Niederkrüchten: BUND kritisiert Windpark-Planungen auf dem ehemaligen Militärflughafen

Auf den verwilderten Landebahnen des ehemaligen Militärflughafens in Elmpt sollen nach den Planungen Windräder und Sonnenkollektoren entstehen. Bereits der NABU Niederkrüchten hatte Kritik geäußert, hieran schließt sich der BUND Kreis und Stadt Viersen in einem offenen Brief an.
Von RS-Redakteurin Claudia-Isabell Schmitz

Niederkrüchten – Die Ausschreibung erfolgte bereits 2019, Ende 2020 hatte der Kreis Viersen über die beantragte Errichtung der Firma PNE AG aus Cuxhaven von sieben Windenergieanlagen im ehemaligen britischen Militärflughafen Niederkrüchten-Elmpt informiert.

Tier- und Naturschützer befürchten Gefahren für Fauna und Flora und haben bereits in der Vergangenheit Kritik geübt. Nun meldet sich ebenfalls der BUND Stadt und Kreis Viersen in einem offenen Brief an Bürgermeister Kalle Wassong zu Wort. Mit „Gewerbegebiet contra Natur- und Umweltschutz?“ befürworte der BUND Windkraft als alternativer Energieträger überall dort, wo diese nicht mit dem Natur- und Artenschutz kollidieren würde, doch gerade auf dem ehemaligen Flughafen, um den herum sich ein vielfältiges Leben entwickelt hat, sei dies nicht gegeben.

„Würde die Gemeinde Niederkrüchten, wie auch viele andere Städte und Gemeinden, die für Windkraft geeigneten Flächen überall dort ausweisen, wo man stattdessen diese als wertvolles Bauland lieber gewinnbringend an Investoren verkauft – dann gäbe es auch in Niederkrüchten nicht eine derart unzeitgemäße Diskussion um die geeigneten Standorte für Windkraftanlagen“, so BUND-Vorsitzende Almut Grytzmann-Meister. „So aber hat sich der Niederkrüchtener Bürgermeister leider zum Fürsprecher einer polemischen Kontroverse gemacht: WINDKRAFT im Gewerbegebiet Elmpt gegen NATUR-UND ARTENSCHUTZ – mit Aussagen wie „Das ist eine Katastrophe!“ Schon mit der Teilung eines wertvollen Naturschutzgebietes auf dem Elmpter Flugplatz hat der Naturschutz – dank der massiven Einsprüche der Gemeinde Niederkrüchten – wertvolle Flächen an die wirtschaftliche Nutzung abgeben müssen, verloren.“

Der BUND Stadt und Kreis Viersen verweist auf ein Verfahren gegen die Bundesrepublik Deutschland, welches die EU vor dem EUGH eingeleitete hat und in welchem es genau um diese Kontroverse geht: „Viele Flächen, die nach EU-Recht für den Natur- und Artenschutz reserviert sind, werden noch immer gewerblich überplant – auch das Gelände des ehemaligen Flugplatzes Elmpt! Das ist und bleibt ein vorsätzlicher Verstoß gegen EU-Recht!“

Mit öffentlichkeitswirksamen Terminen zu Blühstreifen würde ein Greenwashing betrieben. Die BUND-Vorsitzende unterstreicht, dass dies alles nur wenig mit dem nachhaltigen Natur- und Artenschutz zu tun habe wie es die gesetzlichen EU-Vorgaben vorsehen würden.

„Wir bitten den Bürgermeister zu einer sachlichen und zeitgemäßen Diskussion zurückzukehren. Der Klimawandel mit all seinen negativen Folgen macht auch um die Gemeinde Niederkrüchten keinen Bogen. Die Gemeinde kann andere geeignete Standorte für Windkraftanlagen ausweisen, die nicht mit den Belangen des Natur- und Artenschutzes kollidieren.“ (cs)

Foto: fotoblend/Pixabay

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