Moritz Führmann eröffnete erneut die Viersener Kulturbühne

In diesem Jahr musste der bekannte Düsseldorfer Schauspieler Moritz Führmann nicht die Gäste des Eröffnungsabends der Viersener Kulturbühne in ihren Fahrzeugen erreichen. Gemeinsam mit Anna Schudt war es für die Größen der Kulturszene aufgrund der niedrigen Inzidenzwerte möglich die besondere Beziehung zwischen Darstellern und Besuchern in fast direktem Kontakt wieder aufleben zu lassen.
Von RS-Redakteurin Nadja Becker

Viersen – Die Fahrzeuge bleiben in diesem Jahr draußen an der Kulturbühne am Hohen Busch. Gemütlich an Kabeltrommeln ist es möglich Platz zu nehmen und vor der großen Bühne das vielfältige Programm zu genießen.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

So eröffnete am Freitag vor gut besuchtem Haus eine szenisch-musikalische Lesung nach Thomas Mann die Veranstaltungsreihe. Anna Schudt und Moritz Führmann hatten den literarischen Stoff „Der Erwählte“ aufgearbeitet, der vielen vielleicht noch aus der Schule bekannt ist.

Die Erzählung rund um den Titelhelden, der in einem geschwisterlichen Inzest gezeugt wurde und dann durch Gottes Gnade zum Papst erwählt wird, wurde zudem begleitet von der Krefelder Harfenistin Uta Deilmann sowie dem Kaarster Cellisten Dan Zemlicka, während Jens Barabasch zwischen der Lesung musikalisch auf mit dem Dudelsack und der Querflöte überzeugte.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Schauspieler Moritz Führmann, der auch bereits in Fernsehserien mit seiner Schauspielerfahrung glänzen konnte, ist in Viersen kein Unbekannter. Von SOKO Leipzig bis zum Tatort reicht sein Repertoire. Geboren in Konstanz ist auch Anna Schudt mittlerweile in Düsseldorf heimisch geworden.

Nach vielen erfolgreichen Jahren am Theater wagte die Schauspielerin den Sprung ins deutsche Fernsehen und gehört mittlerweile zu den gefragtesten Darstellerinnen der Branche. 2018 gewann sie einen Emmy, war in der ZDF-Reihe „Der Kriminalist“ zu sehen und ist ihren Fans natürlich als Kommissarin Martina Bönisch im Dortmunder Tatort bekannt.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Während die Schauspieler szenisch den klassischen Mann-Text darstellten, rundete das ineinandergreifende und abgestimmte Duo aus Uta Deilmann und Dan Zemlicka musikalisch den Gesamteindruck ab und nahm mit auf einen besonderen Hörgenuss unter fast normalen Veranstaltungsbedingungen. Ein Stück Freiheit, ein Stück Normalität – gepaart mit einem mitreißenden Kunstgenuss. Miteinander vermischt bestätigte der begeisternde Applaus das Konzept, welches Lust machte auf mehr. (nb)