Nach elf Wochen „Haar“-Lockdown – Friseure öffneten wieder

Bundesweit durften am Montag die Friseure wieder öffnen. Während sich durchaus Schlangen vor den Läden bildeten, hatten die meisten Haarkünstler im Vorfeld Termine vergeben.
Von RS-Redakteurin Claudia-Isabell Schmitz

Viersen – Der erste Haarschnitt erfolgte teilweise sogar bereits kurz nach Mitternacht und wurde für hohe Spenden versteigert. Nach rund elf Wochen Schließung durften die Friseure im zweiten Lockdown ihre Türen wieder öffnen und auch in Viersen waren die Termine schnell vergeben. Ohne die ging es eigentlich nicht, obwohl sich hin und wieder Schlangen vor den Salons bildeten. Schwierig, denn die rechtlichen Vorgaben waren eng getaktet und nur eine vorgegebene Personenanzahl zugelassen. Während sich die meisten Friseure an die Maßnahmen hielten, gab es allerdings in der Region auch kreative, jedoch meist erfolgreiche und mit einem teuren Bußgeld behaftete Verstöße hinter beispielsweise dunkel beklebten Schaufensterscheiben.

Bei dem Viersener Friseurmeister Olaf Josten begann der Tag pünktlich am Montagmorgen, der Traditionsfriseur hatte bereits im Lockdown einiges für seine Kunden einfallen lassen. Beispielsweise ein WhatsApp-Newsletter informiert regelmäßig über aktuelle Neuigkeiten und die über sechzig Anmeldungen innerhalb der ersten Tage zeigen, dass die Idee ankommt. „98 Tage im Lockdown haben der Branche schwer geschadet. Nicht wenige meiner Kollegen werden nicht mehr öffnen“, so Olaf Josten, dessen Team am Montag gewohnt für die Kunden bereitstand. „Wir alle haben, so wie alle anderen Branchen auch, unsere privaten Ersparnisse aufgebraucht, in Gesprächen haben Kollegen darüber berichtet, dass sie selbst ihre Rücklagen für das Alter nutzen mussten. Natürlich freuen wir uns, dass wir wieder öffnen können, doch wir müssen weiterhin die Corona-Maßnahmen so gut es geht einhalten damit ebenfalls andere Branchen eine Chance erhalten.“

Die Schließungen durch den Lockdown setzen verschiedenen Branchen massiv zu. Dass zunächst nur die Friseure wieder öffnen dürfen, dafür gab es mehrere Gründe auf der Bund-Länder-Konferenz Mitte Februar. Vor dem Hintergrund der Bedeutung von Friseuren für die Körperhygiene und der jetzt bereits seit längerem bestehenden Schließung schien es erforderlich, die Inanspruchnahme zu ermöglichen, da erhebliche Teile der Bevölkerung, insbesondere ältere Menschen, auf diese angewiesen sind. (cs)

„98 Tage im Lockdown haben der Branche schwer geschadet. Nicht wenige meiner Kollegen werden nicht mehr öffnen“, so Olaf Josten, dessen Team am Montag gewohnt für die Kunden bereitstand. Foto: Rheinischer Spiegel