NEW zieht sich aus Boisheimer Windpark-Planung zurück

Anfang Dezember hat das Oberverwaltungsgericht Münster entschieden, dass der Bau von vier Windrädern an der Boisheimer Nette zulässig ist. Die NEW ist mittlerweile aus dem Projekt ausgestiegen.
Von RS-Redakteur Dietmar Thelen

Viersen-Boisheim – Vier neue Windräder mit einer Höhe von mehr als 200 Metern, höher als der Kölner Dom, plante die NRW auf der Boisheimer Nette. Seitdem die Pläne öffentlich wurden, klagten Anwohner, Naturschützer und eine Bürgerinitiative gegen den Bau. Im Laufe der gerichtlichen Entscheidungen konnten die Kläger mehr als ein Mal den Baubeginn stoppen und so verzögern.

Nach einem vierjährigen Kampf vor Gericht hatte das Oberverwaltungsgericht Münster dann Anfang Dezember vergangenen Jahres zugunsten der Entscheidung des Kreises Viersen entschieden, der die immissionsschutzrechtliche Genehmigung für die Errichtung und den Betrieb der Windräder am 30. Dezember 2016 erteilt hatte.
Trotz der umfassenden Ausführungen der Bürgerinitiative „Boisheim wehrt sich“ und Fachleuten der Umwelt- und Naturschützer: Bei der Planung habe es keine Verstöße gegen umweltrelevante Belange gegeben und auch der Lärm sei für die Anwohner zumutbar. Die Entscheidung des Kreises sei weder fehlerhaft noch rechtswidrig gewesen, so die Entscheidung des Gerichts.

Auf Nachfrage bei der NEW bestätigte eine Sprecherin den Ausstieg aus dem Projekt: „Trotz des Urteils des OVG Münster wird eine Änderungs- oder Neugenehmigung erforderlich sein, die wieder Zeit und Geld kosten wird. Da dies zu Lasten der Wirtschaftlichkeit geht, haben wir uns entschlossen, aus dem Projekt auszusteigen und zu verkaufen. Der Käufer MLK Consulting GmbH & Co. KG wird den Windpark auf der Fläche weiter entwickeln.“

In 2017 verzeichnete NRW einen Bauboom der Windräder, doch in 2019 gab es einen enormen Einbruch von fast 90 % der Windrad-Baubranche. Ein Grund hierfür waren auch die strengen Abstandregeln in NRW, die konsequent verfolgt wurden und seit Antritt der Landesregierung im Jahr 2017 als Streitpunkt immer wieder in Diskussionen einflossen. Ende des Jahres hat Energieminister Pinkwart einen Gesetzesentwurf eingebracht, mit dem sich NRW an die Entscheidung des Bundes anpassen will. Danach soll der Mindestabstand zwischen Wohnbebauung und Windrädern von 1.500 Metern auf 1.000 Meter reduziert werden. (dt)

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