Naturdenkmal fällt: Viersen muss sich von Blutbuche im Casinogarten verabschieden

Über 100 Jahre hatte die Blutbuche im Casinogarten die Viersener Geschichte begleitet, hatte Kriege und Unwetter überlebt. Nun fällt der Baum, der als Naturdenkmal geschützt war, nachdem ihn ein Pilz befallen hatte. Letzte Rettungsversuche waren umsonst, am Donnerstag soll der Stamm fallen.
Von RS-Redakteurin Ebru Ataman

Viersen – Mit großem Gerät wurden bereits die dicken Äste der Blutbuche entfernt, die dem Casinogarten in Viersen ein einzigartiges Bild gegeben hatte. Der BUND Stadt und Kreis Viersen hatte sich in der Vergangenheit intensiv für die Blutbuche im Casinogarten eingesetzt, wodurch der Status eines Naturdenkmals vergeben wurde. Als die Fällung bekannt wurde, hatte sich der BUND Stadt und Kreis Viersen für eine weitere Prüfung des stolzen Baumes eingesetzt, folgte nach weiteren Nachfragen allerdings dem Gutachten des vereidigten Baumsachverständigen aus Köln, den der BUND Stadt und Kreis Viersen selbst in der Vergangenheit mehrfach zu Rate gezogen hatte.

Das Naturdenkmal im Casinogarten muss aufgrund eines Pilzbefalls gefällt werden. Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Ein Schadpilz zerstörte die Wurzeln der Blutbuche – äußerlich nicht erkennbar – vermutlich seit vielen Jahren. Im Spätsommer dieses Jahres zeigten sich erstmalig Pilzfruchtkörper des sogenannten Riesenporlings am Stammfuß der Blutbuche. Die rings um den Baumstamm herum aufgetretenen Pilzfruchtkörper sind ein deutliches Indiz für das Ausmaß der Schädigung. Äußere Anzeichen des Absterbens sind die signifikante Verkleinerung der Laubblätter, Auflichtungen der Krone und die vermehrte Bildung von Totholz. Der Gutachter stellte fest, dass durch die fortgeschrittene Zerstörung der Wurzeln die Standsicherheit der Blutbuche erheblich beeinträchtigt ist und aufgrund dessen wurde die Fällung beauftragt. (ea)