Mit „Licht an, bevor es ganz ausgeht!“ machten die Friseure auf sich aufmerksam

Allerorts leuchtete am Sonntagabend in den Friseurbetrieben das Licht. Bundesweit hatte das Friseurhandwerk zu der Aktion aufgerufen. Ebenfalls in Süchteln wurde so auf die dramatische Lage und die wachsende Existenzbedrohung aufmerksam gemacht.
Von RS-Redakteur Walter Henning

Viersen-Süchteln/Deutschland – Seit dem 16. Dezember sind die Salons des Friseurhandwerks im zweiten Lockdown geschlossen. Ein weiteres Mal während der Corona-Pandemie müssen die Betriebe um ihre Existenz bangen. „Viele Familienbetriebe in unserem Handwerk können die damit verbundenen Umsatzverluste nicht mehr überbrücken, sie stehen vor dem Aus“, sagt Alexandra Houx-Brenner, Obermeisterin der Friseur-Innung Kreis Viersen.

Hinzu kommt, dass erste Überlegungen einer erneuten Verlängerung des Lockdowns im Gespräch sind. Eine weitere Zeitspanne, die viele Betriebe nicht mehr tragen können. Bereits in den vergangenen Wochen mussten Mitarbeiter gekündigt werden, die Mietrückstände häufen sich.
Mit der Aktion „Licht an, bevor es ganz ausgeht!“ machten deshalb bundesweit Friseurbetriebe auf die dramatische Situation am Sonntagabend aufmerksam und ließen das Licht brennen – vielleicht ein letztes Mal.

Damit ihre Existenz gesichert werden kann, kämpfen die Friseure, wie viele andere Wirtschaftszweige, um die versprochenen Überbrückungshilfen, die meist auf sich warten lassen. Weiterhin sei es notwendig die Ausbildungsleistung der Friseure nachhaltig zu fördern, damit die duale Berufsausbildung gesichert werde. Zudem, so Obermeisterin Houx-Brenner, müsse auch der Chef oder die Chefin als wichtigster Mitarbeiter des Betriebs bei Hilfen berücksichtigt werden: „Wir gehen in den aktuellen Regelungen noch leer aus.“ Und schließlich fordern die Friseure: „Schwarzarbeit muss gestoppt werden. Sichere Friseurdienstleistungen können nur wir Profis unter Wahrung der Hygiene- und Arbeitsschutzstandards in den Salons bieten“, sagt Alexandra Houx-Brenner. (opm/wh)

Foto: Rheinischer Spiegel/Rita Stertz