Narrenakademie Dülken kürte neuen Doctor humoris causa

Ob Platt, Plaat, Plott oder Ploat, Dr. Georg Cornelissen, Leiter der Abteilung Sprache beim LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte, kennt die Unterschiede der rheinischen Ortsdialekte und regionalen Umgangssprachen genau. Für seine Forschung rund um die Sprachinseln der heimischen Geschichte, wurde er am vergangenen Wochenende von der Dülkener Narrenakademie zum neuen Doctor humoris causa ernannt.
Von RS-Redakteur Dietmar Thelen

Viersen-Dülken – Im Corneliushaus kamen in diesem Jahr Senatoren und korrespondierende Mitglieder der Narrenakademie Dülken zu ihrem traditionellen Kreuzherrenessen zusammen um die Ehre des neuen Doctor humoris causa zu vergeben. Der Titel, der von ganz unterschiedlichen Vereinigungen in Deutschland verliehen wird, bedeutet übersetzt Doktor humorhalber und wurde an die Ehrendoktorwürde Doctor honoris causa angelehnt.
Eine Ehre, die in diesem Jahr dem Sprachwissenschaftler Dr. Georg Cornelissen zuteilwurde, der zwar bereits 1988 zum korrespondierenden Mitglied der ehrwürdigen Narrenakademie berufen wurde, dessen Ernennung allerdings nie öffentlich gemacht wurde.

Foto: Rheinischer Spiegel

Dr. Georg Cornelissen wurde 1954 in Kevelaer geboren und arbeitet als deutscher Sprachwissenschaftler sowie als Spezialist für die Sprachen des Niederrheins. Als Leiter der Abteilung Sprache beim Institut für rheinische Landeskunde und Regionalgeschichte im Landschaftsverband Rheinland ist der neue Ehrenwürdenträger in Bonn tätig. Cornelissen ist Verfasser verschiedener Bücher zu den Dialekten und Regiolekten im Rheinland sowie zur regionalen Sprachgeschichte. Forschungen, die der Laudator, Rector magnificus vicarius Dr. Arie Nabrings, in seiner Rede hervorhob und Kenntnisse, die der diesjährige Doctor humoris causa bei seiner Prüfung zur Auszeichnung durch den Rector magnificus Dr. Volker Müller gekonnt bewies. Dabei fand der Doktorand, der unter anderem im WDR über die niederrheinische Sprache referiert, gekonnt die Verbindung zu den Sprachforschern Theodor Frings sowie Michael Sartingen und stellte dabei die Eigenheiten des Dölker Plott heraus.

Die Verleihung erfolgte traditionell im Kreise der eingekleideten Senatoren nach drei Hammerschlägen durch den Rector magnificus Dr. Volker Müller. Die Verlesung der Urkunde durch Secretarius Erhard Braun, die mit Beifall begleitetet wurde, wurde gekrönt durch einen passenden Doktorhut, wodurch die spannende Reise in die Welt der Dialekte bei Gesprächen und einem karnevalistischen Miteinander erst am späten Abend ihr Ende fand. (dt)