Mit 4 x 11 närrischen Jahren feiern die Dölker Möhne Jubiläum

Längst sind die Möhnetänze an Altweiber oder die Jux-Parade auf der Lange Straße fester Bestandteil in den Terminkalender der 5. Jahreszeit. Nun feiern die schwarz-gelben Dölker Möhne ihr närrisches Jubiläum.
Von RS-Redakteurin Nadja Becker

Viersen-Dülken – Die schwarzen Samtkleider, spitzenbesetzte Handschuhe und Hüte, die abgerundet werden von gelben Federboas sind fester Bestandteil des karnevalistischen Brauchtums in der Narrenstadt Dülken. Bereits 1975 reifte die Idee einer Möhnegruppe in schwarz-gelbem Outfit, die seitdem an Altweiber regieren.
Längst ist der Wortursprung verloren gegangen, als mit Möhne eine Muhme und damit eine weibliche Verwandte von Mutterseite bezeichnet wurde. Aus der Verwandtschaft wurde später eine verwitwete oder ältere verheiratete Frau in dunkler Kleidung. Spätestens Ende des 19. Jahrhunderts wurde dieser Begriff auf die Mitglieder karnevalistischer Damenkomitees übertragen und schaffte den Sprung in die 5. Jahreszeit.
In Dülken waren es Burga und, Prinzessin der Narrenherrlichkeit Dülken, Maria Landwehr, die am Karnevalssamstag mit weiteren Mitstreiterinnen auf dem Alten Markt zum Spenden für den guten Zweck warben und auch einen festen Platz im Dülkener Rosenmontagszug fanden.

Beim Möhnenrennen der Dölker Möhne müssen auch die Prinzenpaare zeigen, was in ihnen steckt. Foto: Rheinischer Spiegel

Mit der Zeit wuchs die Gruppe der engagierten Damen stetig. Die Dölker Möhne können zurzeit auf rund 105 Mitglieder verweisen und befinden sich damit auf der Zielgraden zur närrischen 111. Eine Zahl, die für diese Gruppe nicht schwer zu erreichen sein dürfte, denn wer sie spätestens bei ihrer Jux-Parade auf der Lange Straße erlebt hat, wenn vom Schubkarrenrennen bis zum Tauziehen so ziemlich alles dabei ist, oder mit ihnen geschunkelt hat, wenn ihr Sessionslied erklingt, der fühlt sich, wenn denn weiblich, mit den Möhne verbunden.

Angeführt von Overmöhn Andrea Stollenwerk und ihrer Vize-Overmöhn Rosi Quarde unterstützt ein fünfzehn Frauen starker Vorstand die Gruppe, die sich bereits langsam aber sicher auf „ihren“ Tag vorbereiten kann.
Neben dem Sturm auf das Rathaus mit den Dreistadtmöhne gemeinsam, werden immer noch am Karnevalssamstag Spenden gesammelt, die gemeinnützige Organisationen unterstützen und immer noch gilt der Wahlspruch: „Möhne, aber fein muss et sein!“. So wird also pünktlich zu Altweiber die Bluse noch einmal zurechtgezupft und das Hütchen zurechtgerückt, denn zum Karnevalsauftakt regieren die Möhne das närrische Brauchtum, welches an diesem Wochenende seinen Höhepunkt findet. (nb)

Foto: Hans Walter Halfpap/privat