Neue Integrationsfachkraft in Viersen

Die dringend benötigte Neubesetzung der Personalstelle der Integrationsfachkraft wurde vorgenommen. Nina Himmelspach stellte ihre Arbeit dem Viersener Integrationsrat vor.

Viersen – Der Integrationsplan gab im März die Neubesetzung vor, im Integrationsrat konnte sich nun die 39-jährige Nina Himmelspach vorstellen, die sich bereits seit Anfang Mai in die Integrationsarbeit der Stadt einarbeiten konnte. In der Sowjetunion geboren, kam sie 1996 nach Deutschland, studierte Sozialpädagogik und war zuvor in Düsseldorf tätig.

Passend dazu referierte Thomas Jaitner, Bildungsreferent des Landesintegrationsrates, am Weltflüchtlingstag über Bildungschancen für Flüchtlinge, der in einem sechs Punkte umfassenden Bericht informativ informierte, wie sehr Bildung und Integration untrennbar miteinander verbunden sind. Schulen fit machen für die veränderten Voraussetzungen war ein Appell, den er an Stadt, Politik und Ehrenamtler richtete. Kinder dürften dabei nicht den ‚schwarzen Peter‘ ziehen, müssten die Möglichkeit erhalten die deutsche Sprache zu lernen, um sich integrieren zu können, ohne dabei ihre Muttersprache zu verlernen. Anhand eines Beispiels aus Köln zeigte er Visionen auf. Dabei auch die klare Aussage, dass die schulische Laufbahn von Migranten nicht in der Hauptschule beginnen müsste. Es sei Aufgabe des Landes, dass sich alle Schulformen an diesem Schulbeginn beteiligen. Sakis Tsivalidis (Interkulturelle Liste) verwies in diesem Zusammenhang auf Erfahrungen aus der griechischen Gemeinde hin, in der Kinder mit gutem Bildungshintergrund aufgrund der Sprachschwierigkeiten an die Hauptschule verwiesen werden. Hier hatte der Schulausschuss der Stadt bereits in der Vergangenheit an die Schulen appelliert, weshalb Flüchtlinge heute besser auf alle Schulen verteilt werden würden.

Dazu führte die Stadt in einer Anfrage aus, dass es sich in Viersen aktuell dabei um etwa 380 neuzugewanderte Schüler handele, die in allgemeinbildenden Schulen unterrichtet werden. Nach Ablauf der zweijährigen Erstförderung in der besuchten Schule bestehe die Möglichkeit einen Schulwechsel je nach Leistung des Schülers vorzunehmen. Nicht mehr schulpflichtige Flüchtlinge haben darüber hinaus die Möglichkeit das Weiterbildungskolleg Viersen bzw. die angeschlossene Abendrealschule Mönchengladbach zu besuchen.
Im Bereich der Kindertagesbetreuung verweist die Stadt auf insgesamt 90 Kinder aus Flüchtlingsfamilien, 32 davon unter drei Jahren. Keines dieser Kinder nehme den Härtefallfond ‚Alle Kinder essen mit‘ in Anspruch.

Damit auch weiterhin Anträge unterstützt werden können, erweiterte der Integrationsrat seine Richtlinien von zeitlich begrenzten Projekten ebenfalls auf verlängerbare Maßnahmen. Ein reiner verwaltungsrechtlicher Akt, bei dem sich nur die Linken enthielten. Aus seinem Fördertopf stimmte der Integrationsrat für die Unterstützung einer Nachhilfe für Kinder mit Migrationshintergrund, einen Sprachkurs mit Beratung, einem interkulturellen Kochen im Rahmen der Interkulturellen Woche und einen weiterer Nachhilfeunterricht im Stadtteilbüro Südstadt. Vereine  und Gruppen mit Integrationsprojekten können eine Teilförderung durch den Integrationsrat beantragen. (re/pl)

Foto: Viersen inside