Mit der Gießkanne in den Wald: Gemeinschaftliches Wässern auf den Süchtelner Höhen

Noch bevor der große Regen am Samstag niederging, haben zahlreiche Viersener, darunter auch Vereine und Ratsmitglieder, beim Gießen auf den Süchtelner Höhen geholfen. Die neugepflanzten Setzlinge hatten die nasse Unterstützung dringend nötig.
Von RS-Redakteurin Nadja Becker

Viersen-Süchteln – Bereits zum zweiten Mal in dieser Woche hatten sich auf den Süchtelner Höhen auf Einladung des Stadtförsters rund hundert Viersener zwischen den Bäumen versammelt um gemeinsam etwas gegen die Trockenheit zu tun, die aktuell der hiesigen Natur so schwer zu schaffen macht. Mit Eimern und Gießkannen bewaffnet waren ihr Ziel die rund 18.000 jungen Bäume, die erst im Frühjahr ebenfalls mit der Unterstützung der Freiwilligen gepflanzt wurden und die ihre Wurzeln noch nicht so tief in die Erde graben konnten um irgendwo noch auf ein bisschen Wasser zu treffen.

Ihnen voran mit dem rund 11.000 Liter fassenden Wassertankwagen ging es „ins Gebüsch“, eben dorthin, wo die Bewässerung nur von Hand durchgeführt werden konnte, weil eben keine Wege in die neu angelegten Gebiete führen. Obwohl bereits am Mittwoch gewässert worden war, war auch am Samstagmorgen immer noch alles staubtrocken, die nasse Hilfe war dringend nötig. Die ersten Blätter hatten sich zwar schon ein wenig erholt, solange der Regen weiterhin ausbleibt und nur hin und wieder bei einem Gewitter fällt, kämpfen die Setzlinge dennoch jeden Tag ums Überleben.

Unter den Freiwilligen ebenfalls der Süchtelner Ortsbürgermeister Wolfgang Genenger (CDU). Foto: privat

Stadtförster Rainer Kammann ist mit der Abteilung Stadtgrün und Forsten der Stadt Viersen mittlerweile mehrfach auch mit der Feuerwehr im Wald unterwegs gewesen um die angelegten Forstkulturen durch den Druckstrahler mit Wasser zu versorgen, zusätzlich wurden Regner aufgestellt, doch nicht alle Stellen konnten erreicht werden. Hinzu kommt, dass die gesamten Flächen, die dringend gewässert werden müssen, nicht von den städtischen Mitarbeitern abgedeckt werden können. Sollte es weiterhin nicht regnen, ist angedacht eine neue Gießaktion zu planen.

Bereits im Ausschuss für Bauen, Umwelt- und Klimaschutz hatte der Stadtförster einen Überblick über die aktuelle Situation zum Stadtgrün gegeben und skizzierte kein positives Bild. So seien viele Bäume und Sträucher zwar während der Stürme nicht umgestürzt, hätten aber Schäden im Feinwurzelsystem erlitten. Abgerissene Feinwurzeln schwächten die Pflanzen. Damit seien sie anfälliger für weitere Schädigungen. Der geringe Niederschlag und die hohen Temperaturen hätten die Schwächung noch verstärkt. Auf der anderen Seite seien höhere Temperaturen und weniger Regen ideale Bedingungen für Pflanzenschädlinge. Das gelte besonders für Insekten und Pilze. Damit habe sich das unter normalen Voraussetzungen ausgewogene Verhältnis zu Ungunsten der Bäume verschoben. Stadtbäume, die ohnehin unter schwierigen Standortverhältnissen litten, seien besonders betroffen. Rußrindenkrankheit, Borkenkäfer und Eichenprozessionsspinner sind weitere negative Entwicklungen. Bis zum Jahresende 2019 rechnet Kammann mit 2000 toten Nadel- und 500 toten Laubbäumen. Die meisten müssten aus Sicherheitsgründen gefällt werden. (nb/Stadt Viersen)

Auch der Borkenkäfer hat den Bäumen zugesetzt.
Foto: Rheinischer Spiegel