Mit der GVK beim närrischen Frühschoppen: Viersen kann Karneval

Erneut zog der närrische Frühschoppen der Grossen Viersener Karnevalsgesellschaft die Jecken aus der ganzen Region an – und sie kamen gerne, denn die Gäste wollten sich das hochkarätige Programm nicht entgehen lassen.
Von RS-Redakteur Dietmar Thelen

Viersen – Für die „Blauen“, die Grosse Viersener Karnevalsgesellschaft“, war es mittlerweile der 13. Närrische Frühschoppen in der Viersener Festhalle, die sich bereits schnell am Morgen gefüllt hatte.
Keine Unglückszahl wie sich schnell zeigte, denn bis zum Nachmittag hinein formten hunderte von Karnevalisten ein fantastisches Bild, gemeinsam wurde gefeiert, die Vereinsfarben spielten hier keine Rolle. Passend dazu das Motto der GVK „Sieh die Welt im Narrenspiegel“ in dem wir alle gleich sind, keiner besser, keiner schlechter. Jecken die alle nur eines wollen: Die 5. Jahreszeit begehen, Traditionen erhalten und ein wenig wie der Hoppeditz sein.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Traditionell war es die gastgebende Gesellschaft, die die Bühne zunächst mit blauen Uniformen füllte. Als Moderator führte mittlerweile traditionell, in diesem Jahr sogar im gewagten Herzchen-Anzug, Frank Schippers „Schippi“ gewohnt gekonnt und charmant durch das Programm, ließ jedoch hin und wieder auch das Mikrofon im geeigneten Moment los.
So präsentierte sich der neue Gardekommandant Rainer Zaum und auch sein Stellvertreter Tobias Prangenberg wurde nicht vergessen. Eine hervorragende neue Führung für die wachsende Stadtgarde. Auch Präsident Hubert Oistrez begrüßte voller Stolz die Karnevalisten, die bereits mit bester Stimmung feierbereit waren. Gleich mit zwei Tänzen brillierte die vor drei Jahren gegründete Tanzgarde auf der Bühne, an ihre umjubelten Darbietungen schloss sich am Sonntag jedoch zudem eine Weltpremiere an. Ein gemeinsamer Tanz der Damen mit der GVK-Stadtgarde und gekonnten Hebefiguren, von dem noch nach Stunden positiv gesprochen wurde und der nach einer Wiederholung schrie.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Bevor sich im Anschluss die Tollitäten der Gesamtstadt Viersen auf die Bühne gesellten wechselte noch ein Blumenstrauß die Besitzerin, ging an die engagierte Trainerin der Tanzgarde Mareike Krüger, die an diesem Tag in ihren Geburtstag hineinfeiern konnte, ebenso wie an Iris Kater, die die Grosse Viersener Karnevalsgesellschaft bereits seit vielen Jahren medientechnisch begleitet, mit ihrem Team den Narrenspiegel erstellt und auch die Ordensentwürfe entstammen ihrer Feder.
Bunte Darbietungen der Tollitäten reihten sich ein und auch in diesem Jahr hatte die GVK drei Schecks im Gesamtwert von 999,- Euro für die Kinderprinzenpaare der Stadt zur Förderung des Nachwuchses und den Erhalt des schönen Winterbrauchtums dabei, bevor dann das eigentliche, hochkarätige Programm auf der Bühne startete mit dem sich die Gesellschaft erneut selbst übertroffen hatte.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Den Saal heizten neben DJ Detlef Belk so zunächst die Band Miljö an. Musikalisch zueinander fanden die fünf Jungs von der Schäl Sick während ihrer gemeinsamen Schulzeit. Den Kopf voll Melodie statt Unterricht spielten Nils, Max, Simon, Sven und Mike in diversen englisch- und deutschsprachigen Punk-, Rock-, und Ska-Bands – bis sie schließlich zusammen in einer WG-Küche die Kölsche Band MILJÖ gründeten. Mit dabei in Viersen hatten sie natürlich auch ihren neuen Titel „Schöckelpääd“ mit dem sie in dieser Session begeistern.
Von einem Highlight zum nächsten ging es weiter mit den Funky Marys, die im vergangenen Jahr ihr 15-jähriges Bestehen feierten und nichts an dem außergewöhnlich musikalischen Entertainment und der mitreißenden Bühnenperformance verloren haben. Nicht weniger heizten die sowieso schon bester Stimmung feiernden Gäste die Dröpkes ein. Seit 1996 haben sich die sechs Musiker auf den Weg gemacht um mit Kölsch, Kult, Karneval den Funken zwischen ihnen und den Zuhörern überspringen zu lassen – 100 % live und ein voller Erfolg in der Viersener Festhalle.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Fast zu klein war dann die Bühne für die StattGarde Colonia Ahoj. 2003 gegründet, wuchs die Gesellschaft schnell, die einfach etwas anders ist und auch am CSD teilnimmt. Etwas weniger Mitglieder, dafür nicht weniger laut Eik, Tim und Jörg – oder besser bekannt als Kommando 3 mit Funkemariechen.

Das Programm: Kölsch mit den großen Hits im Kölner Fastelovend und garantiert niemandem der ruhig stehen blieb, der „Festhallenchor“ hallte von einem zum nächsten Titel – bis hin zu De Boore. „Manche wohren Jungfrau, andere wohren Prinz, doch mer wohren immer Boore und dat schon als Pänz“, de Boore wissen auch nach ihrem 20. Bandjubiläum wie sie das Publikum begeistern. Den Abschluss des späten Nachmittags bildete eine Überraschung mit den FDC-Teens der Tanzschule Fauth. In bunten Kostümen begeisterten sie die Menge, entführten in den Orient und rundeten den Närrischen Frühschoppen ab, der nur schwer auch nach Ende des Bühnenprogramms sein Ende finden wollte. Die Stimmung wollte einfach nicht versiegen, die sich den ganzen Tag über auf einem stetigen Höhepunkt gehalten hatte und als die letzten Karnevalisten den Weg nach Hause antragen war klar: Im nächsten Jahr kommen wir wieder. (dt)

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming