Maskenpflicht in NRW: Mit der Maske zum Einkauf, Arzt, Bank & Co.

Ab Beginn der Woche gilt auch in Nordrhein-Westfalen die Pflicht Mund und Nase zu bedecken – beim Einkauf, Arztbesuch oder im öffentlichen Nahverkehr. Erlaubt ist die Nutzung von Behelfsmasken oder Schals und es tummeln sich bereits die ausgefallensten Ideen. Während die Diskussion zu dieser #Corona-Maßnahme emotional geführt wird, gehört das Tragen einer Maske für viele, sei es nun beruflich oder privat, zum normalen Tagesablauf.
Von RS-Redakteurin Nadja Becker

NRW/Viersen-Süchteln – Bereits seit sieben Jahren ist der Süchtelner Dirk Wischnewski ein Fan der Cosplay-Szene und als Stormstrooper mittlerweile weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Dabei hängt nicht nur das Stormtrooper-Outfit bei ihm im Schrank, ebenfalls andere bekannte Darsteller rund um die Star Wars-Saga mit Kopfgeldjäger Boba Fett, Darth Vader oder Kylo Ren gehören zu seiner Sammlung. Die Kostüme werden mit viel Liebe zum Detail selbst gebastelt um möglichst nah an die Originale heranzureichen. Aus Einzelteilen entsteht so in stundenlanger Kleinarbeit und mithilfe von Baumarkt- und Spielwarenartikeln eine Maske, wie sie stetig für Aufmerksamkeit und leuchtende Augen bei den Fans sorgt.

Doch der Helm wird auch bei Dirk Wischnewski nicht ausreichen, der sich regelmäßig für den guten Zweck, darunter bei einer Aktion für die Notfelle Niederrhein oder krebskranke Kinder im Essener Grugapark, und als Fotomodell in das Outfit schmeißt, welches erst nach einer guten halben Stunde richtig sitzt. Unter dem Helm trägt er zusätzlich eine Sturmhaube und erfüllt damit die vorgeschriebenen Maßgaben der Landesregierung. Problematisch könnte es allerdings beim Einkauf werden, obwohl er bereits als Stormtrooper dem Ordnungsamt Dülken einen Besuch abgestattet hat und auch die Polizei gerne anhält – um ein Foto mit ihm zu machen. Fotos, die zurzeit erst einmal ausfallen, damit der Sicherheitsabstand gewahrt werden kann, der im öffentlichen Raum während der Corona-Krise vorgegeben ist.

1,5 Meter Mindestabstand zu allen Personen ist einzuhalten, Ausnahmen gelten für zum Beispiel Verwandte in gerade Linie, Geschwister oder in häuslicher Gemeinschaft lebende Personen. Ist die Einhaltung aus bestimmten Gründen nicht möglich, kommt das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung zum Einsatz.
Hinzu kommt nun die Pflicht, die für Beschäftige und Kunden in allen Geschäften, in Apotheken, Tankstellen und tatsächlich auch Banken oder Poststellen gilt. Wer also immer schon einmal mit einer Mund-Nasen-Bedeckung Geld abholen wollte, der kann das jetzt tun. Die Verpflichtung gilt zusätzlich auf Wochenmärkten und bei der Abholung von Speisen und Getränken sowie auf den Allgemeinflächen von Einkaufszentren, Shopping Malls oder Factory-Outlets.

Ab Montag herrscht in NRW eine Maskenpflicht, auf die sich auch der Süchtelner Stormtrooper, wenn auch nicht im Cosplay-Outfit, vorbereitet hat. Foto: privat

Ebenfalls in Arztpraxen und anderen Einrichtungen des Gesundheitswesens, in Verkaufs- und Ausstellungsräumen von Handwerkern und Dienstleistern sowie bei der Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs wird es in der kommenden Zeit wie auf einem riesigen Maskenball aussehen um die Ausbreitung der Corona-Viren einzudämmen.

Wie immer gibt es von der Regel jedoch auch eine Ausnahme, so sind Kinder bis zum Schuleintritt ebenso von der Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung befreit, wie Personen, die aus medizinischen Gründen keinen solchen Schutz tragen können. Für Beschäftigte kann die Verpflichtung durch gleich wirksame Schutzmaßnahmen wie eine Abtrennung durch Glas, Plexiglas oder ähnliches ersetzt werden. Die geänderte Coronaschutzverordnung gilt für den Zeitraum vom 27. April bis zunächst zum 3. Mai 2020.

Für den normalen Einkauf wird sich der Süchtelner Stormtrooper wahrscheinlich allerdings eher nicht in sein Outfit „schmeißen“, auch wenn die Fotos sicherlich in die Geschichte eingehen werden. „Man sieht recht wenig unter dem Helm und Stufen sind dann gefährlich“, so Dirk Wischnewski. Der Cosplayer wird eine Sturmhaube oder ein Dreiecktuch nutzen, damit die Corona-Maßnahmen greifen und hoffentlich in diesem Jahr noch ein wenig „normaler Tagesablauf“ zurückkehren kann. Dann nämlich möchte er seine wachsende Popularität wieder für den guten Zweck, für Kinder und andere gemeinnützige Einrichtungen nutzen. (nb)