Nach dem furchtbaren Brand herrscht bedrückende Stille am Krefelder Zoo

Hunderte von Menschen kommen nach dem schrecklichen Brand vor den Haupteingang des Krefelder Zoos. Auch viele Kinder, die die Tragik nicht ansatzweise fassen können. Sie stehen eng beisammen, Tränen fließen. Sie legen Blumen nieder und stellen Kerzen in das immer größer werdende Meer von Lichtern, im Gedenken an die in der Neujahrsnacht verstorbenen Menschenaffen.
Von RS-Redakteur Dietmar Thelen

Krefeld – Ob mit gemalten Bildern oder Fotos der Affen, die Anteilnahme überwältigt auch den Zoo, wie auf einer Tafel am geschlossenen Eingangstor zu lesen ist. Der Zoo dankt allen für ihr tiefstes Mitgefühl und ist über die große Anteilnahme sehr berührt. Die Zuwegungen des bis auf die Grundmauern niedergebrannten Affenhauses sind abgesperrt und ein Blick auf das komplett zerstörte Gebäude ist kaum möglich. In den Zaun hinter dem Gorillagarten, der unmittelbar an das Brandobjekt angrenzt und wie durch ein Wunder vom Feuer verschont blieb, stecken Menschen Tulpen und stellen auch hier Lichter auf.

Foto: Rheinischer Spiegel

Zwischen Häusern einer Seitenstraße ist der Blick frei auf ein völlig ausgebranntes und verkohltes Metallgerippe, das in den Himmel ragt. Es herrscht beängstigende Stille in der Welt, in der sonst fröhliche Affenrufe zu hören waren. Der Brandort selbst ist nicht zu erreichen. Wenn der Zoo am Freitag, 3. Januar wieder öffnet, wolle man laut Pressesprecherin Petra Schwinn einen Katastrophentourismus vermeiden.

Mittlerweile haben die Krefelder Strafverfolgungsbehörden den verheerenden Brand im Krefelder Zoo weitestgehend geklärt. Das Feuer ist durch eine Himmelslaterne ausgelöst worden. Drei Frauen hatten in der Silvesternacht zuvor fünf von diesen aufsteigen lassen und sich nach der Pressekonferenz am Mittwoch bei der Polizei Krefeld gemeldet. Die Kriminalpolizei konnte bisher vier dieser Himmelslaternen in der Nähe des Affenhauses sicherstellen. Bei der fehlenden fünften Laterne handelt es sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit um die Laterne, die den Brand ausgelöst hat. Der Brand begann in der nordöstlichen Ecke des Daches, die Plexiglasdecke war vor einigen Jahren nach einem Hagelschlag eingesetzt worden. Möglich sei, dass auch das dortige Laub eine Rolle gespielt haben könnte, weshalb weitere Brandursachen untersucht werden.

Foto: Rheinischer Spiegel

Die Frauen hatten die Laternen zuvor im Internet bestellt. In ihren Vernehmungen hatten sie angegeben, dass sie keinen Hinweis auf ein Verbot gefunden haben. Mit den schlimmen Folgen hätten sie nicht gerechnet. Sie gaben nachvollziehbar an, dass ihnen das Geschehen unendlich leid täte. Eine couragierte Tat sich bei der Polizei zu melden, hochanständig und die Respekt verdiene, sagte Gerd Hoppmann von der Kriminalpolizei Krefeld. Bei den Frauen handelt es sich um eine Mutter mit ihren zwei erwachsenen Töchtern im Alter von 30 bis 60 Jahren. Gegen die Krefelderinnen wird nun wegen fahrlässiger Brandstiftung ermittelt, darauf stehen Freiheitsstrafen bis zu fünf Jahren oder eine Geldstrafe.

Foto: Rheinischer Spiegel

An Rauchintoxikation oder in den Flammen seien die Tiere gestorben, die mittlerweile geborgen wurden. Für die Tierpfleger eine schwere Aufgabe, die die Tiere, die den Menschen im Tode durch den Brand ähnlich sehen, identifizieren mussten. Überlebt hatten die zwei Schimpansen Bally und Limbo, die nun von Zootierärzten betreut werden. Ein weiteres Problem ergibt sich bei der Bestattung der Tiere, denn eine Beerdigung von Wildtieren sei nicht erlaubt, berichtete Zoosprecherin Petra Schwinn. Die Tiere wurden deshalb dem Veterinäruntersuchungsamt übergeben. (dt)

Foto: Rheinischer Spiegel

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