Nettetaler Bürgerbegehren fordert Abriss der Werner-Jaeger-Halle

Franz-Heinrich Harmes aus Hinsbeck, Manfred Meyer aus Lobberich und Sascha Hagenschneider aus Breyell haben sich Mitte Dezember 2019 zusammengefunden, um ein Bürgerbegehren zu initiieren, das den Abriss der sanierungsbedürftigen Werner-Jaeger-Halle (WJH) zum Ziel hat.

Nettetal – Mitte Januar wurde der Antrag auf Einleitung des Bürgerbegehrens bei der Stadtverwaltung fristgerecht eingereicht. Motto des Bürgerbegehrens ist: „Stoppt Steuerverschwendung: WJH abreißen!“ Mit dem Bürgerbegehren wollen die Initiatoren den am 21.11.2019 mehrheitlich gefassten Ratsbeschluss zur WJH-Sanierung kippen und fordern, dass alle Nettetaler über die Verwendung der erheblichen Steuermittel für die Sanierung entscheiden dürfen.

Für das Bürgerbegehren sprächen, neben der Partizipation der Bürgerschaft, in der Sache viele Gründe. Franz-Heinrich Harmes meint: „Die dem Rat vorgelegten Kostenschätzung ist auf knapp über 9 Mio. € schöngerechnet worden, damit die Ratsmitglieder zustimmen.“ Manfred Meyer ergänzt: „Wie man zuletzt an der enormen Kostensteigerung des Kreisarchivs gesehen hat, weiß doch jedes Kind, dass die Kosten noch einmal drastisch steigen werden.“ Außerdem habe man dem Rat in 2019 schon Kostenschätzungen von über 15 Mio. € ohne Mehrwertsteuer vorgelegt. Die unkalkulierbaren Kosten würden die nachfolgenden Generationen belasten.

Sie kämpfen für den Abriss der Werner-Jaeger-Halle: Franz-Heinrich Harmes (links), Sascha Hagenschneider (rechts) und Manfred Meyer (nicht auf dem Bild). Foto: Bürgerinitiative

Sascha Hagenschneider findet, dass die Steuermittel für einen Prestigebau verschleudert würden: „In allen Stadtteilen gibt es schlechte Straßen, stinkende Schultoiletten und viele weitere Probleme.“ Die Initiatoren kritisieren auch die nicht abschließend geklärte Altlastenproblematik hinsichtlich der asbesthaltigen Fassade. Dass der keinesfalls sichere Bundeszuschuss von bis zu 2,43 Mio. € als selbstverständlich von den Gesamtkosten abgezogen werde, sei eine Milchmädchenrechnung. Klar ist für die Initiatoren auch, dass ein Sprechtheater mit eingeschränkten Nutzungsmöglichkeiten nicht mehr zeitgemäß sei. Außerdem sei es nicht notwendig. Mit den Sanierungsbefürwortern sei man sich jedoch in einem einig: Das WJG soll auf jeden Fall eine Schulaula bekommen.

Nach erfolgter Antragseinreichung, Zulässigkeitsprüfung und Kostenschätzung durch die Verwaltung geht es nun für die Initiatoren darum, im ersten Schritt genügend Unterschriften für das Bürgerbegehren zu sammeln, um im zweiten Schritt einen Bürgerentscheid zu ermöglichen. Sobald die Kostenschätzung der Verwaltung vorliegt, werden die Initiatoren schnellstmöglich mit der Unterschriftensammlung in den Nettetaler Stadtteilen beginnen. Franz-Heinrich Harmes meint abschließend dazu: „Nach den vielen widersprüchlichen Äußerungen von Bürgermeister Wagner hoffen wir, dass eine ehrliche Diskussion über die WJH stattfindet.“ Ferne hoffen alle Initiatoren auf die Unterstützung der Nettetaler.