Niederkrüchten – Kita St. Bartholomäus weiht Erweiterungsbau offiziell ein

Um 162 Quadratmeter Nutzfläche und 20 Betreuungsplätze wurde die Kita erweitert. Knapp 594 000 Euro kosteten der Neubau und die Umbaumaßnahmen. Die Kita bietet jetzt Platz für 60 Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren. Wegen Corona konnte die offizielle Einweihung erst am Dienstag stattfinden.

Niederkrüchten – „Ein Hoch auf uns!“, sangen die Kinder und begrüßten damit die Gäste der Einweihungsfeier, die gerne in den Gesang mit einstimmten. Und noch ein Umstand hob die Stimmung: „Da alle unsere Gäste und Mitarbeiter nachweislich geimpft sind, können wir jetzt die Masken abnehmen“, verkündete Sylwia Digiacomo, Geschäftsführerin der Trägergesellschaft Horizonte. Damit eröffnete die Geschäftsführerin die Feierlichkeiten und blickte in sichtlich erleichterte Gesichter.

Im August 2020 begannen die Bauarbeiten zum Erweiterungsbau der Kita. Sie erhielt drei neue Differenzierungsräume mit Wickelraum und Kindertoiletten, einen großen, lichtdurchfluteten Personalraum, einen Computerarbeitsplatz für die pädagogischen Fachkräfte, Garderoben und abschließbare Spinde. „Schauen Sie sich gleich mal den schönen Personalraum mit seinem runden Fenster an. Von da aus kann man wunderschön über die Dächer von Niederkrüchten blicken“, begeistert sich Digiacomo.

V.l.n.r. Pfarrer Alexander Schweikert, Geschäftsführerin Horizonte Sylwia Digiacomo, Kita-Leitung Brigitte Böken, Architekt Willi Randerath, Bürgermeister Kalle Wassong – Foto: Horizonte

Bei den Umbaumaßnahmen entstanden im Altbau neue Personaltoiletten. Auch der Küchenbereich wurde neu gestaltet und erhielt eine Einbauküche mit Industriespülmaschine. „Das macht die Arbeit für die zuständigen Kräfte viel einfacher und verkürzt den Arbeitsprozess“, so Digiacomo. Insgesamt 594.000 € sind die voraussichtlichen Kosten des Bauprojekts. 90 Prozent der Investitionssumme kommen vom Land NRW, die restlichen 10 Prozent übernimmt die Gemeinde Niederkrüchten. Ziel war es, dem gestiegenen Bedarf an Kita-Plätzen in Niederkrüchten zu entsprechen. 20 zusätzliche Betreuungsplätze sind so entstanden.

Die Kosten für die Erneuerung des Außengeländes trug die Trägergesellschaft Horizonte. Eine Hügelrutsche, Sandspielflächen, Hüpfpalisaden, eine restaurierte, schon fast historische Spielhütte, eine instandgesetzte Matschanlage, die Vogelnestschaukel und vieles mehr bieten den Kindern abwechslungsreiche Spielmöglichkeiten. Der Förderverein der Kita beteiligte sich an den Maßnahmen mit 5.500 €.

Die Leiterin der Kita, Brigitte Böken, freute sich über das schöne Ergebnis. Zwischendurch hatte sie jedoch manchmal Zweifel, wie sie das alles zu schaffen sei: „In den Weihnachtsferien war ich schon freitags in der Kita, weil ich neugierig war, wie der Stand der Dinge. Da stand keine Küche mehr, nix stand an Ort und Stelle und Montag war Kita-Start. Doch übers Wochenende müssen Heinzelmännchen da gewesen sein, denn am Montag Morgen war alles wieder in Ordnung. Unglaublich!“, zwinkerte Böken dem Architekten Willi Randerath zu. Seit 2008 arbeiten die pädagogischen Fachkräfte in der offenen Konzeption, das heißt, die Kinder können entscheiden, was sie wann mit wem spielen. Die Fachkräfte begleiten die Kinder dabei. Jetzt hätten alle endlich mehr Platz um Forscher, Entdecker, Musiker, Maler, Wortakrobaten, Physiker, Philosophen, Konstrukteure und Mathematiker zu sein, so Böken.

Randerath freut sich, dass er für den Bau beauftragt wurde, da er eine enge Bindung zur Kita hat. Er selbst und seine Kinder haben hier ihre Kindheit verbracht. Aber der Bau hatte auch seine Tücken. Die enge Zuwegung, Schwierigkeiten bei der Firmenfindung und das alles bei laufendem Kita-Betrieb unter Corona-Bedingungen machten das Projekt zur Herausforderung. Trotzdem kann er jetzt zufrieden sein. „Der Bau ist eine Mischung aus Holztafel- und Holzrahmenbauweise. Das schafft einen schadstofffreien Wohn- und Lebensaum.“ Stolz ist er auch auf die Fußbodenheizung, die den Kindern das Spielen auf dem Boden angenehm warm macht.

Bürgermeister Kalle Wassong bedankte sich bei allen Beteiligten und erzählt, dass er selbst als Kind gemeinsam mit seinem „Sandkastenkumpel“ Willi Randerath im Kindergarten St. Bartholomäus unter Schwester Aline und Tante Renate so einiges erlebt hat. „Die neuen 20 Plätze helfen der Gemeinde Niederkrüchten sehr. Und es sind noch weitere in Planung“, so Wassong. Als Geschenk brachte er einen Gutschein für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit und lud die Kinder ein, ihn einmal im Rathaus zu besuchen.

Bevor die Horizonte die Verwaltung übernahm, war Domkapitular Pfarrer Alexander Schweikert für die Kita verantwortlich. „Als wir für den Kindergarten zuständig waren, waren das ganz andere Voraussetzungen. Heute werden die Kinder in der Kita gefördert und nicht nur ein paar Stunden beaufsichtigt. So viel Platz war damals überhaupt nicht vorgesehen.“ Im Anschluss segnete der Pfarrer die neuen Räumlichkeiten mit Weihwasser. (opm)