Neues Tor schmückt den Dülkener Lunapark

Das historische, hölzerne Tor ist schon lange Erinnerung – Zeit etwas zu ändern. Nun empfängt die Besucher des Lunaparks ein neues schmiedeeisernes Tor, das an die Ursprungssituation erinnert, aber die optische Offenheit des Durchgangs bewahrt und gestern feierlich eingesegnet wurde.

Viersen-Dülken – In einer Urkunde aus dem Jahr 1453 wird die Kreuzkapelle vor dem Steintor (Tor nach Süchteln) erwähnt. An ihr sollen die Armen der Stadt am Johannistag (24. Juni) eine Brotspende erhalten. Spätestens zu Beginn des 19. Jahrhunderts verliert die Kapelle ihre kirchliche Funktion und diente 1837 als Wachstube, bevor sie 1838 abgerissen wurde.  Aus ihren Steinen baute man nach Plänen des Kreisbaumeisters Hermkens 1838 ein neues Eingangstor für den hinter der ursprünglichen Kapelle gelegenen, 1831 neu angelegten ersten außerstädtischen Friedhof der Stadt an der Brabanter Strasse. Er wird 1873 an die Arnoldstraße verlegt. Reste des Friedhofs von 1831 sind im heutigen Marienpark allerdings noch erhalten.

Dazu zählt auch das Eingangstor des geschlämmten Backsteinbaus mit Zeltdach, gewöhnlich Portikus genannt. Ursprünglich schloss ein hölzernes Gitter in Lünettenform ein halbkreisförmig geformtes Wandfeld über Türen und Fenstern) das Bogenfeld des Eingangs ab. Die Bezeichnung Lünette kommt aus dem Französischen (lunette) und ist die Verkleinerung zu Mond, bedeutet also Möndchen. Von dort leitet sich wahrscheinlich die in Dülken gebräuchliche Benennung des Marienparks als Lunapark her. Zum Erhalt des Baudenkmals wurden in den letzten Jahrzehnten zahlreiche kleinere Maßnahmen vor allem mit Unterstützung der Bürgerstiftung der Stadtsparkasse Viersen, der Stadt Viersen, des Verkehrs- und Verschönerungsvereins Dülken e. V. sowie der Peter-Vogels-Stiftung durchgeführt. Die letzte größere Maßnahme erfolgte 2015.

Nun wurde mit der Einfügung eines neuen Eingangstores in gewissem Sinn der Schlussstein gesetzt. Den Entwurf dazu lieferte der Viersener Kunst- und Hammerschmied Michael Poos und übernahm auch die Ausführung der Maßnahme. Im Gegensatz zum ursprünglichen hölzernen, geschlossenen Eingangstor hat er ein transparentes, schmiedeeisernes Tor geschaffen, das an die Ursprungssituation erinnert aber die optische Offenheit des Durchgangs bewahrt. Die Anregung dazu gaben die Mitglieder des VVV, Peter van Horrick und Karl Giesen. Mit der Denkmalpflege der Stadt Viersen wurde die Maßnahme abgestimmt. Die Finanzierung stellten wiederum die Bürgerstiftung der Stadtsparkasse Viersen sowie der Verkehrs- und Verschönerungsverein Dülken e. V. sicher.
Die Übergabe des neu ergänzten Eingangstores durch den VVV Dülken und die Einsegnung durch Pfarrer Jan Nienkerke konnte gestern Morgen feierlich vorgenommen werden.

Foto: Martin Häming