Mia I. und Ben I. machten in Süchteln den närrischen Reigen komplett

Der karnevalistische Süchtelner Nachwuchs musste bis ins neue Jahr auf das neue Kinderprinzenpaar warten. Am Sonntag war es endlich soweit, als der Mittag ganz alleine Ben und Mia gehörte. Mit der Übergabe der Insignien der jecken Macht strahlten die neuen Tollitäten und bewiesen, dass der närrische Virus auch in dieser Session erneut zwei echte Karnevalisten befallen hat.
Von RS-Redakteur Dietmar Thelen

Viersen-Süchteln – Die kleinen Süchtelner Narren regieren in diesem Jahr Ben I. und Mia I., für die die jecken Bühnen nicht mehr unbekannt sind. Prinz Ben (Breitsprecher) wurde der närrische Virus bereits in die Wiege gelegt. „Wie ich an Karneval komme? Das kann ich euch genau erzählen“, so der 9-Jährige. „Mein Vater ist seit klein auf immer in Karnevalsvereinen gewesen. Damals war es die „KG Spaß an der Freud“ und heute begleitet er jedes Jahr das Kinderprinzenpaar der Brook Müerkes, welches mein Uropa Günther Schelkes mitgegründet hat. In der Session 2015/2016 war mein Onkel Kinderprinz und ab da habe ich jedes Jahr gefragt, wann ich das machen darf. Und nun ist es endlich soweit.“ Mittlerweile muss der Karneval allerdings mit seinem größten Hobby Borussia Mönchengladbach konkurrieren – auch etwas, was der junge Prinz von seinem Vater „geerbt“ hat. „Außerdem spiele ich sehr gerne Tischtennis und gehe gern schwimmen. Des Weiteren liebe ich es in Freizeitparks zu gehen. Achterbahnen und alles was dazu gehört sind einfach klasse.“

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Als seine Prinzessin wird Mia (Neugebauer) die Herzen der Karnevalisten erobern. Ein Jahr älter als Ben, besucht sie die 5. Klasse des Erasmus-von-Rotterdam-Gymnasiums in Viersen. „Meine Lieblingsfächer dort sind Kunst und Sport“, sagt die Süchtelner Kinderprinzessin. „In meiner Freizeit fahre ich gerne Inliner. Außerdem male und bastele ich sehr gerne. Wie es sich für ein Mädchen gehört gehe ich auch sehr gerne shoppen.“ Der närrische Virus allerdings hat sie erst etwas später infiziert, denn ihre Eltern begleiteten in der Session 2013/2014 als Minister das Prinzenpaar und seitdem ist sie dabei. „Als die KG De Brook-Müerkes 1979 e. V. an mich herangetreten ist, ob ich nicht für die Session 2019/2020 zusammen mit dem Prinzen Ben I. das Kinderprinzenpaar bilden möchte, habe ich gerne zugesagt.“

Gefeiert wurde ihre Inthronisierung von Gästen aus der ganzen Region und so konnte Michael Fritsch seinen Blick über einen vollbesetzten Saal schweifen lassen, bevor dem Glück des Tages auch eine Träne vorangehen musste. So, wie es im Karneval Brauch ist, wurde zunächst das letztjährige Prinzenpaar, Elias I. und Sabrina I., verabschiedet – unter Beifall, mit großem Dank für eine wunderbare Session und mit Unterstützung des „großen“ Süchtelner Ex-Prinzenpaares bei ihrem schweren Gang auf die Bühne. Gregor und Daniela ließen sich einen letzten Tanz mit den kleinen Tollitäten nicht nehmen, bei dem der Ex-Prinz erneut bewies, dass er beim Robben eine ebenso gute Figur machte wie der närrische Nachwuchs.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Nie ist es einfach, wenn das Kinderprinzenspiel endet und doch folgt auf diesen traurigen Moment das Glücksgefühl für die neuen Tollitäten. Prinz Ben I. und Prinzessin Mia I. brachten traditionell ihre elf närrischen Punkte vor, die die Fahrt zur Borussia zu einem Pflichttermin machten oder den Grundstein für ein eigenes Atelier legten. Ebenfalls ein Freizeitpark, eine Shopping-Mall und ein Schwimmbad würden Süchteln gut zu Gesicht stehen, fanden die kleinen Tollitäten, die zudem den stetigen Hundekot auf den Straßen der Stadt ansprachen oder Tischtennisplatten am Lindenplatz forderten.
Ihr Lied, begleitet von den bekannten Schlümpfen, wird ab nun regelmäßig auf den Bühnen erschallen und ebenso regelmäßig werden die Gäste ihren Gesang mit Beifall begleiten.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Auf der Bühne des Weberhauses begeisterten jedoch nicht nur die neuen Tollitäten, ebenfalls die Abordnungen, die vereinzelt Auftritte als Geschenk darbrachten, sorgten für den passenden Rahmen der letzten Prinzenproklamation in dieser Session. Der Gardetanz der achtköpfigen Mädchentruppe unter der Leitung von Sina Otten fand ebenso großen Anklang wie der Auftritt der großen Süchtelner Tanzgarde, an die sich das Tanzmariechen der Süchtelner Garde, Sina Otten, mit ihrem Tanz anschloss. Ebenfalls die KV „De Üüle“, die Ki Ka Kai a mit ihrer Tanzgarde oder die Hinsbecker Jüüte begeisterten, während dazwischen Gratulationen nicht nur von den Prinzenpaaren der Gesamtstadt, sondern von zahlreichen Gesellschaften ausgesprochen wurden.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Geehrt wurde an diesem Tag zudem Guido Brinkmeyer, für seine engagierte Arbeit bei den Brook Müerkes, rund um den Rosenmontagszug und den Wagenbauern, die im Übrigen bei der Proklamation ihr neue Standarte präsentieren konnten.
Am Nachmittag fand die gelungene Veranstaltung ihr Ende mit einer wohlklingenden Überraschung, so konnten während des Tages 342,80 Euro zugunsten der Kindertagesstätte Anne-Frank-Straße gesammelt werden. (dt)

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Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming
Foto: Rheinischer Spiegel