Mit der Bärchen-Mundschutzmaske durch die Viersener Innenstadt

Außergewöhnliche Situationen erfordern außergewöhnliche Maßnahmen und so wird plötzlich während der aktuellen #Coronakrise landein- und landauswärts fleißig genäht. Zurzeit entstehen in den Nähzimmern der Viersenerinnen Birgit Hunziger und Michaela Schmitter bunte Behelfsmasken, die im Alltag zu einem wichtigen Hilfsmittel werden.
Von RS-Redakteurin Nadja Becker

Viersen – Die Koblenzer Theaternäherei, die sonst die Nähmaschinen für Kostüme schnurren lässt, gestaltet neuerdings Mundschutzmasken. Das Städtische Klinikum Dresden ist dringend auf der Suche nach Baumwolle-Behelfsmasken. Die Stadt Essen stellt sogar eine Näh- und Pflegeanleitung für einen Behelf-Mund-Nasen-Schutz zur Verfügung und erste Firmen haben sogar eine neue Produktnische gefunden.

Aus Baumwolle und bei 90 Grad waschbar erfüllen die neuen Masken zwar nicht die Schutzklassen FFP2 oder FFP3 und können deshalb nicht im intensivmedizinischen Bereich eingesetzt werden, doch im Pflegebereich, an der Kasse, in Firmen, für Postboten, im üblichen Miteinander oder Alltag geben die Masken einen Schutz vor groben Tröpfchen und sind eine Hilfestellung um den Kontakt mit den Fingern im Gesicht zu vermeiden.
Die Idee fiel auf fruchtbaren Boden und so nähen ebenfalls in Viersen begabte Näherinnen bunte Behelfsmasken.

Mama Rebecka war glücklich, dass Birgit Hunziger das Schnittmuster für Nachwuchs Jonah verkleinert hat, denn bisher gab es keine Masken für diese Altersstufe. Foto: privat

An der Löhstraße ist Birgit Hunziger zu Hause, hier sind in den letzten zwei Tagen 48 Baumwollmasken entstanden. Im Mai letzten Jahres gründetet sie ihre Firma „Schnuffkids“, einen Nähservice und eine Änderungsschneiderei. Während sonst Baby- und Kinderbekleidung auf Bestellung unter dem Nähfuß entlang läuft, sprach ein frisch operiertes Familienmitglied sie auf die Masken an, die momentan nirgends erhältlich sind. Nun näht sie diesen Schutz kostenlos für Freunde, Bekannte und die, die ihn benötigen. Übrigens: Birgit Hunziger freut sich über Stoffspenden und Aktivkohlefilter für Dunstabzugshauben, welche in die Masken eingearbeitet werden (birgit@familie-hunziger.de).

Auch Michaela Schmitter, Tagesmutter und Leiterin der Gruppe „Sternenkinder Niederrhein“ im Verein Child’s Horizon e. V., hat den neuen Nähimpuls für sich entdeckt. Die Mitarbeiter der Firma ihres Mannes wollten sich schützen, schließlich dürfen Handwerker nach den aktuellen Richtlinien der Länder und des Bundes weiterhin im Kundendienst arbeiten. Damit Kunden und Handwerker geschützt sind, tragen die Mitarbeiter nun Baumwollmasken. Nachdem die ersten Kunden zunächst stutzten, wurde die Maßnahme positiv aufgenommen und so wird nun auch im Nähzimmer von Michaela Schmitter alles verarbeitet, was an Baumwollstoff erhältlich ist. Ob nun mit Bärchen, Katzen oder Punkten, die Muster sind häufig farbenfroh. Auch hier sind Stoffspenden willkommen (wschmi6250@aol.com), damit unter anderem Risikogruppen versorgt werden können. (nb)

Im Nähzimmer von Michaela Schmitter entstehen zurzeit Baumwoll-Schutzmasken in den unterschiedlichsten Farben. Foto: privat