Nach Vogeltot: Abwehrnetze an St. Clemens entfernt

Nachdem mittlerweile einige tote Tiere in den Abwehrnetzen am Kirchturm St. Clemens in Süchteln hingen, wurden heute durch ein örtliches Dachdeckerunternehmen die Vogelfallen entfernt. Die Maßnahme wurde von der Unteren Naturschutzbehörde und Tierschützern begleitet – die Entfernung der weiteren Netze soll folgen. 
Von RS-Redakteurin Nadja Becker

Viersen-Süchteln – Nachdem am Wochenende die Schreie einer sterbenden Taube auf die Situation rund um den Kirchturm aufmerksam gemacht hatten, wurden heute die Abwehrnetze entfernt, die vor rund 20 Jahren am Kirchturm angebracht worden waren. Beobachtet wurde das hiesige Dachdeckerunternehmen, welches die Maßnahme am Morgen durchgeführt hat, nicht nur von Mitarbeitern des Ordnungsamtes, der Unteren Naturschutzbehörde, der Notfelle Niederrhein und des BUND Stadt und Kreis Viersen, auch ein Turmfalke ließ die Arbeiter nicht aus den Augen.

Vogel-Bergungsaktion in luftiger Höhe. Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Die Vogelfalle war am Wochenende von den Tierschützern beider Vereine gemeldet wurden, da sich bereits mehrere Vögel in den Netzen verheddert hatten und dort verendet waren. Der tote männliche Turmfalke in den Netzen soll bereits gute zwei Wochen dort gehangen haben. „Das können wir nicht glauben“, sagte Nadine Ehms, Notfelle Niederrhein e. V., weshalb sie diese Angaben prüfen wollen. Besonders schwierig war die Arbeit heute Morgen auch deshalb, weil hinter der Turmuhr ein frisches Dohlennest vorgefunden wurde. Umso mehr sahen die Tierschützer die Gefahr für die Tiere, die bald mit dem Legen der ersten Eier beginnen werden. Bereits vor zwei Jahren gab es einen ähnlichen Vorfall, damals waren ebenfalls Netze entfernt worden, weshalb ebenfalls Bernd Bäumer (NABU) als Falkenexperte gestern von den Tierschützern informiert worden war. „Es ist traurig, dass die Tiere sterben mussten. Wir sind aber froh, dass es Dank der Tierschützer und vor allen Dingen durch das Ordnungsamt so schnell gelungen ist so viele Helfer und Stellen zu aktivieren“, so Almut Grytzmann-Meister, Vorsitzende BUND Stadt und Kreis Viersen, „Thomas Biener vom Ordnungsamt hat uns sehr schnell und vor allen unbürokratisch geholfen, hat zudem eine seiner Mitarbeiterinnen heute Morgen nach Süchteln geschickt.“ Es sei allerdings unbegreiflich, dass erst Tage vergehen mussten bevor hier Abhilfe geschaffen wurde.

Während sie das Geschehen von unten aufmerksam verfolgten, war Philippe Niebling, als Vertreter der Unteren Naturschutzbehörde mit dem Dachdeckerunternehmen Dohmesen und Pfarrer Michael Schlößer auf den Turm gestiegen um ein aufmerksames Auge auf die geschützten Tiere zu haben, für die unter der Kirchturmuhr zwei Brutkästen zur Verfügung stehen. Entgegen erster Beobachtungen waren keine Jungtiere gefunden worden, die Schreie können auch von erwachsenen Tieren stammen, so die Fachleute vor Ort.
Die zerstörten Netze waren nach einer halben Stunde entfernt, nun werden Pfarrgemeinde und Unternaturschutzbehörde gemeinsam einen Falkner beauftragen, ebenso werden die Netze entfernt. Da noch keine Jungtiere vorhanden sind wird die Pfarre auch kein Bußgeld erwarten, das bei der streng geschützten Art bis zu 50.000 Euro reichen könnte. (nb)

Am Boden dagegen bangendes Warten der Notfelle Niederrhein e. V. Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Tierschützer melden tödliche Vogelfalle an Süchtelner St. Clemens-Kirche