Narrenakademie Dülken kürte den neuen Doctor humoris causa

Die berittene Akademie der Künste und Wissenschaften, die erleuchtete Monduniversität promovierte an diesem Wochenende bei ihrem 44. Kreuzherrenessen am 182. Tag des Jahres 469 ihres Bestehens den neuen Doctor humoris causa nach strengem Rigorosum im Dülkener Bürgerhaus.
Von RS-Redakteurin Claudia-Isabell Schmitz und Leo Dillikrath

Viersen-Dülken – Im Dülkener Bürgerhaus kamen Senatoren und korrespondierende Mitglieder der Narrenakademie Dülken zu ihrem traditionellen Kreuzherrenessen am vergangenen Freitag zusammen, um die Ehre des neuen Doctor humoris causa zu vergeben. Die besondere Auszeichnung bedeutet übersetzt Doktor humorhalber und wurde an die Ehrendoktorwürde Doctor honoris causa angelehnt.

Eine Ehre, die in diesem Jahr Dr. René H. Pschierer zuteilwurde. Ein Spontan-Emigrant spürte den „ictum molae Dulkensis“ in der Mainzer Fastnacht auf und kündete als Bajazz von ihrem Ruhm. Pschierer wurde 1968 in Düren geboren und bekam kein karnevalistisches Gen in die Wiege gelegt. Das Virus selbst fand ihn und verführte ihn zu selbstgeschriebenen Büttenreden in der Grundschule. Auch Spottgedichte über Lehrer und manch textlich gestaltete Schulfeier festigten den närrischen Ruf. 1989 gründete er das „Autonome Karnevalsprojekt“ an der RWTH in Aachen und sicherte sich 1990 den 1. Preis beim Nachwuchswettbewerb des WDR in Aachen in der Kategorie „Rede“, der ihm eine Mitgliedschaft im Aachener Karnevalsverein sowie einen Auftritt in der Fernsehsendung „Wider dem tierischen Ernst“ einbrachte. Von da an war sein karnevalistischer Weg nicht mehr aufzuhalten. 1991 begann er eine Ausbildung zum Herrenredner und natürlich durfte auch das Spiel als Prinz Karneval im Uni-Dreigestirn der RWTH Aachen nicht fehlen.

Foto: Rheinischer Spiegel/Leo Dillikrath

Sein gesamter Lebenslauf ist geprägt von wichtigen Stationen, zu viele, um sie alle aufzählen. Dennoch darf die Gründung des Fastnachtschor „Altstadtsänger Wittlich“ 2006 oder die Berufung nach Mainz 2010 mit einem ersten Auftritt beim MCV als „Arnoldus, Spielmann Karls des Großen“ sowie 2012 die Ernennung zum 4. „Bajazz mit der Laterne“ auf keinen Fall fehlen, wie Rector magnificus Dr. Arie Nabrings, in seiner Rede hervorhob. Die Verleihung erfolgte traditionell im Kreise der eingekleideten Senatoren und die Verlesung der Urkunde wurde gekrönt durch einen passenden Doktorhut, wonach das angeregte Miteinander erst am späten Abend ihr Ende fand.

Nun fehlt aber doch noch etwas, werden Sie sich fragen. Selbstverständlich möchten wir nicht vergessen auf die drei traditionellen Fragen einzugehen, die mit dem strengen Rigorosum der Dülkener Narrenakademie und erleuchteten Monduniversität einhergehen. Da der neue Doctor humoris causa, Dr. René H. Pschierer, diese mit viel Können ausführlich beantwortet hat, kann hier nur ein Auszug einen kleinen Einblick geben.

1. Was verbirgt sich hinter dem bajazzoiden Mühlenbeweis und welche Schlussfolgerungen hat der Kandidat aus seinen Nachforschungen gezogen?
2. Vermag der Kandidat weiter Beweise für den prägenden Einfluss der Stadt Dülken auf die närrische Entwicklung anderer Metropolen aufzuzeigen.
3. Inwiefern wurde der Kandidat bei seinen Forderungen von den Gelehrten der erleuchteten Monduniversität und berittenen Akademie der Künste und Wissenschaften zu Dülken beeinflusst?

„Mit großer Freude und unbändigem Stolz darf ich verkünden, dass es mir anhand des Symbols der Narrenakademie gelungen ist den Beweis zu erbringen, dass der Ruhm Dülkens nicht nur ins fidele Aquisgrana nach Aachen erstrahlt, sondern auch in die Aurea Mogunita nach Mainz“, so Dr. René H. Pschierer. Er schloss mit den Worten: „Mens agitat Molem – der Geist bewegt die Mühle. Und geistreiche Geister finden sich in Dülken zuhauf, man könnte fast von einer ganzen Geisterbahn sprechen. Passend hierzu möchte ich mit ein paar Versen schließen:

Wenn Geist nicht nötig hat zu prahlen,
Weil er zur Tradition gehört,
Wenn Lichter aller Größen strahlen –
Da wird Minerva selbst betört.

Wo Wurzeln wahrer Weisheit gründen,
War Narrentum schon immer da –
Auf das die Völker jubelnd künden:
Dir, Dülken, sei die Gloria!“ (cs/dt)

Foto: Rheinischer Spiegel/Leo Dillikrath