Nicht nur zum Reformationstag: Kunstausstellung in der Viersener Kreuzkirche

„Es ist ein Glücksfall, meine Gedanken und Interpretationen nun auch in der Viersener Kreuzkirche ausstellen zu dürfen“, sagt der diesjährige Schirmherr der Viersener open-art.

Viersen – „Hier stehe ich – ich kann auch anders“ – Der Gocher Maler und Zeichner Martin Lersch hat anlässlich des 500-jährigen Jubiläums der Verweigerung des Widerrufs von Luther 21 großformatigen Zeichnungen geschaffen. Bezugnehmend auf das größte Denkmal der Reformation, das Lutherdenkmal von Ernst Rietschel in Worms, stellt er in seinen künstlerischen Arbeiten die Figuren des Monuments, Vertreter der frühen Reformation und Vertreter der weltlichen Macht, in einer Verbindung von Zeichnung und Malerei dar. Der Künstler bezieht in seinem „malerischen Crossover“ von der antiken Kunst aus Pompeji bis hin zum Expressionismus und Antifuturismus des ehemaligen Düsseldorfer Kunstprofessors Norbert Tadeusz verschiedenste künstlerische Stilrichtungen ein. Kontrastreiche farbige Hintergründe zu diesen oft unerwarteten Figurenensembles bilden Farbstreifen aus Mischungen der Grundfarben nach dem Konzept des amerikanischen Minimalisten und Documenta-Teilnehmers Sol LeWitt.

Ursprünglich waren die Exponate auf Anfrage des Leiters der Stadtbibliothek in Worms für die Jubiläumsfeierlichkeiten entstanden. Nach der erfolgreichen Ausstellung in Worms sind sie nun in der Kreuzkirche Viersen zu sehen und laden den Betrachter zu einer Auseinandersetzung mit der Reformation und der Person Martin Luthers ein.

Foto: Privat

Uwe Peters, Kunstinteressierten auch als Mitorganisator der Viersener open-art bekannt, der jetzt Martin Lersch mit seinen sanft ironischen Interpretationen in die Kreuzkirche holt, lobt Lerschs Ausstellung als eine großartig gelungene „Lehrstunde zur Reformation“, die, eingebettet in die sonst reformierte Schlichtheit der Kreuzkirche, hier einen perfekten Rahmen gefunden hat.
Pfarrerin Kathinka Brunotte und ihrem Kollegen Hans Bretschneider gefällt es sehr, dass die Kreuzkirche nach einer ersten erfolgreichen Ausstellung in der Vergangenheit jetzt wieder zum Treffpunkt für kunstbegeisterte Menschen wird.

Kunst und Kirche, kann das denn überhaupt passen? „Unbedingt“, sagt Kathinka Brunotte. „Kirche interpretiert Glaube, fragt ihn an und drückt ihn aus. Kunst dagelegen kommentiert und kann anders sprechen als mit Worten. Das Zusammenspiel von Kunst und Kirche kann also nur bereichernd und inspirierend sein.“
Zur Vernissage am kommenden Freitag dürfen sich die Besucherinnen und Besucher noch zusätzlich auf ein besonderes Highlight in Sachen musikalische Begleitung freuen. Daniel Plöhn, Organist und Kantor an der Kreuzkirche in Viersen und mit seinem Projekt „Zeitfaktor“ 2018 Preisträger der „Schallwelle“ als bester Newcomer, wird zwischen Musik aus der Lutherzeit und modernen, elektronischen Elementen eine Brücke schlagen und als ein, in diesem Falle akustisches Crossover präsentieren (Hania Rani: Letter To Glass u. F Major, Daniel Plöhn: Sanctuary).

Foto: Privat

Termin zur Ausstellung von Martin Lersch in der Kreuzkirche, Hauptstraße 120 in Viersen:

Ausstellungsdauer: Freitag, 29.10.2021 bis Sonntag, 19.12.2021.
Vernissage: Freitag, 29. Oktober 2021, 19 Uhr.
Gottesdienst zum Reformationstag: 31.10.2021 10 Uhr, in Anwesenheit des Künstlers und Möglichkeit zum Austausch mit Martin Lersch nach dem Gottesdienst.
Gottesdienst mit der Superintendentin des Kirchenkreises Krefeld/Viersen, Frau Dr. Barbara Schwahn: 19.12.2021 10 Uhr, in Anwesenheit des Künstlers und Möglichkeit zum Austausch mit Martin Lersch nach dem Gottesdienst.

Besichtigung der Ausstellung: jeweils samstags 10 Uhr – bis 12 Uhr u. sonntags nach dem Gottesdienst 11 Uhr – 12 Uhr nach Anfrage, Samstag, 20. November 2021, 10 Uhr – bis 12 Uhr in Anwesenheit des Künstlers. (opm)