Mit 99 Jahren ist im Karneval immer noch joot te fiere

Der närrische U100-Seniorennachmittag der Grossen Viersener Karnevalsgesellschaft präsentierte erneut in diesem Jahr nicht nur ein abwechslungsreiches Programm bei Kaffee und Kuchen. Es zeigte sich ebenfalls bei der Veranstaltung, dass es für das jecke Brauchtum keine Altersbegrenzung gibt.
Von RS-Redakteur Dietmar Thelen

Viersen – Die Tische geschmückt mit bunten Servietten und Quietscheentchen, Kirsch-Streusel, Apfel- und Käsekuchen reihten sich abwechselnd auf den Tellern ein – die Festhalle hatte sich fein gemacht für den U100-Seniorennachmittag der Grossen Viersener Karnevalsgesellschaft. Feiern bis in den Nachmittag hinein, dass war garantiert für die Gäste, denn für einen kleinen Preis präsentierte die Gesellschaft nicht nur ein hochkarätiges närrisches Programm, sondern auch Kaffee und Kuchen. Bereits eine gute halbe Stunde vor Öffnen der Türen standen bereits die ersten „Bestager“ bereit und warteten, die Kälte schien nichts auszumachen.

Foto: Rheinischer Spiegel

Die Menschentraube wurde immer größer, vor der Festhalle herrschte beste Stimmung. Kaum wurde Einlass gewährt strömten hunderte von Senioren in die Festhalle. Moderator Frank Schippers (Schippi) und DJ Detlef Belk waren es, die den U100-Seniorennachmittag der „Blauen“ eröffneten und direkt zum Schunkeln einluden.
Begleitet von Liedern, bei denen jeder ein Stück Erinnerung fand und die Texte in den Herzen eingeschlossen sind, waren Kaffee und Kuchen fast zweitrangig. Die beliebte Gesellschaft veranstaltet bereits seit vielen Jahren ihren Nachmittag, mit dem sie für die ältere Generation ein besonderes Highlight geschaffen hat.

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Präsident Hubert Oistrez und Gardekommandant Rainer Zaum waren es, die gemeinsam für den Vorstand der „Blauen“ den Nachmittag eröffneten und von der Bühne aus einen fantastischen Blick auf eine gut gefüllte Festhalle hatten. Bis in die hinterste Ecke der Festhalle strömte der Jubel, beste Stimmung um neben der Gesellschaft auch das kleine und große Prinzenpaar aus Alt-Viersen zu empfangen, bei dem es sich der jecke Nachwuchs nicht nehmen ließ sein Sessionslied erschallen zu lassen.

Ein gekonnter Auftritt, mit dem das Bühnenprogramm dann so richtig starten konnte, schließlich hatte die Grosse Viersener Karnevalsgesellschaft wieder ein abwechslungsreiches Programm aus heimischen Gewächsen und großartigen Künstlern aus der närrischen Showszene zusammengestellt. So wurden nicht nur die mitreißenden Tänze der weiblichen GVK-Tanzgarde mit Jubel belohnt, ebenfalls der gemischte Tanz mit den Mitgliedern der blauen Stadtgarde erhielt Klatschsalven. Bevor Sänger und DJ Detlef Belk dann für ein Lied das Mikrofon ergriff ging Gardekommandant Rainer Zaum allerdings zunächst auf die Suche nach den ältesten Gästen im Saal. 99 Jahre so das stolze Ergebnis einer Dame, die bewies, zum Feiern ist man nie zu alt.

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So war der erste Teil des Nachmittages „nur“ ein kleines Schmankerl auf das noch Kommende mit Annegret vom Wochenmarkt aus Leverkusen, die mit einem kessen Spruch auf den Lippen und ansteckend guter Laune natürlich vom Wochenmarkt und ihrem „Häbäät“ erzählte, Skurrile Alltagskomik, die in die Musik des Saxophons von Dä Engelbäät überging. Kölsche Tön mit Saxofon hatte der Vollblutmusiker im Gepäck, der auf ein abgeschlossenes klassisches Klarinettenstudium verweisen kann und bereits mit zehn Jahren seinen ersten Auftritt als Büttenredner absolvierte. Der Aufforderung des Künstlers zum Schunkeln und Mitsingen kam das Publikum gerne nach, das schließlich auf der Bühne ein Urgestein des Karnevals begrüßen konnte.

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Keinen Geringeren als den kölschen Schutzmann Jupp Menth hatte die Grosse Viersener Karnevalsgesellschaft in die Festhalle geholt. Das Verstehen der plattdeutschen Sprache war bei seinem Auftritt ein Muss. Eine Rede geprägt von einem Lacher nach dem anderen und von einer klaren Botschaft: „Macht den Mund auf und lasst euch nicht alles gefallen!“ – nicht von der Politik und auch sonst überhaupt nicht.

Von den Damen in Blau ging es weiter zu Damen in braunen Stewardesskostümen, denn diese prägten den diesjährigen Auftritt der Fauth Dance Company Teens, die mittlerweile bei den Veranstaltungen der GVK dazugehören und längst bewiesen haben, dass der Nachwuchs der Tanzschule Fauth gesichert ist. Den Abschluss des diesjährigen erfolgreichen U100-Seniorennachmittags gestaltete zu frühabendlicher Stunde die Krefelder Band Oedingsche Jonges mit kölschen Klassikern, zu denen der Saal nicht nur schunkeln konnte, sondern die zudem im Chor mitgeschmettert wurden. (dt)

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