Mehr Teilhabe, aber noch nicht überall

Mehr Menschen mit Schwerbehinderung arbeiten, in Bus und Bahn gibt es weniger Barrieren, die Wahlbeteiligung steigt: Der Dritte Teilhabebericht der Bundesregierung über die Lebenslagen von Menschen mit Beeinträchtigungen zeigt, dass sich für die Betroffenen vieles zum Positiven entwickelt hat. Aber es gibt auch Bereiche, in denen die Entwicklung stagniert.

Deutschland – Aus dem Dritten Teilhabebericht der Bundesregierung über die Lebenslagen von Menschen mit Beeinträchtigungen gehen viele positive Entwicklungen hervor. So sind beispielsweise mehr Menschen mit Schwerbehinderungen in Arbeit und auch Barrieren in öffentlichen Verkehrsmitteln nehmen ab.

Neben den Fortschritten an wichtigen Stellen gibt es aber auch Bereiche, in denen die Entwicklung stagniert oder leicht rückläufig ist. So ist die Zahl der Auszubildenden mit anerkannter Schwerbehinderung zwar gestiegen, doch sie bleibt insgesamt weiter sehr niedrig. Außerdem beurteilen Menschen mit Beeinträchtigungen ihren Gesundheitszustand häufig negativer und ihre soziale Teilhabe bleibt weiter eingeschränkt. Vor allem in der Corona-Pandemie haben sich diese Einschätzungen gefestigt.

Der Teilhabebericht ermöglicht es der Bundesregierung, Fortschritte bei der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention zu beurteilen und geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um die Lebenssituation von Menschen mit Behinderungen weiter zu verbessern. In dieser Legislaturperiode hat die Bundesregierung zum Beispiel mit dem Budget für Ausbildung und dem Budget für Arbeit die Chancen für Menschen mit Behinderungen ausgebaut, auf dem regulären Ausbildungs- und Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. (opm/Bund)

Foto: Steve Buissinne/Pixabay

Ein Kommentar

  1. Die hier notwendige positive Entwicklung geht nur äußerst schleppend voran, vor allem auf dem Arbeitsmarkt.
    Wirtschaft und Politik setzen in diesem Bereich ihre Prioritäten zu sehr auf die finanzielle Seite. Investitionen ? Zögerliches „Ja“, denn diese ist man nur bereit zu tätigen, wenn anschließend der finanzielle Gewinn deutlich über der Investition liegt.

    Dann der eventuelle Zeit,- u. Personalaufwand, Menschen mit Handicap, Behinderte etc. brauchen mehr Zuwendung und „die werde ich ja so schnell nicht mehr los“…..
    Letzteres habe ich so am eigenen Leib im Vorstellungsgespräch erlebt!

    In den Niederlanden werden solche Diskussionen kaum geführt. Hier ist es völlig normal, dass behinderte Menschen, ob mit Trisomie 21, amputierten Gliedmaßen, geistiger oder psychischer Beeinträchtigung usw. in den Arbeitsmarkt integriert werden.

    Sie werden von den anderen Mitarbeitern als vollwertige und leistungsfähige Kollegen angesehen und behandelt. Hier gelten alle als normal und nicht als fremde Spezies.

    In den Niederlanden ist Inklusion nichts besonderes, sondern völlig normal.

    Inklusion und Behindertengerechtigkeit muss gelebt werden. Diskussionen verschleppen notwendige Maßnahmen in allen Bereichen.

    Es muss Schluß sein mit diskutieren und planen. Es muss angepackt werden. Barrierefreiheit SCHAFFEN, nicht planen!

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