Mit Kilts, Gitouki und knisternden Melodien – Celtic Folk Musik eroberte den Hohen Busch

Mit mittelalterlichen Kilts, feurigen Liedern und keltischen Melodien wurde der Hohe Busch am Samstagabend von ausgelassenen Kelten übernommen. Fast wie eine Zeitreise in eine andere Welt in das schottische Hochland und zu den irischen Ebenen.
Von RS-Redakteurin Nadja Becker

Viersen – Kino, Comedy, Konzert, die Bühne am Hohen Busch hat in den vergangenen Wochen schon viel gesehen. Fast täglich versammeln sich die Autos auf dem Ascheplatz um ein wenig aus der Corona-Pandemie entfliehen zu können, um ein wenig Normalität mit Einschränkungen zu genießen. An diesem Wochenende trafen bei der Vierfalt Viersen deshalb erneut die Besucher zusammen und erlebten ein Feuerwerk der Kulturen mit der niederländischen Band Rapalje, die mit Celtic Folk Music ihre Zuhörer bei ihrem ersten Autokonzert  und ihrem ersten vollständigen Live-Konzert begeisterte.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Energiegeladene Melodien, voller Enthusiasmus und Ausgelassenheit entführten auf eine Zeitreise und machten Lust auf einen eigenen Besuch in den schottischen Highlands. Mit Rapalje wurde klar, es gibt sie noch, die Bands, sich die tapfer gegen die modernen Einflüsse aktueller Popmusik Widerstand leisten, denn wer braucht schon Synthesizer und Stimmverzerrer, wenn die Gaben der Natur so hervorragend angenommen werden. So wurde die Hopfenkaltschorle an diesem Abend doch irgendwie in einer irischen Taverne anstatt an der Vierscher Stadtgrenze genossen.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Die Irish-Folk-Band Rapalje, was auf Deutsch übrigens Radau bedeutet, und auf der Bühne in passende Kilts gekleidet ist, stammt aus Groningen und ist für ihre Traditionals aus Irland, dem Vereinigen Königreich und den Niederlanden bekannt. In ihrem Repertoire können sie allerdings mittlerweile auch auf einige eigenen Stücke verweisen, die den über Jahrhunderte lang entstandenen Klassikern in Nichts nachstehen.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Alle Mitglieder sind Multiinstrumentalisten und haben sogar ein eigenes Instrument, die Gitouki, entwickelt, die als eine Mischung aus irischer Bouzouki und Gitarre zu beschreiben ist. Ihre Anfänge reichen zurück bis in das Jahr 1997, in dem sich die Bandmitglieder Dieb und Maceál zu einem Duo zusammenschlossen. Aus dem Duo wurde mit William ein Trio, welches mit Straßenmusik auch im Ausland auftrat. Der Name der Gruppe wechselte im Laufe der Entstehung einige Male – als Rapalje und einem vierten Mitglied, dem Dudelsackspieler David Myles, haben sie sich mittlerweile in der jetzigen Konstellation eine stetig wachsene Fangemeinde aufbauen können.

In Viersen allerdings mussten die mitgerissenen Besucher auf Dieb verzichten, für ihn war an diesem Abend
zumindest bei einem Lied Jens Barabasch eingesprungen, der mit seiner Querflöte die Funken ebenfalls am Glühen hielt. Der Abend endete mit der wahrscheinlich ersten Auto-Polonaise am Hohen Busch und wird sicherlich noch lange in den heimischen Gefilden für Gesprächsstoff sorgen. (nb)