MKV-Vorstellabend 2019 junger und junggebliebener karnevalistischer Künstler

Da die 5. Jahreszeit, die am 11.11. beginnt, immer näher rückt, richtet der Mönchengladbacher Karnevalsverband vor diesem Termin einen Abend aus, an dem sich bekannte und auch noch unbekannte Interpreten vorstellen können. Die Sichtung der Künstler liegt in den Händen von Rolf Gaden, der eine lange Warteliste von denjenigen hat, die sich bei ihm gemeldet haben.

Willi Kleuser

Mönchengladbach Willi Kleuser, der beste Präsident des Mönchengladbacher Karnevals, begrüßte die Gäste in der voll besetzten Mehrzweckhalle in Eicken. Um eine echte Karnevals-Atmosphäre zu schaffen, war die Dekoration entsprechend, es gab einen Elferrat und ein bestens gelauntes Publikum, um das Feeling des Karnevals hoch zu halten. Außerdem erwartet die Besucher ein tolles, mehrstündiges Programm.

Kleuser merkte an, dass Borussia Mönchengladbach seit 8 ½ Jahren wieder Tabellenführer in der Bundesliga sei und aus diesem Grund der Einmarsch des Elferrates, gestellt von der Tanzgruppe Surprise & Fantasy, zusammen mit dem Vorsitzenden des Mönchengladbach Karnevals, Gert Kartheuser, mit dem Lied „Die 11 vom Niederrhein“ erfolgte.

Kartheuser eröffnete diesen Vorstellabend und begrüßte das noch amtierende Prinzenpaar Dirk und Niersia Martina sowie das designierte Prinzen-Paar Axel und Niersius Thorsten. Auch die kommende Session wird wieder super, denn er habe viele positive Anrufe hinsichtlich des kommenden Prinzen-Paares erhalten.

Natürlich war auch das amtierende Kinderprinzenpaar Lukas und Lara vor Ort, genau wie Louis und Theresa, die am 16. November proklamiert werden.

Kartheusers Dank ging ganz besonders an die KG Schöpp op unter der Leitung von Jost Fünfstück, die für Dekoration, Service usw. zuständig war.

Bevor das eigentliche Programm begann, ging Kleuser noch einmal mit dem Publikum die europäischen Schlachtrufe durch wie z.B. Mönchengladbach – Halt Pohl, Rheydt – All Rheydt, Düsseldorf – Helau, Kölle – Alaaf, Spanien – Ole usw.

Anna-Leonie Pütz

Der Eisbrecher an diesem Abend war Anna-Leonie Pütz, die seit ihrer Zeit als Kinderprinzessin auf den Bühnen von Mönchengladbach und Umgebung bekannt ist mit ihren Reden, die immer von Musik unterlegt ist.

Ihr aktuelles Programm zeigt auf, wie sie mit Mama, Papa, Oma und ihrer großen Liebe in den Sommerferien in Urlaub geflogen ist, und zwar nach Mallorca. Sie erzählte von einem Nachbarn im Flugzeug, der mit Shorts, Tennissocken, Hawai-Hemd und Strohhut neben ihr saß und Oma einen Tomatensaft mit viel Tabasco zu sich nahm. Zu dem Titel „Über den Wolken“ tanzte sie in einer Pilotenuniform. Weiter in ihrem Vortrag ließ sie die Woche in Spanien Revue passieren, so z.B., dass man im Hotel „all you can fress“ machte. So auch, dass Papa jeden Morgen um 5.00 Uhr Fohlenhandtücher auf die Liegen legen musste worauf stand: Hier ist besetzt Hennes. Oder Oma hatte sich einen Bikini gehäkelt und das Beste war die Toreroplatte, bestehend aus Sauerkraut, Weißwurst und Brezel.

