Nachbarschaftshilfen: Gemeinsam gegen die Coronakrise

Mit dem Hund spazieren gehen, Einkaufen oder ein Fahrservice. Immer häufiger vernetzen sich Menschen miteinander und gründen in den sozialen Netzwerken Gruppen, um Risikogruppen oder Kranken zu helfen. Eine Übersicht hat die Redaktion des Rheinischen Spiegels zusammengestellt.
Von RS-Redakteurin Ebru Ataman

Niederrhein – Viele Menschen sind aktuell auf Unterstützung angewiesen. Was unsere Gesellschaft manchmal vergessen hat, das bringt tatsächlich nun das Corona-Virus wieder zusammen, denn immer mehr Nachbarschaftshilfen werden gegründet, hinzu kommen neue Plattformen, die Hilfegesuche und helfende Hände koordinieren.

Gerade erst online gegangen ist die Plattform wirhelfen.eu mit einer interaktiven Karte, welche die aktuellen Angebote sammelt. Alleine in den ersten Tagen haben sich mehr als 1.000 Menschen registriert.

Vernetzten können sich Nachbarn ebenfalls auf dem Nachbarschaftsportal nebenan.de. Nach eigenen Angaben haben sich über 1,4 Millionen Mitglieder angemeldet, die in rund 400 Städten zu Hause sind. Um auch die Menschen zu erreichen, die nicht online vernetzt sind, bietet das Portal Zettel für Briefkästen und Hausflure an um diskret Hilfe erfragen oder anbieten zu können.

Bei der Nachbarschaftshilfe.nrw handelt es sich um eine landesweite Bürgerplattform, die ebenfalls ganz frisch ins Netz gestellt wurde. Noch ist die Plattform recht klein, aber das in Anbetracht der aktuellen Lage wahrscheinlich nur eine Frage der Zeit.

Einen Einkaufsservice bietet zudem das Deutsche Rote Kreuz an um Menschen mit Behinderung zu entlasten. Ein Mitarbeiter kann bei Einkäufen begleiten oder auch eine Einkaufsliste abarbeiten. „Damit Sie körperlich entlastet werden, kümmern wir uns um Ihren Einkauf. Sie schreiben uns eine Einkaufsliste und bekommen Ihren Einkauf nach Hause geliefert. Natürlich können Sie auch gerne mitkommen. Das Tragen der schweren Tüten übernimmt dann aber einer unserer Mitarbeiter für Sie.“

Mit der Initiative Einkaufshelden wird die Junge Union aktiv.

Kreis Viersen

Im Kreis Viersen bieten zudem die Jungen Liberalen ihre Hilfe an. Lea Stuhlweissenburg, Pressesprecherin der Jungen Liberalen Kreis Viersen, erklärt: „Wir wollen als Jugendorganisation Verantwortung für die Schwächeren der Gesellschaft übernehmen und generationenübergreifend helfen. Daher übernehmen wir gerne kleine Einkäufe und Besorgungen, natürlich unentgeltlich. Lediglich die Kosten des Einkaufes müssen selbst getragen werden.“ Um mit den Jungen Liberalen in Kontakt zu treten, kann eine E-Mail an corona@eric-scheuerle.de geschickt werden oder die 015678 759248 angerufen oder per WhatsApp angeschrieben werden.

Viersen

Zudem haben sich auf Facebook Gruppen gebildet, die das Miteinander in den Vordergrund stellen. Hierzu gehört die Nachbarschaftshilfe Boisheim/Dülken und Umgebung ebenso wie die Initiative „Süchteln – gemeinsam stark“. Einkäufe erledigen, Rezepte/Medikamente abholen oder der Spaziergang mit dem Hund werden angeboten. „Durch die aktuelle „Corona – Situation“ sollte, mehr denn je, das Miteinander in den Vordergrund rücken. Diese Gruppe soll, in dieser kommenden Zeit, dazu beitragen uns gegenseitig zu helfen und zu unterstützen.“ Ein Kontakt neben Facebook ist von Mo. – Sa. 14:00 Uhr – 19:00 Uhr unter der Rufnummer 0163 6274165 oder der Mailadresse suechteln-gemeinsam-stark@web.de möglich.

Willich

  • Willicher Nachbarschaftshilfe (Facebook) – „Gerade jetzt in Zeiten von COVID-19 müssen wir alle zusammen halten und uns untereinander helfen. Besonders unseren älteren oder hilfsbedürftigen Menschen.“

Mönchengladbach

  • Hilfsnetzwerk Corona Mönchengladbach (Facebook)
  • ATV Biesel 1909 e. V., kleinere Einkäufe bis etwa 25 Euro innerhalb von Gelsenkirchen und Schelsen, Anruf Mo – Fr von 12 – 13 Uhr unter 0163 7898617 (zunächst bis 17. April)

Bitte teilen Sie uns gerne weitere Gruppen mit, wir werden diesen Bericht stetig erweitern oder weisen Sie in einem Kommentar auf weitere Möglichkeiten hin. (ea)

Auch die Nachbarschaftshilfe in Viersen-Süchteln stellt das Miteinander in den Vordergrund. Foto: Rheinischer Spiegel/ea