Mehr als neunzig Jahre Leidenschaft für Aquaristik, Terrarien, Fische & Co.

Sie wirken wie kleine, fast perfekte künstliche Welten, in denen sich die Fische wohlfühlen. Aquarien sind häufig viel mehr als nur eine Dekoration für das Wohnzimmer, sie lassen den Betrachter eintauchen in ökologische Zusammenhänge. Denn wer sich täglich um seine nassen Lieblinge kümmert, der wird ganz nebenbei zum Naturforscher.
Von RS-Redakteur Walter Henning

Viersen – An der Gladbacher Straße war am Wochenende niemand auf der Suche nach dem Comicfisch Nemo, denn seine realen Familienmitglieder waren die Stars am Tag der offenen Tür des Vereins für Aquarien- und Terrarienkunde. 1926 gegründet, trafen sich die heute zwölf Mitglieder des Vereins über viele Jahre im Keller der Viersener Festhalle, seit 2016 haben die zehn Schauaquarien und das neue Meerwasseraquarium einen neuen Raum in der ehemaligen Feldmühle gefunden, der so viel faszinierendes Leben zeigt, dass Besucher gar nicht wissen wo sie zuerst stehen bleiben sollen.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Ökosysteme im Miniaturformat wurden hier aneinandergereiht geschaffen, üben nicht nur eine beruhigende Wirkung auf die Seele auf, sie bieten den Aquarianern die Möglichkeit eine eigene kleine Welt zu erschaffen, jede anders und doch irgendwie verbunden. Sie werden zu Schöpfern dieses Lebensraumes, in dem sie, zumindest fast, alle Faktoren beeinflussen können – wenn sie denn die besonderen Bedürfnisse jedes einzelnen Lebewesens und die Spielregeln der Natur beachten.
Pflanzen, Fische, Schnecken und farbenfrohe Fische, darunter Feuermaulbuntbarsche oder Kuckuckswelse, luden zum Staunen ein und wer dann gerne ein wenig fachsimpeln wollte, der fand schnell Anschluss bei den Vereinsmitgliedern, die mit Stolz auch ihr neustes Ausstellungsstück, ein über zwei Meter langes Meerwasserbecken, präsentieren konnten.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Korallen, Seeanemonen und Clownfische tummeln sich in dem riesigen Glaskasten, der fast wie eine surreale Landschaft wirkt. 1.280 Liter fasst das neue Aquarium, welches erst seit Ende September die Räume ziert und von einem Aquarianer stammt den die Reiselust gepackt hat. Damit das besondere Angebot erhalten werden kann, ist der Verein momentan auf der Suche nach neuen Mitgliedern. Noch in den 70er-Jahren, wollten so viele Interessierte Mitglied werden, dass der Verein einen Aufnahmestopp verhängen musste, mittlerweile sind die ersten Mitglieder über 80 Jahre alt und der Nachwuchs fehlt.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Wer einmal „schnuppern“ möchte, der findet in dem Vorsitzenden Georg Kruse und den Mitgliedern des Vereins kompetente Ansprechpartner, oder er schaut einfach einmal an einem vierten Dienstag im Monat an der Gladbacher Straße 198 vorbei – dann nämlich präsentiert der Verein einen Videoabend mit Fachfilmen. Gäste sind auch bei den Vereinsabenden immer willkommen und finden in den Vereinsräumen eine umfangreiche Fachbibliothek vor. Erste Eindrücke gibt es auf Facebook oder Instagram, telefonisch ist der Verein für Aquarien- und Terrarienkunde in Viersen unter 02162 353339 erreichbar. (wh)