Surprise & Fantasy

Zu jedem einzelnen Vortrag änderte sie ihr Outfit, was in Sekundenschnelle hinter einem Paravent passierte und hier kann man Anna-Leonie nur gratulieren, denn es war ein super Vortrag, der beim Publikum ganz toll ankam.

Surprise & Fantasy, die Tanzgirls aus der KG „Alles onger ene Hoot“, zeigten in ihrem neuesten Showtanz die magische Welt des Tanzes mit Hebefiguren und Pyramiden. Trainiert werden sie von Heike Rick. Kleuser bedankte sich bei den jungen, hübschen Mädels, die auch den Elferrat gestalten.

Jetzt war wieder Musik angesagt und zwar die Funky Marys. Diese fünf quirligen Mädchen aus Köln haben damals die Girl-Bands groß gemacht. Sie haben sich total dem Karneval verschrieben und stellten an diesem Abend ihre alt bekannten und auch die neuesten Lieder vor. Der Saal tobte und Kleuser verabschiedete sie mit der Sonderauszeichnung und der Möwe, was in Mönchengladbach einer Rakete gleichkommt.

Funky Marys

Büttenredner dürfen auf so einem Abend natürlich nicht fehlen. Ne kölsche Köbes begrüßte zuerst die Gäste als neuen Tabellenreiter in der Bundesliga. Dann sprach er über den 1. FC Köln, der wohl erst Ende Mai wieder absteigen werde. Weiter ging es in seiner Rede um Feinstaub, wovon er allerdings nichts mehr hören wollte und um sein altes Auto, wo braune Brocken rauskamen. Dann fuhr er mit seiner Karre zu einem Schrottplatz, wo vor ihm bereits ein Düsseldorfer wartete und wissen wollte, was das Verschrotten denn koste. Der Schrotthändler erklärte ihm, wenn er bis zum Schluss sitzen bliebe, wäre das umsonst. Auch ging er auf das Leben mit seiner Ehefrau ein.

Showtanzgruppe Lollipop

Die Showtanzgruppe Lollipop aus Nettetal zeigte ihren Tanz im Reich der Amazonen. In jedem Jahr tanzen sie zu einem anderen Motto. Diese Gruppe besteht seit 25 Jahren, aber leider sind keine Gründungsmitglieder mehr dabei, wie Kleuser anführte.

Weiter ging es mit Musik. Die Gruppe Sang und Klanglos aus Selfkant präsentierte sich mit kölschen und anderen Liedern, die vom Publikum kräftig mitgesungen wurden.

Sang und Klanglos

Der Tulpenheini aus Belgien steht seit mehr als 30 Jahren als Büttenredner auf der Bühne und reizt mit seinen Witzen immer wieder die Lachmuskeln der Besucher. Um den Gästen eine Freude zu machen, hatte er unter seinem Tulpenhemd ein grünes T-Shirt angezogen und zwar in Bezug auf Borussia. Kleuser verabschiedete ihn mit dem Schlachtruf seiner Heimatstadt und zwar Eynatten Alaaf.

Roahser Wibbels

Als Kleuser das Männerballett Die Roahser Wibbels ankündigte, ging ein Raunen durch den Saal. Sieben Burschen aus Viersen-Rahser in kurzer Lederhose und kariertem Hemd stürmten die Bühne. Zur schmissigen Musik führten sie ihre Tänze auf. Auch durfte „Heidi“ und „I sing a Liad für di“ in ihrem Repertoire nicht fehlen. Weiter zeigten sie die bayerischen Tänze wie Schuhplattler usw. Sie wurden ebenfalls von Kleuser mit Sonderauszeichnung und der Möwe verabschiedet.

