Mit drei Böllerschüssen startete die närrische Session in Alt-Viersen

Der Regen hielt die Viersener Karnevalisten nicht ab auf, dem Vorplatz der Sparkasse am 11.11. dabei zu sein. Kein Hoppeditz hielt hier seine Rede, dafür gab es traditionell drei Kanonenschüsse und ein buntes Programm.
Von RS-Redakteur Dietmar Thelen

Viersen – Nicht 11:11 Uhr, aber dennoch der 11.11. lockte die Jecken in die Viersener Innenstadt. Bereits am Remigiusbrunnen herrschte ein reges Treiben, denn dem jährlichen Programm des Viersener Festausschusses am Sparkassenvorplatz ging der gemeinsame Zug der Karnevalisten durch die Innenstadt voran. Ein buntes Bild der Vereine in allen Farben bildete sich, die in der Sache vereint die närrische Session einläuten wollten. Am Sparkassenvorplatz war es ebenso bunt, auch wenn es hier eher die Regenschirme waren, die sich vor der Bühne versammelten.

Foto: Rheinischer Spiegel/heikehechel_photography

Einige Hundert Menschen ließen sich das Viersener Karnevalserwachen nicht nehmen – trotz Regen und Kälte. Aber wer einmal mit dem närrischen Virus infiziert wurde, dem macht auch der Wind nichts aus. Musikalisch begleitet durch den Brüggener Roland Zetzen (ZeroMusik), der ebenfalls in der Session bei den verschiedensten Veranstaltungen den passenden Rahmen gestaltet, eroberte zunächst die Alt-Viersener Tanzgarde mit ihren Gruppen die Bühne.

Begleitet von dem herzlichen Klatschen der zahlreichen Karnevalisten an diesem Abend, waren es der Viersener Kinderprinz Oskar und seine Lieblichkeit Greta, die ihre närrische Macht schon einmal, zumindest inoffiziell, weitergaben. Die Insignien der Macht wandern schließlich in jedem Jahr weiter und so war auch das große Prinzenpaar in Lauerstellung aus seinem Wohnort in der Schweiz angereist. Bereits in dritter Generation wird ein Pesch mit Rudi und Fabienne regieren.

Foto: Rheinischer Spiegel/heikehechel_photography

„En Viersche es emmer jet los“ wird es in der Session 2019/2020 durch die Säle und auf den karnevalistischen Bühnen erschallen, wenn Rudi Pesch (54) sein Zepter schwingen wird. Der Bauingenieur ist dem Festausschuss Viersener Karneval seit seiner Studienzeit verbunden und reiht sich nach Vater Alfred „Fredi“ und seinem Bruder Andreas in die Prinzenwürde ein. An seiner Seite wird seine Prinzessin Fabienne Pesch (56) erstrahlen. Die gebürtige Schweizerin und kaufmännische Angestellte hat die Prinzenspiele ihrer Schwiegereltern sowie von Schwager und Schwägerin als Begleitungsdame aktiv unterstützt. Rudi und Fabienne Pesch haben drei Kinder und wohnen im schweizerischen Kanton Wallis.

Foto: Rheinischer Spiegel/heikehechel_photography

Damit das baldige Kinderprinzenpaar bei ihrem närrischen Höhepunkt im Viersener Tulpensonntagszug auch mit vollen Händen die Jecken beglücken darf, hatte Gastwirt Helmut Schatten seine mittlerweile ebenfalls traditionelle Spende nicht vergessen. Das Karnevalserwachen in Viersen bot eben von allem ein bisschen und spätestens, als die kleine Tanzgarde der Blau-Wette-Jonges ebenso wie die Vierscher Mispelblüten oder die Möhnen mit ihrem Lied die Bühne, begleitet von hervorragender jecker Stimmung, eroberten und dann zudem noch das gerade proklamierte Süchtelner Prinzenpaar seine Worte an das närrische Volk richtete, war gesichert, dass eigentlich nichts mehr schiefgehen konnte beim Start in die fünfte Jahreszeit. (dt)

Foto: Rheinischer Spiegel/heikehechel_photography

Vierscher Kinderprinzenpaar: „Zwei Fründe in de Bütt“ rocken die närrischen Bühnen