Neubau an der Wörthstraße: Wohnungsgenossenschaft Viersen investiert in kleine Wohnungen

An der Wörthstraße im Rahser baut die Wohnungsgenossenschaft Viersen im nächsten Jahr 21 barrierearme Wohnungen für Single- und Zwei-Personen-Haushalte. Rund 2,1 Millionen Euro hat die Genossenschaft 2018 und 2019 in ihren Wohnungsbestand investiert.

Viersen – Während der Mitgliederversammlung konnte der Vorstand jetzt eine erfolgreiche Bilanz ziehen. Das herausragende Ereignis des vergangenen Jahres war die Fertigstellung der ersten Viersener Klimaschutzsiedlung an der Oststraße mit insgesamt 48 Wohnungen im Passivhaus-Standard. „Wir sind stolz darauf, dass wir in der Klimaschutzsiedlung eine CO2-neutrale Wärmeversorgung haben und jährlich rund 60 Tonnen CO2 gegenüber konventioneller Bauweise einsparen“, sagte der hauptamtliche Vorstand Heinz Fels, der Ende des Jahres in Ruhestand geht. Die Wohnungsgenossenschaft hat die Gebäude an der Oststraße beispielsweise mit dezentralen Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung, einer Erdreich-Wärmepumpe mit Solarthermie und einer Photovoltaik-Anlage ausgestattet. Die Klimaschutzsiedlung ist vom Land Nordrhein-Westfalen mit der Klimapoint-Stele ausgezeichnet worden.

Zufriedene Gesichter bei der Wohnungsgenossenschaft Viersen (v.r.): Heinz Fels, hauptamtlicher Vorstand, Geschäftsführer Lars Sluka, Aufsichtsratsvorsitzende Regina Peters sowie die beiden nebenberuflichen Vorstandsmitglieder Georg Maria Balsen und Günter Neumann. Foto: Wohnungsgenossenschaft Viersen

Auch im Bestand ist die Wohnungsgenossenschaft aktiv, um die Energiebilanz zu verbessern und den Wohnkomfort zu erhöhen. Neue Heizungen, neue Bäder, neue und besser gedämmte Dächer, sanierte Fassaden, gedämmte Kellerdecken – allein im Jahr 2018 investierte die Genossenschaft mehr als 1,1 Millionen Euro in die Instandhaltung und Modernisierung. In diesem Jahr beträgt das Investitionsbudget im Wohnungsbestand wieder rund eine Million Euro. „Die Menschen wollen moderne Wohnungen, und die finden sie bei der Wohnungsgenossenschaft. Wir sind gut aufgestellt und werden auch künftig gezielt in unsere insgesamt 568 Wohnungen investieren“, erklärte Geschäftsführer Lars Sluka, der die Nachfolge von Heinz Fels antritt.

2018 erwirtschaftete die Wohnungsgenossenschaft einen Jahresüberschuss von fast 570.000 Euro, der zum allergrößten Teil in Rücklagen fließt. Die gut 1.000 Mitglieder erhalten wieder eine Dividende von vier Prozent auf ihre Genossenschaftsanteile. Insgesamt werden fast 30.000 Euro ausgeschüttet. Jeder Mieter ist Mitglied und somit Miteigentümer der Genossenschaft, die eingezahlten Anteile gelten als Mietkaution. Damit verbunden ist im Prinzip ein lebenslanges Wohnrecht.

Die Bilanzsumme hat sich 2018 auf rund 24,5 Millionen Euro erhöht. Trotz des Neubaus der Klimaschutzsiedlung liegt die Eigenkapitalquote bei rund 38,4 Prozent. „Unsere Genossenschaft ist wirtschaftlich kerngesund“, sagte Vorstandsmitglied Günter Neumann. Die Wohnungen seien sehr gefragt, es gebe derzeit so gut wie keinen Leerstand. Die durchschnittliche Kaltmiete beträgt 5,85 Euro pro Quadratmeter.

„Wir stellen fest, dass die Nachfrage nach kleinen Wohnungen, insbesondere für Einpersonenhaushalte, spürbar angestiegen ist“, berichtete Vorstandsmitglied Georg Maria Balsen. Diesem Trend trägt die Genossenschaft auch mit ihrem nächsten Neubauprojekt Rechnung: An der Wörthstraße entstehen ab dem kommenden Jahr insgesamt 21 barrierefreie oder barrierearme Wohnungen. Der dreigeschossige Komplex mit Aufzug wird über eine Wohnfläche von rund 1.100 qm verfügen. Die Wohnungsgenossenschaft will hier fast 3,5 Millionen Euro investieren.