Mit dem „Jolly Roger“ voran begeisterten die Blau-Wette Jonges

Bei ihrer diesjährigen Galasitzung begeisterten die Mitglieder der KG Blau-Wette Jonges als Piraten die Jecken aus nah und fern, die sich von einem abwechslungsreichen Programm bis spät in den Abend hinein gerne mitreißen ließen.
Von RS-Redakteurin Nadja Becker

Viersen – „Joho und ne Buddle voll Rum“ hätte der eine oder andere Karnevalist an diesem Wochenende bei der diesjährigen Galasitzung der Karnevalsgesellschaft Blau-Wette Jonges e. V. 1959 erwartet. Allerdings geht es den Jecken in blau-weiß mehr um die ursprüngliche Bedeutung ihres Sessionsmottos – denn sie möchten wagen, unternehmen und versuchen.
Ob nun die beliebte Sitzung ein Wagnis ist, darüber lässt sich trefflich streiten. Ganz sicher jedoch ist sie eine Veranstaltung, zu der die Karnevalisten aus der ganzen Region gerne kommen. Eine Veranstaltung, die mit viel Leidenschaft zum Brauchtum und zum gemeinsamen Miteinander geplant wurde.

Foto: Rheinischer Spiegel/Joachim Müller

Pünktlich eröffneten am Freitagabend die Sitzungspräsidenten Dirk Hechel und Jürgen Vogt das Bühnenprogramm, welches mit einer Ehrung in diesem Jahr begann. KLN-Schatzmeister Helmut Völker gebührte die Ehre den höchsten Orden des Karnevalverbandes Linker Niederrhein, den Verdienstorden in Gold, an Jürgen Müllender und Reinhard Hasper zu überreichen. Auf der Bühne erhielt zudem die Süchtelner Ex-Prinzessin und neue Ehrensenatorin Daniela Erkens ihre öffentliche Ernennung, bereits beim Senatorenabend der Gesellschaft im November war sie im Kreise der Mitglieder und Freunden der KG als neue Ehrensenatorin vorgestellt worden. Eine besondere Ehrung, denn sie ist nach mehr als 22 Jahren die dritte Frau in den Reihen der Ehrensenatoren, und eine besondere Ehrung, die von großem Beifall aus dem ausverkauften Saal heraus begleitet wurde.

Beste Stimmung, um direkt mit dem bunten Programm vorzufahren, welches auch von der breiten Schar närrischer Hoheiten gefeiert wurde, die sich unter den Gästen befanden. Aus Süchteln, Boisheim, Willich und Viersen waren die Tollitäten gerne zu Gast, wobei das Viersener Prinzenpaar traditionell einen eigenen Auftritt auf der Bühne mitbrachte. Eingespielt von den Klängen des Viersener Tambourcorps begleitete sie gewohnt die Prinzengarde, die erneut ihre Tanzsohlen aufgezogen hatten.

Foto: Rheinischer Spiegel/Joachim Müller

An sie schlossen sich zwei Nachwuchsbüttenredner an, die eigentlich schon zu den „alten Hasen“ auf den Bühnen gehören. Lena (14) und Niklas (19) Milewicz aus Alsdorf sind die „Geschwister in der Bütt“. Ursprünglich tänzerisch im Brauchtum zuhause, erhielten sie im Jahre 2010 beim Büttenreden-Wettbewerb in Aachen den Sonderpreis „Sieger der Herzen“, den sie in den Folgejahren direkt zweimal gewannen. Mittlerweile sind sie seit elf Jahren im Brauchtum aktiv und wurden unter anderem mit dem „Goldenen Kappes Nachwuchspreis“ und dem „WDR Rampenferkelchen“ ausgezeichnet.
Sie bildeten den perfekten Übergang zu den Tanzgarden der Karnevalsgesellschaft Blau-Wette Jonges. Ihr ganzjähriges Training wurde mit gekonnten Schritten belohnt, da spielte auch das Alter keine Rolle, ist doch das jüngste Mitglied gerade einmal vier Jahre alt.
Den letzten Act vor der Pause bildete Feuerwehrmann Kresse (Klaus Bömeke), der unverkennbar mit Uniform, Blaulicht und Rollschuhen die Bühne stürmte. Jede Menge Chaos und Lachsalven waren garantiert – wenn es auch nicht brannte, die Handflächen wurden durch das begleitende Klatschen arg strapaziert und hätten eine Abkühlung gebrauchen können.

Foto: Rheinischer Spiegel/Joachim Müller

Kein Unbekannter auf der Bühne im evangelischen Gemeindehaus und dennoch immer wieder überzeugend mit seinem Programm war Jens Ohle, der im zweiten Teil des Abends mit feuriger artistischer Comedy noch einmal die Stimmung anheizte und die Bühne an eine Truppe aus heimischen Gewächsen übergab.
Erstmals präsentiere die Süchtelner Tanzgarde für die neue Ehrensenatorin und natürlich für alle Gäste im Saal ihren Showtanz 2020 mit Romeo und Julia, inklusive eins Bekenntnisses zur Vierstadt Viersen mit vier Mispeln auf dem Wappen. Wer diesen Auftritt verpasst hat, wird sicherlich in Süchteln nochmals eine Chance erhalten – eine Empfehlung, die die Schreiberin dieses Berichtes gerne ausspricht.
Den Saal nochmals zum Beben brachten die Mennekrather aus Erkelenz. Die Showband begeisterte bereits mehrfach in Viersen, ist im Karneval zu Hause und war ebenfalls an diesem Abend eine gute Wahl der KG Blau-Wette Jonges, um die Veranstaltung begleitet von bekannten Liedern ausklingen zu lassen. (nb)