.

Waschen: Sie können die Masken mit einem speziellen Hygienewaschmittel, das Viren abtötet, oder bei höheren Temperaturen (mindestens 60 Grad Celsius) waschen. Wenn Sie nur die Masken reinigen wollen, können Sie diese auch für einige Minuten in einen Topf mit kochendem Wasser geben. Danach trocknen lassen.

Bügeln: Wenn Sie die Maske bei weniger als 60 Grad Celsius gewaschen haben, stellt das Bügeleisen sicher, dass die Viren absterben. Bügeln Sie mehrmals und möglichst mit heißem Wasserdampf über die Maske und lassen Sie diese anschließend trocknen.

Backofen: Backen Sie die Maske eine halbe Stunde lang bei mindestens 70 Grad Celsius. Das tötet das Coronavirus ab. Sobald die Maske abgekühlt ist, können Sie diese wieder verwenden.

Kann ich eine Maske mehrmals verwenden?
Eine Alltagsmaske können Sie wiederverwenden – sofern sie nach jedem Tragen gründlich gereinigt wird.
Anders ist das bei dünnen Einwegmasken, zum Beispiel aus der Apotheke. Diese sind nicht zum mehrmaligen Tragen geeignet. Je länger sie getragen werden, desto weniger Schutz bietet die dünne Stoff-Barriere.

Wie bewahre ich die Mund-Nasen-Maske richtig auf?
Lagern Sie gereinigte Masken an einem trockenen und sauberen Ort, beispielsweise in einem ausgekochten und getrockneten Behälter. Schmutz und Feuchtigkeit hingegen sind Erregern ein idealer Nährboden. Noch nicht gewaschene Masken bewahren Sie am besten in einem luftdicht verschlossenen Behälter auf.

Müssen meine Kinder auch eine Maske tragen?
Das ist von Bundesland zu Bundesland verschieden. Beispielsweise müssen in Bayern Kinder ab sechs Jahren eine Maske tragen, in Sachsen soll dies jedes Kind tun, das dazu in der Lage ist.
Aktuell verbreitet ein Whatsapp-Kettenbrief Angst und Unsicherheit im Bezug auf Atemschutzmasken bei Kindern. In ihm steht, unter der Maske sammle sich zu viel Kohlenstoffdioxid, was eine Atemlähmung bei Kinder zur Folge haben soll.
Ein Experte hat nun Entwarnung gegeben: “Gerade die selbstgenähten Masken sind ja so konzipiert, dass der Stoff vor Nase und Mund sitzt und davor schützen soll, dass beim Husten oder Niesen die Tröpfchen beziehungsweise das Aerosol nach außen dringen“, sagt der Kinderarzt Michael Achenbach im Interview mit „Bild“. Selbst beim Tragen einer Maske kommt genug Sauerstoff in die Lunge.

Wo gilt die Maskenpflicht?
Die folgenden Bundesländer haben inzwischen eine Maskenpflicht eingeführt:
Baden Württemberg (ab Montag, 27. April): Einkaufen, öffentlicher Nahverkehr
Bayern (ab Montag, 27. April): Einkaufen, öffentlicher Nahverkehr
Berlin (ab Montag, 27. April): öffentlicher Nahverkehr
Brandenburg (vermutlich ab Montag, 27. April): öffentlicher Nahverkehr
Bremen (angekündigt für Montag, 27.April): Einkaufen, öffentlicher Nahverkehr
Hamburg (ab Montag, 27. April): Einzelhandel, Wochenmärkte, öffentlicher Nahverkehr
Hessen (ab Montag, 27 April): Läden, öffentlicher Nahverkehr
Mecklenburg-Vorpommern (ab Montag, 27 April): öffentlicher Nahverkehr
Niedersachsen (ab Montag, 27. April): Einzelhandel, öffentlicher Nahverkehr
Nordrhein-Westfalen (ab Montag, 27. April): Einkaufen, öffentlicher Nahverkehr
Rheinland-Pfalz (ab Montag, 27. April)
Saarland (ab Montag, 27. April)
Sachsen: Geschäfte und öffentlicher Nahverkehr
Sachsen-Anhalt (ab Donnerstag, 23. April): Einkaufen, öffentlicher Nahverkehr
Schleswig-Holstein (ab Mittwoch, 29. April): Einzelhandel, Märkte, öffentlicher Nahverkehr
Thüringen (ab Freitag, 24. April)

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Lisa Vogel, Medizinredakteurin, LVM-Versicherung – Quellen:
Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte: www.bfarm.de (Abrufdatum: 22.04.2020)
Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin: www.baua.de (Abrufdatum: 22.04.2020)
Robert Koch-Institut RKI: www.rki.de (Abrufdatum: 22.04.2020)
Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik: www.bghw.de (Abrufdatum: 22.04.2020)
Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege: www.stmgp.bayern.de (Abrufdatum: 22.04.2020)
Norddeutscher Rundfunk „Schutzmasken kaufen und richtig tragen“ unter: www.ndr.de (Abrufdatum: 22.04.2020)
Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung unter: www.infektionsschutz.de (Abrufdatum: 22.04.2020)
Focus online zum WhatsApp-Kettenbrief: „Atemmaske-Gefahr für Kinder? Kinderarzt sagt, ob Masken wirklich gefährlich sind“, unter: www.focus.de (Abrufdatum: 22.04.2020)