Mit „Captain Druck“ und Ute I. geht Viersen auf große Fahrt

Die ehrwürdige Viersener Festhalle war bis auf den letzten Platz besetzt. Von nah und fern waren die Karnevalisten gerne gekommen, geboten wurde ein hochkarätiges Programm zu Ehren der Proklamation des neuen Viersener Prinzenpaares Thilo I. und Ute I.
Von RS-Redakteur Dietmar Thelen

Viersen – Mit „Leinen los und hoch die Segel – Viersche feiert mit Kind und Kegel“ startete am vergangenen Freitag das neue Viersener Prinzenpaar, lichtete den Anker und nahm die närrischen Gäste mit auf eine große Fahrt. Dass das Boot mit dem Namen „Viersener Festhalle“ gut gefüllt war tat der Stimmung keinen Abbruch. Ganz im Gegenteil – Schunkeln, Schnacken und Feiern rahmten von der ersten Sekunde an den Abend ein, an dem die Narren der Mispelstadt ihre neuen Tollitäten erhielten.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Damit diese gemeinsam mit ihrem jecken Hofstaat einen abwechslungsreichen Abend verleben konnten, war im Vierscher-Hafen aus Frankfurt das „Heddemer Dreigestirn“ eingelaufen und hatte seine einzigartige, humoristische Zwergenplaybackshow im Laderaum dabei. Luciano, Rosario und Holger sind lange eine Unbekannten mehr auf den karnevalistischen Bühnen, traten sogar in diesem Jahr bei der Show „Das Supertalent“ auf und konnten dort wie auch in Viersen standing Ovations für sich verbuchen.

Foto: Rheinischer Spiegel

Doch die wirklichen Stars waren natürlich Thilo Ditges und Ute Ditges-Vuillot, die noch bürgerlich ihren Einzug durch die jubelnden Gäste genossen. Sie kletterten auf die Stühle, ließen sich feiern, jubelten ihrer Narrenschar zu und beschenkten sie mit Blumen über Blumen bevor sie ihren Weg durch die Säbelgasse der Viersener Prinzengarde fanden. Beide traditionell in Rot und doch anders, schließlich hatte die Prinzessin ihr Kleid selber entworfen. Im Stil eines fast wellenhaft anmutenden Lagenlooks schien es perfekt angepasst auf ihr Prinzenmotto, den Namen des Prinzen „Captain Druck“ und den Orden in Form eines Steuerrades, in der Mitte ein Segelschiff eingefasst.
Mit Freude erinnerte sich Senatspräsident Frank Schiffers an sein erstes Prinzenpaar vor 25 Jahren, damals waren es Vater und Mutter des Prinzen, die genau an dieser Stelle auf der Bühne standen. Für Thilo I. und Ute I. direkt mehrfach ein besonderer Moment, denn sie feiern mit diesem Prinzenspiel ihre elfjährige Ehe und das Jubiläum des Elferrates von 5 x 11 Jahren. Sie rundeten ihre Inthronisierung ab mit einem Tanz auf „The Time of my Life“ in bester Dirty Dancing-Manier, den sie nicht nur für die zahlreichen Augen tanzten, die auf sie gerichtet waren, sondern auch mit verliebtem Blick füreinander.

Ein Prinzenpaar, dass nicht nur das Brauchtum lebt und den närrischen Virus fest in seinem Herzen trägt, sondern auch ein Prinzenpaar, dass zu feiern weiß, wie sich schnell bei dem sich anschließenden facettenreichen Programm zeigte. Gemeinsam mit der Viersener Prinzengarde wurde der eine oder andere Schritt versucht und auch bei Bauchredner Peter Kerscher musste der Prinz zeigen was er kann.

Foto: Rheinischer Spiegel

Dieser hatte seine charmante und rotzfreche Partnerin, die Kuh Dolly dabei, die kein Blatt vor den Mund nahm und heftigst mit allem flirtete was nicht bei drei auf den Bäumen war. Als Mitglied des Stammtisch Kölner Karnevalisten sind Peter Kerscher und Kuh Dolly Sympathieträger des Kölner Karnevals. Der stimmgewaltige Bauchredner ist bekannt aus vielen TV-Shows und reihte sich hervorragend ein in das hochkarätige Programm, dem zudem „Engel Hettwich“ alias Hedwig Sieberichs aus Schwalmtal angehörte. Der „Jumbo unter den Engeln“ präsentierte als Büttenrednerin himmlich jeck und irdisch witzig das neue Programm und ließ mit einem lebendigen und pointenreichen Auftritt kein Auge trocken.

Akrobatisch mit beeindruckenden Hebefiguren eroberte die traditionelle FunkenGarde Erkelenz Blau-Weiß die Herzen der Gäste. Mit mehr als 185 Jahren Tradition im Erkelenzer Karneval und über 220 Mitgliedern begeisterten sie mit sichtbar leidenschaftlich gelebter Brauchtumspflege ebenso wie die 1976 gegründete Ruhrgarde e. V., die den Abend mit ihrem neuen Showtanz bereicherte. Und weil danach noch lange nicht Schluss war, feierten das neue Prinzenpaar und die Karnevalisten mit der 12-köpfigen Stimmungsband „Die Mennekrather“ aus Erkelenz, denn was wäre ein solcher Abend ohne einen absoluten Knaller mit dessen Ohrwürmern dann noch bis in die frühen Morgenstunden getanzt und geschunkelt werden kann. (dt)

Foto: Rheinischer Spiegel