Minijobs: DGB KV Viersen fordert Reformen statt Ausweitung

Nach Angaben der Agentur für Arbeit ist von März 2020 bis März 2021 die Zahl der Minijobber*innen im Kreis Viersen von 28.560 auf 27.627 zurückgegangen (-3,3 Prozent). Im der Gastgewerbe gab es einen Rückgang von 14,1 Prozent.

Viersen – Mit Blick auf den aktuellen Mangel an Arbeitskräften in Kreis Viersen, speziell im Gastgewerbe, fordert der Vorsitzende des DGB-Kreisverbandes Viersen Klaus Neufeldt, von der kommenden Bundesregierung echte Reformen in der Arbeitsmarktpolitik.

„Wir brauchen dringend Veränderungen bei den Minijobs. Eine höhere Verdienstgrenze wie es im Sondierungspapier von SPD, Grünen und FDP steht darf nicht zu einer Ausweitung dieser Arbeitsform führen. Im Gegenteil: Minijobs müssen in sozialversicherungspflichtige Arbeit mit sicherer Perspektive überführt werden. Denn genau die bietet ein Minijob nicht. Das haben wir in der Coronazeit erlebt, in der viele Minijobber*innen ihre Arbeit verloren haben. Dazu kommt die drohende Altersarmut für alle geringfügig Beschäftigten, weil keine Beiträge in die Sozialkassen gezahlt werden. Ein wirtschaftlicher Aufschwung darf nicht auf solchen Arbeitsverhältnissen aufgebaut werden.“

Die Annahme, dass Minijobs Brücken in die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung bauen könnten, hat sich nicht bestätigt. Eine aktuelle Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hat festgestellt, dass in Kleinbetrieben mit bis zu zehn Mitarbeitern sozialversicherungspflichtige Stellen verdrängt werden. In der Summe könnten bundesweit bis zu 500.000 Jobs ersetzt werden. Insgesamt entfallen auf kleine Betriebe 15 Prozent aller sozialversicherungspflichtigen und 36 Prozent aller geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse. Der DGB weist darauf hin, dass es etliche Nachteile für die Minijobber*innen gibt: Sie stecken im Niedriglohnsegment fest, arbeiten häufig unterhalb ihres Qualifikationsniveaus und sind nur dann rentenversichert, wenn sie freiwillig zusätzliche Beiträge zur Rentenversicherung einzahlen. (opm)

Foto: NickyPe/Pixabay

2 Kommentare

  1. Minijob : OK,
    ABER :
    Betriebe, die Minijobber beschäftigen, meist um für die eigene Unternemertasche zu sparen, diese Menschen entsprechend ausnutzen, müssen für diese Mitarbeiter volle Sozialbeiträge, in Höhe der Beiträge für Vollzeitkräfte, abführen.

    Die so angepassten Beiträge führen zu mehr Alterssicherung und zu einer gerechteren Berechnung des ALG.

  2. Eine Frage die sich mal die neuen Parteien in der jetzigen Regierung stellen sollen: Warum hat man bei den großen Filialisten in jedem Laden stehen, auf Plakate: ,,Wollen Sie sich verändern bei uns als Aushilfe oder als Teilzeitkraft tätig werden. Melden Sie sich bei uns.
    Oder suchen sie Minijob auf 450 Euro so melden Sie sich.
    Es werden damit immer mehr Leute in Armut leben wenn dieses weiter gefördert wird.
    Hier werden immer mehr Leute Arbeitslos und haben mehrere Minijobs, die im Rentenalter an oder in die Altersarmut leben müssen.

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