Nach Schimmelbefall – Süchtelner Kita Anne-Frank-Straße wird saniert

Der Ausschuss für Bauen, Umwelt- und Klimaschutz hat die Sanierungsarbeiten der Süchtelner Kita Anne-Frank-Straße beschlossen. Rund 437.000 Euro werden die Arbeiten kosten, die nach dem Schimmelbefall an einer Außenwand des „Atelier-Raumes“ nötig wurden.
Von RS-Redakteurin Claudia-Isabell Schmitz

Viersen-Süchteln – Bereits Mitte Oktober war festgestellt wurden, dass die Abdichtung des 1975 erbauten Gebäudes der Kita Anne-Frank-Straße nicht fachgerecht ausgeführt wurde, nachdem sich an der Außenwand Schimmel zeigte. Mittlerweile ist der Atelier-Raum gesperrt und Messungen ergaben, dass das gesamte Gebäude undicht ist. Rund 437.000 Euro werden für die nun anfallenden Arbeiten veranschlagt und die Kosten könnten noch steigen, sollten die Böden ebenfalls saniert werden müssen. Die Kosten, die aus dem Bauunterhaltungsbudget gedeckt werden, sind alleine für die Bearbeitung der Außenanlagen mit ca. 180.000 Euro veranschlagt, für die Herrichtung der Innenräume ist mit ca. 204.500 Euro zu rechnen.

Der Schimmel im Atelier-Raum war durch einen vor der Wand stehenden Schrank verdeckt worden und da kein Geruch auf die Problematik aufmerksam machte, fiel der Befall zunächst nicht auf, welcher der Kategorie 2 des Schimmelleitfadens des Umweltbundesamtes (UBA) zuzuordnen ist. Dieses empfahl den Schaden zeitnah zu unterbinden, den Befall mittelfristig zu ermitteln und zu beseitigen. Der Raum wurde verschlossen, die Durchgangstüre zum Nebenraum wurde abgeklebt und der Luftaustausch mit dem Nebenraum unterbunden. Hinzu kam ein Mikroschadstofffilter zur Filterung der Raumluft. Auch nachdem der Putz in einer Höhe von 1 m entfernt wurde, wurde kein sichtbarer Schimmelbefall festgestellt, dennoch sind die betroffene Wand und der Boden immer noch massiv durchfeuchtet.

Foto: Rheinischer-Spiegel/cs

Nachdem ein Schaden durch Leitungswasser oder durch die Heizungsleitungen ausgeschlossen werden konnte, wurde im Außenbereich der Sockel des nicht unterkellerten Gebäudes freigelegt. Hierbei wurde die nicht fachgerechte Abdichtung festgestellt, doch auch nach der Herstellung der fachgerechten Abdichtung trockneten die Bereiche nicht. Durch das Entfernen des Innenbodens wurde die vollflächige Feuchtigkeitsausbreitung auf der kompletten Bodenplatte des Raums sichtbar.

Nachdem das Gebäude an verschiedenen Stellen freigelegt wurde, konnte nachgewiesen werden, dass es sich um einen systematischen Fehler der gesamten Bauwerksabdichtung handelt. Die Betonfundamente sowie die darüber liegenden Verblendsteine und Fensterbereiche sind ohne vertikale Abdichtung hergestellt, die horizontale Abdichtung kann bei starkem Wasseranfall überlaufen werden. Die lange Feuchtigkeit hat zudem die Grundleitungen beeinflusst, die teilweise gerissen sind. Dichtungen wurden eingedrückt, Wurzeleinwüchse wurden festgestellt.

Nun muss das gesamte Gebäude fachgerecht abgedichtet werden, weshalb ein Entwässerungskonzept mit einer Drainage um das Bauwerk erstellt wird – rund 80 Zentimeter wird das Gebäude rundherum freigelegt. Erst danach erfolgt in den betroffenen Räumen eine fachgerechte Bautrocknung, die teilweise im laufenden Betrieb der Kita gesichert werden muss. Hinzu kommen intensive Arbeiten in den Ferienzeiten der Einrichtung. Die Arbeiten selbst beginnen voraussichtlich im Frühsommer dieses Jahres. (cs)