MG: Anwohner erbost über nächtlichen Brückenbaulärm

Die nächste Bauphase zur Erneuerung der Brücke Viersener Straße über die Hermann-Piecq-Anlage sorgt für breiten Unmut bei Anwohnern in einem größeren Radius. Noch bis zum Freitag ist der Baulärm in der Nacht so umfangreich, dass an Schlaf bei vielen nicht zu denken ist.
Von RS-Redakteurin Nadja Becker

Mönchengladbach – Momentan bleibt den Anwohnern um die Baustelle an der Viersener Straße nur warten, denn noch bis zum Freitag dauern die lärmintensiven Störungen in der Nacht an. Für viele Anwohner unverständlich, die in den letzten Tagen nicht durchschlafen konnten. „Als Anwohnerin der Kaldenkirchener Straße in Mönchengladbach habe ich natürlich verfolgt, dass wegen des Teilneubaus der Brücke über die Hermann-Piecq-Anlage an der Viersener Straße erhebliche Verkehrseinschränkungen durchgeführt werden sollten“, so eine Anwohnerin. „Hierauf habe auch ich mich als Bürgerin eingerichtet. Völlig kalt erwischt wurde ich aber in der letzten Nacht davon, dass bereits kurz nach drei Uhr massives Hämmern einsetzte, dass ich zunächst für Gewittergrollen, Erdbeben, oder ein Strahlenflugzeug gehalten habe. Es dauerte einige Zeit, bis mir klar wurde, dass es sich hierbei um Baulärm handeln musste, obwohl mir bis dahin immer noch nicht klar wurde, warum und unter welchen Umständen der Einsatz eines Presslufthammers Mitten in der Nacht bis weit in den Vormittag hinein notwendig sein sollte. So ging ich erstmals davon aus, dass es sich um irgendeinen Notfalleinsatz handeln müsse, obwohl das Ertönen von Notfall-Sirenen unterblieb. Der Lärm war dermaßen unerträglich, dass meine Nacht sehr wenig mit erholsamem Schlaf zu tun hatte.“

Bereits im Vorfeld hatte die Stadt Mönchengladbach in einem Schreiben über die nächste Bauphase zur Erneuerung der Brücke informiert. Für den eigentlichen Rückbau der alten tragenden Betonkonstruktion und die Montage der neuen Stahlkonstruktion muss die Hermann-Piecq-Anlage für den gesamten Verkehr bis Dienstag, 20. April für 14 Tage vollgesperrt werden. Ein Teil der Arbeiten wurde gezielt in die Ferienzeit gelegt, um die Verkehrsbeeinträchtigungen vor allen Dingen während des Berufsverkehrs so gering wie möglich zu halten. Um die Vollsperrung so kurz wie möglich zu halten seien Nachtarbeiten unumgänglich, informiert die Stadt auf Nachfrage.

„Was ich hierbei unter anderem nicht verstehe ist der Fakt, dass wir uns seit Monaten im Corona-Lockdown befinden und insofern eh davon auszugehen ist, dass der Verkehr nicht mehr der Gleiche ist wie vor Corona. Von einem erhöhten Verkehrsaufkommen oder ähnlichem, welches durch die Baumaßnahme gestört werden würde, kann nun wirklich nicht die Rede sein“, berichtet ein weiterer Anwohner. „Der Hinweis bzw. die Möglichkeit in ein Hotel (welches?) zu ziehen, finde ich schon absurd. Soll hier beispielsweise ein komplettes Krankenhaus evakuiert werden? Welches Hotel gibt einem denn Unterschlupf, wo sich doch alles im Lockdown befindet? Am besten vielleicht noch das Dorint.“

Bis zum Freitag sollen die lärmintensiveren Arbeiten abgeschlossen sein, zudem bleibt die Brücke bis zur Fertigstellung im Oktober 2021 für den Gesamtverkehr gesperrt. Im Rahmen von Bauwerksprüfungen wurden Ende 2019 Schäden festgestellt, die die Tragfähigkeit der Brücke beeinträchtigen. Danach galt eine Gewichtsbeschränkung für Fahrzeuge mit mehr als 30 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht.

„Offenbar meint die Stadt ich müsste nun die nächsten Nächte ohne jegliche Vorwarnung auch weiterhin kein Auge zu tun. Ich frage mich, wie es den Patienten im Krankenhaus Bethesda geht, dass quasi direkt neben dieser Baustelle liegt. Dort muss der für uns schon unerträgliche Lärm ganz und gar unaushaltbar sein“, berichtet ein 54-Jähriger, der in den letzten Tagen die Bauarbeiten von seinem Büro aus verfolgen konnte und nur wenige Straßen weiter Zuhause ist. „Die Verwaltung meint offenbar, durch die Genehmigung dieser unverhältnismäßigen Nachtarbeiten könne der Zeitraum der Vollsperrung verringert werden. Der Mehrwert, der hier durch die Nachtarbeiten, unter Hinnahme von Nachzuschlägen zu Lasten des Steuerzahlers, entstehen soll, erschließt sich mir daher ganz und gar nicht. Ich denke schon, dass es den Bürgern viel lieber wäre noch eine Woche länger Umwege zu fahren, anstatt eine ganze Woche nicht schlafen zu können.“ (nb)

Die nächste Bauphase zur Erneuerung der Brücke Viersener Straße über die Hermann-Piecq-Anlage sorgt für breiten Unmut bei Anwohnern in einem größeren Radius. Noch bis zum Freitag ist der Baulärm in der Nacht so umfangreich, dass an Schlaf bei vielen nicht zu denken ist. Foto: Rheinischer Spiegel

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