Mord im Casinogarten: Landgericht Mönchengladbach eröffnet die Verhandlung

Die 1. große Jugendkammer des Landgerichts Mönchengladbach hat die Anklage der Staatsanwaltschaft gegen Matyu K. (17, aus Viersen) wegen Mord zugelassen. Ab 10.12.2018 sind acht Termine festgesetzt die sich bis Februar kommenden Jahres ziehen – die Öffentlichkeit ist nicht zugelassen.

Viersen/Mönchengladbach – Dem Angeklagten wird vorgeworfen, am 11.06.2018 die damals 15-jährige Iuliana R. im Casinogarten in Viersen mit mehreren Messerstichen in den Oberkörper getötet zu haben.
Der Angeklagte und die Geschädigte seien bis wenige Tage vor der Tat ein Paar gewesen. Die Geschädigte habe sich dann aber vom Angeklagten getrennt und sich von ihm abgewendet, was dieser nicht habe akzeptieren können.

Er habe die Geschädigte unter einem Vorwand in den Casinogarten gebracht, um dort ihr Handy nach Hinweisen auf einen neuen Partner der Geschädigten zu untersuchen. Als er diese gefunden zu haben glaubte, habe er die Geschädigte unvermittelt und in Tötungsabsicht mit einem etwa 25 cm langen Messer angegriffen. Die Geschädigte verstarb noch am Tatort an ihren Verletzungen. Bei der Tat sei die Geschädigte arg- und wehrlos gewesen. Zudem habe der Angeklagte die Tat begangen, weil er das Opfer als sein Eigentum betrachtet habe, das sich nicht von ihm abwenden dürfe. Damit seien die Mordmerkmale der Heimtücke und der sonstigen niedrigen Beweggründe erfüllt.

Foto: Rheinischer Spiegel

Der Angeklagte hat sich im Beisein seiner Verteidigerin am 12.06.2018 der Polizei gestellt und befindet sich seitdem in Untersuchungshaft. Nach den Ergebnissen der Ermittlungen soll der Angeklagte die Tat gegenüber mehreren Bekannten am 10. und 11.06.2018 per WhatsApp angekündigt haben.
Im Falle einer Verurteilung wie angeklagt drohen dem Angeklagten bis zu 10 Jahren Jugendstrafe.
Die Eltern der Geschädigten treten in dem Verfahren als Nebenkläger auf. Den Vorsitz führt der Vorsitzende Richter am Landgericht Lothar Beckers. Die Verhandlung ist an allen Tagen nicht öffentlich, da der Angeklagte die Tat als Jugendlicher begangen haben soll.

Aktenzeichen: LG Mönchengladbach, 32 KLs-720 Js 219/18-20/18


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