Mit Bella Ciao verabschiedete sich die Süchtelner Prinzengarde von der Tanzbühne

Tränen der Freude, des närrischen Lachens und Tränen des Abschieds lagen bei der diesjährigen Galasitzung des Festausschusses Süchtelner Karneval eng zusammen, die fast einer Prinzenproklamation gleich kam.

Viersen-Süchteln – Als die Sitzungspräsidenten Detlef Belk und Werner Jungblut die Galasitzung im Süchtelner Josefshaus eröffneten, da wussten sie bereits: Dieser Abend wird die Karnevalisten begeistern. Ein abwechslungsreiches Programm und eine fantastische Stimmung, die sich bis zur letzten Minute hielt, sorgten dafür, dass auch ein ganz besonderer Bühnenabschied mit Standing Ovations begleitet wurde. Bevor es allerdings dazu kam, gehörten die Scheinwerfer in guter Tradition dem Süchtelner Prinzenpaar. In Erinnerung an ihren für sie viel zu kurzen Einzug bei ihrer Prinzenproklamation, holten diesen Marc I. und Lara I. kurzerhand nach und zogen durch alle Reihen, verteilten dabei Rosen und einen großen Dank an ihre Eltern. Mit ihrem Lied passend zu ihrem diesjährigen Motto „Net quaake, möt maake“ waren sie das erste Highlight des Abends, welches die Narren zum Schunkeln brachte. Ihnen schloss sich ebenfalls das Süchtelner Kinderprinzenpaar der Brook Müerkes Fabrice I. und Deborah I. an, für die es mit dem Mikrofon in der Hand kein Halten mehr gab.

Die Süchtelner Tanzgarde heizte die Stimmung nochmals an, bevor dann „Frau Kühne“ alias Ingrid Kühne aus Xanten erfrischend spontan und vor allem nah am Publikum die Männerwelt und den Rest der Welt aufs Korn nahm. Musikalisch ging es im Anschluss mit „De 5 Fleje“ aus Köln weiter. Die Stimmungsband, die 1994 gegründet wurde, riss mit ihren Medleys und Potpourris bekannter Karnevalslieder mit und strapazierte die Stimmbänder des Publikums, das lauthals nicht nur die Refrains mitsang. So war es nicht verwunderlich, dass die meisten Jecken noch nicht auf ihre Plätze zurück gefunden hatten, als Tanzmariechen Mona Stobbe den Übergang zu den Ehrungen gekonnt tänzerisch begleitete.

Ein Moment der Ruhe, der auch von den Wirten Helmut Schatten und Reiner van de Venn genutzt wurde, die im Gepäck eine Spende von 555 Euro für die Löwenkinder und jeweils 280 Euro für die Nachwuchsförderung der KG Brook Müerkes und die Tanzgruppe des Festausschusses Süchtelner Karneval aus dem diesjährigen Möhrenschälen dabei hatten und diese an diese Abend zur großen Freude der Vereine übergaben. Unter den Geehrten Marcel Puller, denn die KG Hamm wer net war extra für den neuen 51. „Cheriff vom Hamm“ nach Süchteln gekommen. Vorsitzender Michael Berghausen ließ sich eine kurze Laudatio nicht nehmen für den neuen Sheriff, der in der vergangenen Woche auf der Sitzung der Hammer gekürt worden war.

Nach der Pause brillierte die Prinzengarde Süchteln mit ihrem Last-Dance. Nach fast zwölf Jahren Tanz verabschiedete sich die Prinzengarde an diesem Abend in schwarzen Outfits mit „Last-Dance“ und „Ciao“ passend mit dem Lied „Bella Ciao“ und begleitet von ihren Tanzmariechen von den Brettern, die die Welt bedeuten – zumindest soweit es das Tanzen betrifft. Der Nachwuchs fehlte und so verkleinerte sich die Tanzgruppe, weshalb man nun Abschied nahm. Ein letztes Mal hatte sie für diesen Auftritt die Tanzikone Inge Fauth gecoacht. Mit Hebefiguren sowie klassischen Elementen lieferten sie einen Tanz der absoluten Extraklasse begleitet von Jubel und frenetischen Pfiffen – aber eben auch mit Tränen des Abschieds. Beim Frühschoppen am darauffolgenden Sonntag wurde dann das Lebewohl rund gemacht und die Herren waren sich einig: „Die Resonanz war echt super schön und bestätigt uns auch, dass wir aufhören wenn es am schönsten ist.“

Die angeheizte Stimmung nahmen zum Ende des Abends passend die „Gulaschkapell“ aus Montabaur und die Kölner Band „De Boore“ auf. Die 1998 gegründeten Boore hatten dazu nicht nur ihren Hit „Rut sin de Ruse“, sondern natürlich auch „Danze dun ich nur mit dir“ und „Nur met Dir“ auf ihrer Setlist. Ein guter Mix wie sich zeigte, denn auch als der Abend auf der Bühne sein Ende fand, gefeiert wurde noch bis in die frühen Morgenstunden. (dt)

Foto: ho/jm