GardeGirls von der Großen Rheydter Prinzengarde

Das Duo S&Z aus Neuss steht seit 1979 auf der Bühne. In ihrem Zwiegespräch erzählten sie von Politikern und normalen Menschen. So auch, dass im Bundestag ein Esel erschienen sei, den Schäuble aber rausgeworfen habe, denn keiner kannte das alte Bibelwort „er kam zu den seinen, aber niemand erkannte ihn“. Weiter ging es um eine Spritze gegen Maul- und Klauenseuche, weil einer nach Düsseldorf verreisen wollte. Oder um die Anstellung beim Standesamt in Mönchengladbach, und zwar durfte er die Namen ändern, wenn sie einem nicht gefielen. So z.B. von Haustierkletterer auf Schweinsteiger. Kleuser bedankte sich und hob hervor, dass dieses Zwiegespräch das Salz in der Suppe war, sie die Witze zelebriert haben mit dem richtigen Timing.

Die GardeGirls mit Prinzen-Paar in spe Axel und Niersius Thorsten (3 Mädels fehlen)

Die GardeGirls von der Großen Rheydter Prinzengarde sind seit 45 Jahren nicht nur im Karneval aktiv. Die inzwischen auf 23 Mädchen angewachsene Truppe zeigte in ihren schwarz-weißen Kostümen ihren neuesten Tanz. Im Hinblick auf das 85-jährige Jubiläum der Gesellschaft hatten sie ihr Outfit mit goldenen Accessoires versehen. Sie zu sehen ist immer eine Augenweide.

Die Drummerholics

Die Drummerholics aus Elsdorf sind sieben junge Männer, die mit sechs Trommeln und einem Schlagzeug nicht nur tolle Musik machen, sondern auch Show-effekte zeigten. So warfen sie sich während des Auftritts die Stöcke zu oder wechselten die Trommeln. Für die Liebhaber von Trommeln war das ein perfekter Auftritt.

Besonders schwer hatte es der letzte Büttenredner des Abends, Ne Schwadlappe. Er erzählte von seinem Eheleben, dem Leben eines Schülers und aus seiner Freizeit. Wenn ihm das Publikum zu unruhig wurde, zischte er ins Mikrofon, damit die Leute sich wieder auf ihn konzentrierten.

Die Stimmungskapelle Hat Wat aus Süsterseel besteht aus fünf Mitgliedern zwischen 20 und 30 Jahren. Sie spielten Schlager, Lieder von den Höhnern und von den Black Fööss, die kräftig mitgesungen wurden. Als das Lied vom Kinderprinzenpaar Lukas und Lara gespielt wurde, machten fast alle die tänzerischen Bewegungen mit.

 

Auch die Showtanzgruppe Schwarz-Gold Rheydt ist immer wieder ein Augenschmaus. 16 Mädchen und 2 Jungs eröffneten den Tanz mit grünen, blauen und gelben Sonnenschirmen, passend zu ihren Kostümen. Bei einem Tanz machten sie mit dem Regenbogenbanner eine Hommage an das designierte Prinzen-Paar Axel und Thorsten, die hiervon total begeistert waren. In der Mitte ihrer Darbietung wechselten sie von den blauen Röcken auf goldene und auf goldene Umhänge. Ebenfalls hatten sie eine große Sonne dabei, die das Symbol sein soll, dass sie über den Karneval scheinen soll. Der tosende Applaus war berechtigt, wenn man bedenkt, mit welcher Kostümauswahl und Tänzen diese Truppe immer wieder überzeugt.

Showtanzgruppe Schwarz-Gold Rheydt

Den Schlusspunkt dieser Veranstaltung setzte Timo Schwarzendahl. Seit Ende der Session 2017 ist er als Solokünstler unterwegs. Für ihn ist es jedes Mal aufregend, überraschend, spannend auf der Bühne zu stehen und die Leute zu unterhalten! Jeder Auftritt von ihm ist anders, individueller. Sein Programm besteht aus bekannten Karnevals-Cover-Songs. Ergänzt wird seine Show inzwischen auch durch eigene Songs.

Für die musikalische Untermalung an diesem Abend sorgte das Duo Exklusiv.
(Text: Marlene Katz)