Narren Rock meets Kölsch Rock: In Niederkrüchten bebte die Begegnungsstätte

Fünfzig Jahre närrische Freude, fünfzig Jahre engagiert für das Winterbrauchtum, der Karnevalsverein Maak Möt Brempt 1969 e. V. hatte sich für seinen Geburtstag einiges einfallen lassen.
Von RS-Redakteur Dietmar Thelen

Niederkrüchten-Brempt – Mit einem abwechslungsreichen Mix aus heimischen Gewächsen der Gesellschaft, viel Beifall und närrischen Mitsingchören feierte der Karnevalsverein Maak Möt sein Jubiläum, welches in diesem Jahr unter dem Sessionsmotto „50 Jahre Narrenglück – Niederkrüchten spielt verrückt“ steht. Ein schon vor 50 Jahren moderner Verein, brach er doch mit Traditionen, als sich der „Bund moderner Frauen“ mit einigen Herren zusammenschloss. Bereits ein Jahr später zog erstmals der „Riefkoochewagen“ durch die Straßen, mit welchem der Tulpensonntagszug seine Geburtsstunde fand.
Seit dieser Zeit ist der KV Maak Möt Brempt aus dem karnevalistischen Leben der Region nicht mehr wegzudenken. Nach dem ersten Brempter Prinzenpaar Leo I. und Trude I. (Clemens), der mit einer Stange Porree als Zepter regierte, fanden sich in jedem Jahr neue Tollitäten, darunter auch zwei Mal der langjährige Präsident und spätere Ehrenpräsident Heinz Classen – natürlich mit seiner Lieblichkeit Doris. Er prägte den Verein, schuf ein großes närrisches Netzwerk und Freundschaften in der ganzen Region. Seit 2012 nun hat die nächste Generation ihre Arbeit im Vorstand des Vereins aufgenommen, die mit der mittlerweile 6. Krüchtener Herrensitzung oder der Bunten Nacht das närrische Brauchtum fortführt.

Foto: Rheinischer Spiegel

Überhaupt, der Karnevalsverein bietet ein breites Spektrum an Veranstaltungen mit immer neuen, frischen Ideen, so wurde im Laufe der Zeit die Auszeichnung des Goldenen Mühlrades geschaffen und sogar einen Eintrag in das Guinness Buch der Rekorde gab es mit dem bisher längsten Prinzenbiwak der jecken Zeit. Dass Präsidenten Carsten Scholz, nach dem beeindruckenden Einzug der Gesellschaft, stolz in die Menge rufen konnte: „Wir wollen die nächsten 50 Jahre gerne bleiben!“, wurde nicht nur mit Jubel begleitet, er sprach aus, was die Gäste im Herzen trugen: „Brauchtum ist nichts verstaubtes, Brauchtum ist ein Stück Heimat, lasst uns diese Heimat pflegen.“ Er erinnerte an das hervorragende Fundament, welches der neue Vorstand übernommen hatte und auf das er heute bauen kann. Er sprach allerdings auch die enormen Auflagen beim Tulpensonntagszug an, die das Feiern erschwerten, ebenso wie er für eine „klare Kante gegen Rechts“ warb. „Denn Karneval ist tolerant. Jeder der mit uns feiern möchte, sei herzlich willkommen“, so Carsten Scholz.

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Glückwünsche überbrachten nicht nur zahlreiche, befreundete Vereine aus der ganzen Region, ebenfalls FEN-Regionalpräsidentin und NRW-Landespräsidentin Ingeborg Gartz, KLN-Schatzmeister Helmut Völker und die stellvertretende Bürgermeisterin Marion Schouren. „In Niederkrüchten wird Karneval großgeschrieben und auch groß gefeiert. Ganz besonders ist dies unserem Karnevalsverein Maak Möt zu verdanken. Seit 50 Jahren und mit ganz viel Freude, mit Fantasie und mit viel Engagement und familiärer Gemeinschaft, für alle die mitfeiern möchten in der ganz besonderen bunten, fröhlichen 5. Jahreszeit“, so Marion Schouren. „Maak Möt hat sich in den 50 Jahren zu einem Verein entwickelt, der weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt ist.“

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Der Abend, der ein Mix aus Saalkarneval und Party geplant war, startete mit den Auftritten der verschiedenen Garden des Vereins auf der Bühne, auf der nicht nur die Minigarde mit ihren Schritten verzauberte und für die kleine Tänzerin Emilia ein Geburtstagslied ertönte. Ebenfalls die Jugendgarde, mit einer starken Besetzung von dreizehn Tänzerinnen, wurde jubelnd bei ihrem neuen Sessionstanz begleitet. Beifall, den sich gekonnt zudem das Solomariechen Hannah Meertz sicherte, die zu einem Musikmix aus „Dirty Dancing“ neben dem traditionellen Gardetanz moderne Akrobatik einfließen ließ. Nicht minder mitreißend die große Garde oder die Prinzengarde aus St. Tönis, die mit geballter „Trompetenkraft“ ein Ständchen ganz im Sinne des Brauchtums darbrachten. Doch dieser Abend war keine sitzende Veranstaltung am gedeckten Tisch, schließlich sollte gefeiert werden. Diesen Part übernahm die Krefelder Band „Oedingsche Jonges“. Mit kölschen Klassikern, zu denen der Saal nicht nur tanzen konnte, sondern die zudem im Chor mitgeschmettert wurden, brachte die sechsköpfige, 1993 gegründete Band die Niederkrüchtener Begegnungsstätte zum Beben – der beste Beweis für ein erfolgreiches Jubiläum, welchem sicherlich noch viele im Kreise der Karnevalisten folgen werden. (dt)

Foto: Rheinischer Spiegel